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Auf der Suche nach dem Glück

Schnappfisch-1755Ein junger Mann, der sich immer fleißig und redlich bemüht hatte, es im Leben zu etwas zu bringen, kam zu der Erkenntnis, er habe einfach zu wenig Glück – und so beschloss er, den lieben Gott aufzusuchen und ihn zu bitten, diesen Zustand zu ändern. Auf seine Erkundigungen hin erfuhr er, dass der liebe Gott in einem großen, dunklen Wald wohnt.

Also machte er sich auf den Weg dorthin. Als er an den Rand des Waldes kam, rief ihn ein Wolf an. „Wohin des Wegs, junger Mann?“ „Ich gehe zu Gott, damit er einen Glückspilz aus mir macht“, antwortete der junge Mann. Daraufhin bat ihn der Wolf: „Wenn du ihn triffst, frag ihn doch, warum ich immer so schrecklichen Hunger habe.“ Der junge Mann versprach dies und ging weiter.

Ein Stück weiter des Wegs traf er ein junges Mädchen. Es saß zu Tode betrübt an einem Fluss. Als der junge Mann an ihr vorüberging, fragte sie ihn: „Wohin gehst du, junger Mann?“ „Ich gehe zu Gott, damit er einen Glückspilz aus mir macht“, antwortete dieser. „Ach, wenn du ihn siehst, frag ihn doch bitte, warum ich immer so traurig bin“, bat ihn das Mädchen. „Ich werde ihn fragen“, versprach der junge Mann und ging weiter.

Nachdem er weiter flussaufwärts gegangen war, hörte er einen Baum, der am Wasser stand, rufen: „Junger Mann, wohin gehst du ?“ „Zu Gott. Er soll einen Glückspilz aus mir machen“, antwortete der junge Mann. „Ach bitte, wenn du ihn siehst, frag ihn doch, warum ich immer so durstig bin, obwohl ich hier am Wasser stehe“, bat ihn der Baum. „Mach ich“, sagte der junge Mann und zog weiter.

Und wirklich, in der Mitte des Waldes traf er den lieben Gott.
„Lieber Gott“, sagte er, „ich bin gekommen, damit du einen Glückspilz aus mir machst. Bisher hab ich das ganze Leben immer nur Pech gehabt. Findest du nicht auch, dass dies ungerecht ist, und ich zur Abwechslung mal etwas Glück haben sollte?“
Der liebe Gott sagte nur: „Okay“.

Schnappfisch-3366Der junge Mann konnte seine Freude kaum im Zaum halten und wollte sich schon aufmachen, um von nun an ein glückliches Leben zu führen, da fielen ihm aber noch die Fragen der drei ein, die er auf dem Weg zu Gott getroffen hatte. Er trug sie dem lieben Gott vor und der beantwortete sie.

Nun aber hielt ihn nichts mehr. Er eilte zurück, um nichts von seinem Leben zu versäumen. In seiner Aufregung lief er glatt an dem Baum vorbei, aber der rief ihn zurück: „Was ist mit meiner Frage, junger Mann ?“
„Ach ja“, rief dieser über die Schulter nach hinten, „Gott meinte, du kriegst nicht genügend Wasser, weil zwischen deinen Wurzeln und dem Wasser ein großer Schatz vergraben liegt. Aber sei mir nicht böse, denn ich bin jetzt ein Glückspilz und hab’s eilig.“

So rannte er weiter, bis er zu dem Mädchen kam – das rief ihn an: „Junger Mann, hast du Gott meine Frage gestellt?“ Er blieb gar nicht erst stehen, sondern rief ihr im Laufen zu: „Ja, das hab‘ ich. Gott sagte, der Grund für dein Unglück ist, dass du einsam bist. Er meinte auch, dass ein gutaussehender junger Mann hier vorbeikommen würde. Ihr könntet euch ineinander verlieben und glücklich sein, euer ganzes Leben lang. Aber ich muss jetzt weiter, denn ich habe ab sofort Glück.“

Als er schon ein wenig außer Atem an den Waldrand kam, rief ihn der Wolf an: „Junger Mann, hast du Gott meine Frage gestellt?“
„Oh ja, das habe ich“, rief dieser. „Gott sagte, du bist so hungrig, weil du nicht genug zu fressen hast. Wenn aber der Narr weit genug gekommen ist, um dir das auszurichten, kannst du ihn zum Mittagessen haben.“

Ro!and
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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12 Kommentare zu Auf der Suche nach dem Glück

  1. Das Glück ist das immer in der Brust gehaltene und dort vergessene Juwel , welches bei Armut außwerts gesucht wird. Vergeßlichkeit macht arm.

  2. *HERZ-DANKE !*
    *JaH!*
    😉

    *Lebens-Sinn*
    Die Jagd nach dem „Wo-hin?“
    macht keinen Sinn.
    Die Frage nach dem „Wo-zu?“
    schenkt Dir keine Ruh.

    Aber öffnet sich Dein Herz
    gerade IN seinem Schmerz
    dem freien *ICH BIN !*
    führt es Dein Werden
    zu völlig neuen Ufern hin.
    … ~`°´~ … ~*Y*~ … ~°^°~
    Von Lebens-Liebes-Blüten um-rankt,
    DEM, der *IHM* dafür dankt.
    *JaH!*
    … ~ 🙂 ~ …

  3. Verborgen in der Brust,
    Verfangen in der Lust,
    Vertieft in jedem Herz,
    Vergeßen, wird`s zum Schmerz.

    Es ist das reine Licht,
    Was befreit von Schicht
    Nur volles Glück verleiht,
    Jenseits von aller Zeit.

  4. Das Glück der Suche. Die Suche des Glücks.
    Beides verschmelzen wenn der Sucher sich selbst , sein Selbst erkennt.

    • Wohl wahr! Jedoch ist das Erkennen (= Finden) nur der erste Schritt. Er muss auch in der Lage sein, sein Selbst dauerhaft zu bewahren. Zu schnell wird dem Menschen das Gefundene zur Selbstverständlichkeit und verliert sich so im Strudel der Zeit und der Ereignisse, welche der Zeit die (äußere) Form geben.

  5. Wie könnte man sein Selbst nicht aufbewahren , da man das Selbst ist?
    Alles fällt von dem ab, was Zeit , Raum ,also Form , Name und Habe,Bewegung und Änderung , Geschlecht , Beruf, Funktion bedeutet, wenn man weiß, was und wie man tatsächlich ist! Da bleibt alles , was nicht das Selbst ist , nur Dampf .

    • Es geht um dem Kontakt zu seinem Selbst um den Dialog des Vielen in dem Einen. Diesen zu kultivieren ist der tägliche Weg der Freuden – alles andere „Zeit , Raum ,also Form , Name und Habe,Bewegung und Änderung , Geschlecht , Beruf, Funktion“ sind die vielen Stimmen, die auch Verwirrung stiften können.

  6. Egal was das Selbst mit dem Körper zu machen scheint- es weiß: ich bin es da nicht, ich tue dabei nichts- dies ist nur mein Schatten. Ich selbst bin das Selbst. Das Selbst vergißt man selbst nur, wenn es will. Und weil es am Anbeginn der Inkarnationkreises es wollte, so verlor es sich darin . Und wenn das Selbst sich seiner erinnern will, so erinnert sich seiner. Alles ist nur eine Wirkung des Willens. Der Kosmos und alle Bewusstseinsdimensionen sind nur auf dem Willen zur Selbstentfaltung, zur Selbst-Äußerung oder Selbst-Manifestation entstanden. Doch alles ist nur ein gewollter Film.

  7. @RoLand:
    „Nur uns’re Erwartung und uns’re Gier,
    macht es so schwer, das Jetzt und Hier!“

    Wie kann man dies denn los-lassen lernen ?
    Be-Scheiden werden ?
    Mit einem -oder besser: VIELEN – *Danke!*-Blüten im Herzen ?
    Tränen des Dankes sind das Wasser des Lebens.
    Sie enthalten sogar Lebens-NOT-wendiges Salz !
    *GooD* erhalt´s !
    *JaH!*
    Be-Frei-t zu leben schenkt ein viel größeres Glück,
    doch Du ent-deckst es nur Stück-für-Stück,
    wenn Du Dich von den glitzernden Klebe-Anhaftungen
    der Erwartung und der Gier zu lösen vermagst.
    Dann kommt -ganz klamm-heimlich-
    auch der Humor endlich wieder hervor!
    *JaH!*
    😉
    Auf !
    Übe! Lebe *LIEBE* !
    *JaH!*
    😉

    • Werde (wie) Wasser, dann kommst Du an.

      Dabei ist der Gedanke schon weit, doch die Zellen tun sich noch schwer – zu viele Altlasten stecken dort noch drin! Es entdeckt zu haben, ist aber schon viel wert – auch (oder gerade weil) der Weg so klar (wie Wasser) ist!?

  8. Es gibt kein Ankommen, da es kein Weggehen gab. Bewegung und Zeit stecken in der Person, die alleine im Denken lebt. Alles hier ist nur ein Gedanke.

    Dem Schläfer ist der Traum Wirklichkeit.

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