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Von einem der los zog, sich selbst zu finden

Schnappfisch-3707Ich bin vor Jahren los gezogen, etwas zu suchen. Ich wusste nicht was, bis zu dem Tag, als ich es gefunden habe: mich selbst. Das Gefundene anzuerkennen hat weitere Jahre gedauert bis zu dem Augenblick, als sich alles gelöst hat. Seit dem ist ein halbes Jahr vergangen und ich versuche immer noch zu fassen, was ich nicht fassen kann. Der klägliche Versuch, dass wenige zu fassen, das sich in Worte fassen lassen will, ist Gegenstand meiner Beiträge auf diesem Blog.

Die Reise bis zu dem Punkt war keine leichte. Zu vieles wollte ich nicht anerkennen, zu vieles am liebsten leugnen. Die Außenwelt tat ihr übriges und machte es mir nicht leicht, zu mir selbst zu finden. In der Nachbetrachtung ist vieles klarer, klar ist es aber noch lange nicht. Menschen sind sehr verschieden, auch wenn vieles gleich gemacht wurde.

Nun blicke ich zurück auf sechs Monate SchnappfischKapitalismus. 220 Beiträge sind seit dem ersten Tag am 6. November 2013 entstanden. Immer mal wieder die Frage, was kommt dann, wenn plötzlich nichts mehr da ist zum Schreiben? Auch wenn ein Tag nichts „da war“, waren es am nächsten Tag plötzlich zwei Themen, die mir in Gedanken kamen. Manchmal reichte ein kurzer Impuls, ein kurzes Gespräch, ein kleiner Kommentar und es entstand ein neuer Beitrag. So ist es nicht verwunderlich, dass mir die Beiträge noch nicht ausgegangen sind. Hätte man mich jedoch zu Beginn gefragt, wie viele Beiträge ich denn zu schreiben gedenke, wären es keine 30 geworden. Das zeigt mir wieder, wie viel ein Plan wert ist und wie viel (unbekanntes) im einfach-Tun steckt.

Sehr schätze ich die Kommentare, es sind in dem halben Jahr bereits über 1.000 zusammen gekommen. 250 gehen auf mein Konto, weitere 200 auf die Querverweise/Pingbacks, bleiben noch knapp 600 von Euch. Danke dafür!
Die Bandbreite der Kommentare macht die Würze aus. Schön, dass ich jeden ernsthaften Kommentar freischalten konnte und mir keine „Moderations-Regeln“ einfallen lassen musste.

Bis zum besagten 6.11. war bloggen für mich Neuland. Jetzt, nach sechs Monaten, könnte ich es mir nicht mehr ohne vorstellen. Etwas wehmütig schaue ich aber noch zur alten Zeit zurück, da ich sehr an gedruckten Büchern hänge und selbst eines geschrieben habe. Zwei weitere Bücher sind seit dem halb fertig – ob sie druckreif werden, weiß ich nicht. Zu statisch erscheint es mir heute, ein weiteres Buch zu schreiben. Zu sehr schätze ich die Flexibilität des Blogs. Dazwischen steht die Idee eines Magazins. In hochwertigem Druck. Ein Genuss für Hand und Auge und die Möglichkeit, Themen tiefer als im Blog und von verschiedenen Autoren auszubreiten. Ein Versuch wäre es wert…

Ein letzter Blick auf die Statistik zeigt mir, dass ich auf dem richtigen Weg bin. Über 900.000 Seitenaufrufe gab es in der Zeit, was die aktuelle Platzierung erklärt. Ungeachtet dessen bleibe ich meinem Ziel treu, heraus zu finden, welche Motive uns Menschen (mich eingenommen) zu „Schnappfischen“ machen und welche Kraft in der DankeKultur steckt.

Was kommt nun?

Da die DankeKultur in letzter Zeit etwas zu kurz kam und ich auch gerne von anderen Projekten erfahren möchte, die diese DankeKultur zu den Menschen tragen, werde ich diesen Teil etwas umgestalten und prominenter platzieren. Ich würde mich freuen, wenn möglichst viele Beispiele zusammen getragen werden, so dass es eine Inspiration für alle wird, etwas zu (ver-)ändern.

Es gibt eine Gesetzmäßigkeit, die alles durchläuft. Diese Phasen sind grob gesprochen: Revolution – Konsolidierung – Sättigung – Krise – Neuanfang.

Ich sehe meine ersten sechs Monate als die Phase der Revolution, des InFrage-Stellens der aktuellen Zustände. Auch wenn bereits einige zarte Blüten einer Konsolidierung – eines kumulativen Fortschritts zu sehen sind, fehlt noch einiges bis zum Zielbild. Die Phasenübergänge verlaufen graduell. So wird es auch für mich spannend, wie sich allmählich Lösungen abzeichnen, denn Lösungen müssen gefunden werden auf die Fragen unserer Zeit, welche sich in der Phase der Krise befinden und nach einem Neuanfang dursten.

Ich würde mich freuen, wenn (Du) Sie mich mit ihren Kommentaren und Gesprächen weiterhin auf Kurs halten, damit wir gemeinsam einen neuen Anfang finden, statt dass sich alles wiederholt!

Danke!

Schrift ist der verzweifelte Ausdruck des Menschen, zu kommunizieren.

Ro!and
Über Ro!and (353 Artikel)
Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
Kontakt: Webseite

2 Kommentare zu Von einem der los zog, sich selbst zu finden

  1. Ich habe schon einige Ihrer Beiträge gelesen und habe eine Ahnung von Ihrer Suche. Daß Sie begabt und intelligent sind, merkt man schnell. Sie müßen jung oder in den besten Mannesjahren sein und haben doch viel Muße für Ihre Kinder, Ihren Blog und sonstigen ungewöhnliche Aktivitäten.
    Sie können und wollen es sich also leisten, in der wertvollsten Lebens- und Prägungszeit Ihrer Kinder für sie da zu sein, sie zu erziehen und das Schlimmste an staatlicher Verziehung (zum Schaf) gleich wieder gerade zu biegen.
    Sie sind ein kluger und glücklicher Lebenskünstler und -genießer, so vermute ich.
    Also haben Sie sich wohl bereits gefunden – Gratutation dazu!

    • Danke für die „Blumen“.
      Aktuell würde ich eher sagen, dass ich die Werkzeuge gefunden habe und auch eine Ahnung habe, wie deren (individuelle) Bedienung ist. Auch etwas Erfahrung in der Anwendung konnte ich bereits sammeln – bis zur Perfektion ist es aber noch ein weiter Weg…

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