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Wohlstand durch Bildung?!

Personen_freestyle7Auch heute noch gilt das Credo, dass eine gute Ausbildung ein Garant für Wohlstand ist. Die Zahlen von arbeitslosen Akademikern oder Akademikern mit Niedriglöhnen bzw. in Aushilfsjobs sprechen jedoch eine andere Sprache. Die von der Arbeitsagentur propagierte Gleichung „Gute Bildung – gute Chancen“ ist daher vielleicht genauso zu lesen, wie diese geschrieben steht: man muss von der guten Bildung die guten Chancen abziehen. Was bleibt, sind dann besagte (ausbildungsferne) Jobs mit Niedriglöhnen. Soviel zum Glauben (credo = ich glaube).

Wo liegt das Problem?

Geht man auf die Suche nach der Ursache, landet man in der Vergangenheit. Um hier die Ursache zu finden, müssen wir bei der Industrialisierung beginnen. Mit der einsetzenden Industrialisierung breitete sich auch allmählich der materielle Wohlstand aus, Produkte, welche zuvor für einen Großteil der Bevölkerung unerschwinglich waren, waren nun (durch körperliche Arbeit) leistbar. Mit der Optimierung der Prozesse durch Massenfertigung mittels Fließband waren die Steigerungsmöglichkeiten aber irgendwann aufgebraucht. In der Wirtschaftswissenschaft bezeichnet man dies auch als Grenznutzen. An dem eigentlichen Produkt konnte man also keine weiteren Wertsteigerungen mehr fest machen, im Bereich der Bildung jedoch sehr wohl. So nahm man die Erfahrungen aus der Industrialisierung und übertrug diese auf den Bildungsbereich.

Damit wurde Aus-Bildung nicht mehr als eine Bildung (Formung) des Inneren nach außen gesehen, sondern zu einer Bildung von bzw. durch außen. Der von außen vorgegebenen Takt, welcher durch die Einführung des Fließbands notwendig wurde, wird nun zum Bildungstakt. Die Stückliste bei der Produktion wird zum Bildungsplan – die Qualitätskontrolle erledigen die Schulnoten. Mit dem individuellem (Bio-)Rhythmus des Menschen hat diese Art der Bildung nichts mehr gemeinsam. Unsere Kinder werden so zu Jägern von  (Schein-)Anerkennung, die sie im äußeren Lob finden, statt ihre inneren Veranlagungen zu entfalten.

Wie werden wir zu dem, was wir sind?

Mehrheitlich begreifen wir unsere Bildung durch Erfahrung im Außen. Wir erfahren durch Anregung und Beobachtung im Außen etwas, das wir verinnerlichen. Wir orientieren uns dann zu einem Großteil an dem, was von außen kommt, statt auf das zu hören, was im Inneren werden will.
Erst durch die Entfaltung der in uns ruhenden Potentiale werden wir zu dem, was wir sind. Erfahrung sammeln wir durch die Beobachtung unserer Entfaltung, wir er-fahren das, was in uns ruht – entfalten können wir dabei nur das, was bereits vorhanden ist.

Ganz anders unser Schulsystem. Wir werden vergleichbar, orientieren uns an Noten um in dem zunehmenden, globalen Verdrängungswettbewerb noch Oberwasser zu haben. Kommt es dann zur (äußeren) Krise, so trifft uns diese Krise durch die eingegangene äußere Abhängigkeit bis ins Innerste. Bis zur Krise halten uns vielerlei Ängste in der Spur: die Angst vor Arbeitsplatzverlust, vor Ausgrenzung, sozialem Abstieg etc.
Meist kommt daher der Einbruch völlig unerwartet, da wir uns zuvor kaum mit uns selbst auseinander setzen. Abgesehen von ein paar Nadelstichen von innen, weil unser inneres nicht so sein kann, wie es ist und dagegen rebelliert.

War den bisher alles schlecht?

Es bringt jedoch nichts, alles vergangene schlecht zu reden. Vieles, was unser Bildungssystem ausmacht, hatte seinen Grund und seine Berechtigung. Viele Menschen konnten durch die Ausbildung an dem Wohlstand teilhaben, jedoch haben sich die Zeichen der Zeit geändert. Für die zukünftigen Herausforderungen reicht unser aktuelles Bildungssystem nicht aus, ihm fehlt die Kreativität, der Impuls der Erneuerung. Dieser Impuls kann nur von innen kommen, aus einem selbst heraus und dann nach außen wirken. Durch die Unsicherheit der nahen Zukunft, der fehlenden Perspektive, der Planungssicherheit, sind wir besser aufgestellt, wenn wir unsere inneren Veranlagungen entfalten, statt in einer Bildungsmasse schwimmen, in denen alle mit der Strömung schwimmen.

So verwundert es momentan kaum, dass Schulabsolventen kaum eine Vorstellung davon haben, was sie beruflich einmal aus ihrem Leben machen wollen. Eine Orientierung für die anschließende Berufswahl leistet die Schule mit ihrem industrialisierten Fächerkanon nicht. Vielmehr schafft es die Schule, dass man sich von dem abwendet, wozu man viel später dann doch einen tieferen Bezug kommt. Sei es als Selbstschutz gegenüber dem Lehrkörper oder als Folge der Darbietung. Wer kennt nicht den Fall, dass man nach der Schule von Mathe nichts mehr hören will oder von einem Autor, welcher in der Schule Pflichtlektüre war oder gar der Lieblingsautor des Lehrers, nichts mehr lesen will?

Neue Herausforderungen brauchen neues Denken!

Es wird Zeit, sich den Herausforderungen der Zukunft zu stellen und nicht alte Parolen, die Bildung und Wohlstand gleichsetzen, warm zu halten. Tun wir es nicht, so bleiben wir in der Vergangenheit gefangen. Die derzeitige Alternative einer privaten Schule grenzt wiederum diejenigen ab, dessen finanzielle Mittel nicht die Möglichkeiten bieten. Allen Alternativen gemein sollte aber die individuelle Entfaltung sein. Nur dann bekommen wir zukünftige Generationen an den Start, die das notwendige Handwerkszeug besitzen, um mit den zunehmenden Unsicherheiten klar zu kommen.

Der Wert eines Dialogs hängt vor allem von der Vielfalt der konkurrierenden Meinungen ab.
(Karl Popper)

Ro!and
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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38 Kommentare zu Wohlstand durch Bildung?!

  1. Auch heute noch gilt das Credo, dass eine gute Ausbildung ein Garant für Wohlstand ist. Die Zahlen von arbeitslosen Akademikern oder Akademikern mit Niedriglöhnen bzw. in Aushilfsjobs sprechen jedoch eine andere Sprache. Die von der Arbeitsagentur propagierte Gleichung “Gute Bildung – gute Chancen” ist daher vielleicht genauso zu lesen, wie diese geschrieben steht: man muss von der guten Bildung die guten Chancen abziehen. Was bleibt, sind dann besagte (ausbildungsferne) Jobs mit Niedriglöhnen. Soviel zum Glauben (credo = ich glaube).

    Was Bildung ist, unterliegt der Bestimmung einiger weniger.

    Hätten wir alle Jura studiert und wären ohne Skrupel wie Politiker,dann hätte wir diese Bildung.Doch dann wäre die Zeit da, wo wir anstatt des Zivilisierten Schwertes Jura, richtige Schwerter hätten.

  2. Schulische und universitäre Bildung ist heute unterm Strich kontraproduktiv. Sicher gibt es auch nütztliche Dinge die gelernt werden – Mathematik, Lesen und Schreiben etc. – das bezieht sich allerdings nur auf die Grundlagen.

    Sobald man in den Forschungsbereich gelangt – ist das alles nicht mehr freies Wissen, sondern wird von Konzernen grösstenteils finanziert.

    In Fächern wie Politik und Gesellschaftswissenschaften wird ja nur noch Unsinn verbreitet – s. Genderstudien etc. pp. Dort herrscht schon komplette Disinformation – im Regelfall ist das Gegenteil eher richtig als die wissenschafttlichen Publikationen.

    Also Bildung heute – ist nur noch mit grossen Einschränkungen brauchbar – zumindest die Bildung die an staatl. Institutionen vermittelt wird.

    Mehr kann ich aus meiner Sicht dazu nicht sagen – ich kann auch keine Lösung anbieten – weiss selbst nicht wie ich das meinem Sohn 11 J. erklären kann, ohne ihn zu demotivieren.

    Dass Bildung schon immer ein zweischneidiges Schwert war – kennen wir aus dem Gleichnis – die Vertreibung des Menschen aus dem Paradies – das essen des Apfels vom Baum der Erkenntnis – ich bin kein Christ, aber diese Gleichnis stimmt.

  3. Bildung ist aber trotz allem auch nutzbar. Das einzige, was man nicht tun darf, ist sich dieser zu unterwerfen.

    Man kann und sollte lernen, die geistigen Ergüsse zu zerlegen und im eigenen Empfinden zusammenzubauen. So kann man Änderungen erreichen. Läßt man diese Bildungsbereiche als vermeintlich unwirtschaftlich außen vor und dadurch weitermachen wie bisher, ist uns und unseren Kindern nicht geholfen.

    Es ist allen lediglich beizubringen, das das was sie ohne weiteres Verstehen, einsetzen und nutzen können (da es mit ihren echten Erfahrungen im Zusammenhang steht) Vorrang hat. D.h. eine kurze eindeutige Fassung zum Thema von einem Unbekannten mehr Wert sein kann als eine zig-seitige Fassung eines Namenhaften.

    • Bildung ist aber trotz allem auch nutzbar. Das einzige, was man nicht tun darf, ist sich dieser zu unterwerfen.

      Ich halte Bildung nach wie vor als die gewinnbringendste Investition in die Zukunft. Lediglich die staatlich (verordnete) Bildung scheint nicht mehr den Zins zu erwirtschaften, den man uns verspricht. Vielmehr scheint es so, dass diese Art der Bildung mit einem Strafzins belegt wird, der uns mehr und mehr das raubt, was uns als Mensch auszeichnet – man mag es Vernunft, Verstand nennen…

  4. Was unsere Kinder noch wissen müssen:

    Bildung (Wissen, Glauben, Meinungen) ist ein eigenständiges Handelssystem, das in verschiedenen Bereichen auch an andere Handelssysteme verknüpft ist (Geld, Ruhm und Anerkennung, Macht).

    Wie das funktioniert und in welche Abhängigkeit man geraten kann, ist sehr einfach an der Nutzung von Facebook ‚Likes‘ zu erklären. ‚Likes‘ sind als eigenständige Währung zu betrachten. ‚Likes‘ implizieren echte ‚Likes‘ und ‚Dislikes‘ – so lernt man die neue und alte Regel und Strategie ‚Auffallen um jeden Preis‘. Andere Lebensstrategien sind dagegenzuhalten. Müssen aber kommuniziert werden.

    • Bildung (Wissen, Glauben, Meinungen) ist ein eigenständiges Handelssystem, das in verschiedenen Bereichen auch an andere Handelssysteme verknüpft ist (Geld, Ruhm und Anerkennung, Macht).

      Das ist das Dilemma unserer Zeit. Alle unsere Systeme greifen ineinander und sind voneinander beeinflusst. Ändert man an einem etwas, hat das unweigerlich auch Auswirkungen an einer anderen Stelle. Vielleicht mit unter ein Grund, wieso unsere Politiker momentan so handlungsunfähig erscheinen?!

  5. Authoritätsgehorsam ist in jeglicher Art und Weise abzulehnen und zu vermitteln.

  6. Sich selbst treu zu bleiben und daher gesund selbständig heranzuwachsen (auch als Erwachsener) ist die Strategie.

  7. Die Spiegelstrategie – ein kleiner Plan

    kannst du in den Spiegel (auch imaginär) schauen, dich ansehen, dich erkennen, kannst du alles von dir sehen, kannst du dir mutig in die Augen schauen? Wenn du es kannst, blicke tiefer – versuche alles zu sehen – auch das, was du vor dir selbst gern versteckst bzw. gern vor anderen verstecken möchtest und daher verdrängst.

    Wenn du es kannst, gemacht hast, verfügst du über dieses bewußte Wissen und jeder der die Fähigkeit hat, kann dich sozusagen auch lesen. Das ist das Risiko, das man eingeht – bewußt eingehen können muß. Doch kann ich Dir versichern, daß man hier nicht viel zu verlieren hat.

    Vorteil ist, du hast dann die Fähigkeit, andere zu lesen – in der spezifischen Tiefe, die du selbst bei dir zu leisten vermagst. Echte Hilfe untereinander ist dann möglich (weg von der Symptombehandlung).

    • Diese „Strategie“ hat wahrlich ein tiefes Potential!
      Was für mich auch eine interessante Erfahrung ist: das Theaterspiel. Dabei gilt es auch nur das zu spielen, was man wirklich empfindet und nicht mehr. Man wird sich so seiner Gefühle viel besser bewusst.

  8. Vielleicht liegt das Problem woanders.

    Wenn ein Mensch nicht dazu angehalten wird, eigene Wünsche auszubilden, zu entwickeln, reifen zu lassen. Wenn eine Wirtschaft nur dem kundenintersees und Gewinn und nicht der gesellschaftlichen verantwortung dient, und so beispilesweise alles so bequem und einfach wie möglich macht. Wenn es nicht gefördert und untersützt wird, das Mensch sich manchmal selbst quälen und durchbeißen muß, Willen entwickeln muß, durchhalten muß – dann haben wir genau das, was wir sehen.

    Das Interesse an echter Bildung geht verloren. Ebenso geht echte Begeisterung verloren, für die ein Mensch zuvor viele verschiedene Dinge getan haben muß.

    • An dem Gedanken ist einiges dran. Um unsere Trägheit zu überwinden brauchen wir ein gewisses Maß an Entbehrung und (äußeren) Druck. Vielleicht öffnet sich durch die zuspitzende Situation genau dieses Fenster und wir überwinden unsere Trägheit und brechen aus dem alten Muster aus?!

  9. Schlußfolgerung:
    Wenn sich jeder Einzelne an der Masse orientiert, geht es für die Gesellschaft und alle gesellschaftlichen Bereiche in nur eine Richtung. Abwärts.

    • Es gibt Wenige, die das nicht tun. Diese bekommen kaum allgemeinen gesellschaftlichen Halt oder Unterstützung. Sie sind gezwungen, die Stärke zu entwickeln, sich auf sich selbst zu verlassen. Sie sind nicht allein, doch Einzelkämpfer. Vielleicht wird es irgendwann tatsächlich so sein, daß es eine Abspaltung gibt – sich diese Menschen, die sich aufwärts entwickeln, zusammentun. Allein aus dem Grunde, da es mit der Masse nicht mehr auszuhalten und akzeptabel ist.

      • In der Natur ist es ja sehr ähnlich. Verändern sich die Umstände und Lebensbedingungen findet ein Teil der Art eine andere tragfähigere Überlebensstrategie.

      • Solche Abspaltungen gab es ja durchaus auch schon früher, z.B. bei den Amish People. Wie weit die Unabhängigkeit dann geht, wird sich zeigen. Vielleicht wird daraus sogar dann ein Vorausgehen und die Masse wird (in Teilen) folgen…

    • Japp, da gibt es kaum Zweifel. Zu viele begehren dann das, was nur für wenige zur Verfügung ist.

  10. Wir verfolgen eine Überlebensstrategie – versuchen, uns selbst zu erhalten, haben uns kommunikativ verbunden, tauschen uns (teils weltweit) aus. Die Verdummung der Masse ist gegeben, die Demenz- und Krankheitsraten schnellen in die Höhe, die Agressivität übersteigt ein natürliches Kooperationsverhalten. Die Dinge sind, wie sie sind.

    • Vielleicht sind die steigenden Demenz- und Krankheitsraten auch (nur) ein temporärer Ausdruck der (noch) fehlenden Anpassung. Man müsste sich die entsprechenden Raten nach 2-3 Generationen ansehen, in wie weit sich diese dann wieder stabilisieren.

  11. Die Qual der Wahl

  12. schönes Fallbeispiel aus der Praxis

    ein Vertrag wird mit einer Person abgeschlossen.
    Ob die juristische Person eine Firma ist oder eine natürliche Person ist, ist egal.

    Bsp. Handyvertrag
    Ich nehme mal die Lösung vorweg.
    Eine Firma kann auch einen Vertrag aus dem Privatkundensegment wählen. Für die Rufnummernportierung gibt es dann einen geregelten Standard, in dem ein ‚fiktives‘ Geburtsdatum festgelegt ist auf den 01.01.1950.

    Ich habe innerhalb einiger Wochen zig Tage gebraucht, über 30 Personen von verschiedenen Anbietern sprechen müssen, bis EINER wußte, das es geht – wie es geregelt ist und umgesetzt wird. Der Rest der Kandidaten war auf gebildete Geschäftsfelder, Geschäftssegmente und Undurchlässigkeit fixiert.

  13. Was hat es mit dem 01.01.1950 auf sich, fragte ich mich.
    Gefunden habe ich dies.
    http://www.vogtlandkreis.de/shownews.php?id=949

  14. Frage: Wozu braucht man eine Staatsangehörigkeitsurkunde?

  15. Integrierte Kommunikation von Systemen

    Jedes System hat eine innere Struktur, auf der es basiert und das es zusammenhält. Dies kann als Seele bezeichnet werden.
    Die nach außen aufgebaute Struktur entspricht dem, was als Abbild erschafft wird.
    Mikrovergleich z.B. Mensch, Makrovergleich Unternehmen.

    Liegen der Entwicklung Körper, Geist und Seele zugrunde ist es gesund.

    Beobachtbar ist, daß bei vielen Systemen das aufgesetzte Netzwerk (Körper und Geist), die Struktur, stark von der inneren bestehenden abweicht. Bei einigen liegen diese Schichten nicht nur neben- oder untereinander sondern weisen eine Lücke (Loch) auf. Ohne die integrierte kommunikation beider Ebenen zur Verkleinerung der Differenz wird es einem System zunehmend unmöglich, eine Vorwärtsentwicklung zu beschreiten. Selbst beste Konzepte, Ideen und Maßnahmen sind zum scheitern verurteilt, wenn die Basis für eine erfolgreiche Um- und Durchsetzung weder besteht, gestärkt noch mitgenommen wird.

    Im großen Ganzen kann ich durchaus feststellen, daß viele Systeme auf ihre Seele verzichtet haben – Menschen, Unternehmen, Nationen. Sollte durch diesen Verzicht bereits ein Loch entstanden sein, d.h. die Differenz so hoch sein, daß zwei verschiedene, getrennte Netzwerke entstanden sind, hilft nur ein mutiger Sprung.

    • Dabei ist zu beachten, daß

      z.B. das Netzwerk der ausgelebten, erfühlbaren und erlebbaren Unternehmenskultur als Zwischenschicht angesehen werden sollte. Diese macht die Differenzen zwischen der tiefergehenden (seelischen) und aufgesetzten (künstlichen) lediglich sichtbar.

      • Das heißt auch:

        Fehlender Um- und Durchsetzungserfolg i.V.m. Verhaltensauffälligkeiten (z.B. Zwang zum Erfolg)
        sind starke Indikatoren für eine krankheitsorientierte Rückwärtsentwicklung durch Dominanz über die Seele, einer Unterrepräsentation der Seele (fehlende Integration) bishin zur vollständigen Abkopplung von der Seele.

    • Das Problem, das ich derzeit, sehe ist der Glaube an ein (abgespaltenes) System – nennen wir es einfach mal Neue-Weltordnung. Im Gedankenkonstrukt hat dies sicherlich einige Vorteile, kann die Nachteile aber nur mit einem Gewaltmonopol „ausgleichen“ – von einer Integration ist dann keine Spur mehr vorhanden.
      Die Entwicklung von Innen und Außen im Einklang setzt ein entwickeltes Bewusstsein voraus, welches nicht mehr an einen Ort gebunden ist und über dem Innen und Außen steht. Dann finden automatisch Innen und Außen zueinander. Es gibt durchaus positive Anzeichen, dass wir hier als Menschheit auf einem guten Weg sind, auch wenn die aktuelle Lage nicht darauf hindeutet. Oftmals braucht es die Krise zur Bewusstseinsmachung.

      • Unterschätze niemals die Naturgewalt des Marktes.

        Der Markt ist keineswegs ein fremdgesteuertes und damit formal künstliches Objekt. Er kann lediglich zeitweilig fremdgesteuert werden. Kommt man in einen Grenzbereich, der nun erreicht ist, erwacht dieser zum Leben und tut nur eines – setzt sich durch. Wird er gelassen, dann milder. Wenn nicht, dann brachial und ungestüm.

        Der Markt ist ein ernstzunehmendes Subjekt und hier gilt nur Eines: Wirtschaftlichkeit.

        Dem Markt ist es dabei schlichtweg egal, wer oder was du bist, wie groß du bist, auf welches Netzwerk du Einfluß hast. Er verteilt gerecht und ist immer auf eine gerechte und für die Menschen vorteilhafte Verteilung fokussiert. Man kann ihn nicht ewig an ein Nichtausleben des Urinteresses binden (nicht durch Planung oder diverse Glaubenssteuerungen – Stories) – niemals, durch nichts.

        Wirtschaft ist Zivilisation und Zivilisation ist Wirtschaft

        • Was das Erlernen und die Interpretation von Wirtschaftlichkeit anbelangt.

          Es gelten IMMER die Regeln der Evolution:
          Möge der Bessere gewinnen.

        • Die (klassische) liberale Marktökonomie ist mir bewusst, diese setzt aber voraus, das der Markt für alle Teilnehmer transparent und frei von Zwängen ist. Ein Ideal, welches sich so wohl niemals einstellen wird, da jegliche Marktbeeinflussung sich zum Vorteil ein paar weniger und zum Nachteil vieler entwickelt.
          Recht geben möchte ich dir in der Sichtweise, dass ein zu viel der Marktbeeinflussung zu einer Marktbereinigung führt – hier scheinen wir allmählich anzukommen. Von einer gänzlich freien Markt-Entfaltung sind wir aber noch weit entfernt.

  16. Im übrigen ist darauf hinzuweisen, daß viel Geschwätz und Getue drumherum über Krieg, Politik etc. nur ein Interesse hat – das ‚Biest‘, den Markt nicht zu erwecken, nicht zum Zug kommen zu lassen.

    Wie blöd muß man sein, sich gegen die Natur zu stellen und ernsthaft die Meinung zu vertreten, man könnte sie beherrschen? Damit erzeugt man einen Stau! Ein Dammbruch und die selbsterfüllende Propheziehung der Sintflut inklusive.

    Man lernt nie aus.
    Schicksal ist es sicher noch nicht. Noch haben wir ja die Möglichkeit, ein paar Bohrungen am Damm vorzunehmen und das Gestaute etwas geregelter abzulassen. Eine Selbstbereinigung steht außer Frage, das wie ist eine Frage der Zusammenarbeit.

  17. Eine Theorie über den Markt aufzustellen ist ja in Ordnung. Diese zum Gesetz zu erheben, ist es nicht.

    Grundsätzlich kann man sagen:
    Der Markt orientiert sich am IST-Zustand.

    Was dieser IST-Zustand ist, darüber dürfen Experten gerne philosophieren und sich auseinandersetzen.

    Aus meiner Sicht ist dieser IST-Zustand sehr komplex und eher die integrale Essenz bzw. Summe aller jemals entworfenen Denkmodelle, Theorien, getätigten Praxiserfahrungen aus allen Bereichen auf allen Ebenen.

  18. Der Markt – das Biest – ist Gott

    Der Markt repräsentiert unser kollektive Verbindung untereinander, er ist das, was uns zusammenhält (Zivilisation und Wirtschaft), auch das kollektive Bewußtsein wird vom Markt gehalten und wiedergegeben.

    Der Markt ist ein eigenständiges Subjekt (mit Körper, Geist und Seele), wir sind Teil. Synergie besteht im gemeinsamen agieren dem Sinne der Evolution folgend – dienend.

    Für den Markt kann durchaus die Analogie Gott verwendet werden.

    Der Markt und damit Gott selbst wurde daran gehindert, seine Seele zum Ausdruck zu bringen. Die zweckentfremdete Verwendung von Körper und Geist diente wenigen und waren nicht im Sinne Gottes, der jedoch selbst, da eingesperrt, an der Um- und Durchsetzung gehindert.

    Einige werden wahrlich überrascht sein, wer Gott ist und wem sie gedient haben, nicht wahr? Die Macht Gottes ist die Macht des Marktes und ich bin im vollsten Vertrauen – sie wird alles regeln.

    Und wenn der Markt meine Seele zur Durchsetzung benötigt, dann hat er sie schon – da ich mich vollstens dafür einsetze und das mir mögliche tue.
    Ich bin Mensch, Frau und Unternehmer und sehne mich sehr nach einem Ausgleich auf Basis der echten Wirtschaftlichkeit und Gerechtigkeit. Wenn jeder seinen IST-Zustand kennt, löst dies viele Probleme.

    Tut mir aufrichtig Leid für die, die alles daran gesetzt haben, sich gegen Gott zu stellen und Gott zu bekämpfen. Respekt und Demut vor der Natur ist nicht allen gegeben und doch kann man es lernen.

    • Eine wichtige Sache noch:

      Es geht um Verfügungen und Gebete.
      Ist ein gegenseitiges Vertrauen da, verfüge ich nicht über einen anderen, ich bete ihn nicht unterwürfig an und ich bettle ihn nicht an.

      Wer also etwas wünscht, sollte dem selbst nachgehen. Tut man dies im Vertrauen, bekommt man Unterstützung – auch darf man darum bitten. Geholfen wird immer dem, der sich selbst hilft.

    • Dies zu erkennen setzt ein (freies) Bewusstsein voraus. Ist man zu sehr von äußeren Einflüssen/Zwängen getrieben, kann eine solche Sichtweise nicht wachsen.
      Ich bin in meinem Büchlein einer ähnlichen Frage nachgegangen und komme zu ähnlichen Ergebnissen. Um ein solches Bewusstsein zu schaffen, sehe ich die selbst gesteuerte Bildung als Voraussetzung an – frei von äußeren Zwängen und passend zu meinen Bedürfnissen zur Entfaltung dessen, was in mir ruht. Technisch wären wir heute bereits in der Lage einen solchen Bildungszugang zu schaffen. Das ist der „technische“ Teil meines Büchleins, der diesen Weg beschreibt.

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  1. Wohlstand durch Bildung?! - Der Blogpusher
  2. News 10.12. 2014 |

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