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Das Wesen der Zeit

Natur_landschaft4Ich möchte hier keine Werbung für mein Buch machen – auch wenn ich es damit bereits getan habe (zumal mein Buch einen anderen Aspekt der Zeit erörtert), sondern viel mehr einige Grundlagen legen, damit wir eine Basis für die zukünftigen Diskussionen haben. So fällt es mir leichter wenn der Begriff Zeit kommt, auf diesen Eintrag zu verweisen, statt mich immer wieder zu wiederholen.

Ein solch tiefgreifender Begriff wie Zeit kann dabei nie erschöpfend gefasst werden, genauso wenig wie mein letzter Beitrag über Freiheit. Es stellt somit eine Momentaufnahme dar, die ich nach belieben ergänze oder abändere – ganz nach den Argumenten, die Sie mir als Kommentar hier liefern können!

Kommen wir also zum Begriff der Zeit. Fürs erste würde ich gerne zwei Unterscheidungen von Zeit machen:

  1. die chronologische Zeit
  2. die relative Zeit

Die chronologische Zeit können wir schnell abhandeln, da sie sehr gut wissenschaftlich dokumentiert ist und mit einer hohen Genauigkeit Zeitabschnitte zu unterteilen vermag. Ob das Maß zur Messung nun die Zerfallsrate eines radioaktiven Isotops ist oder der „Takt“ eines Quarz ist dabei von untergeordneter Bedeutung.

Wenden wir uns somit der zweiten Unterscheidung zu – der relativen Zeit. Hier könnten wir Einstein ins Spiel bringen, der für Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit (c) mathematisch bewiesen hat, das Zeit relativ ist. Für uns Menschen ist diese relative Zeit nahe der Lichtgeschwindigkeit aber nicht fassbar – so schnell werden wir in absehbarer Zeit nicht sein, auch nicht auf der Überholspur einer dreispurigen Autobahn!
Und dennoch empfinden wir Zeit relativ. Es gibt Momente, da scheint die Zeit wie im Fluge zu vergehen und dann wiederum Zeiten, da fließt Zeit wie eine zähe Masse dahin.

Versuchen wir zuerst einmal ein Anfang und ein Ende zu finden, so wie man es bei einem guten Projekt her kennt. Denn ein Projekt zeichnet sich durch ein definierten Anfang und ein definiertes Ende aus und dem Ziel – alles andere ist kein Projekt 😉
Das Ziel haben wir ja bereits, wir wollen ergründen, was es mit der relativen Zeit auf sich hat. Also zurück zur Suche nach dem Anfang und dem Ende. Das Ende würde ich gerne mit dem Zeitpunkt gleich setzen, sobald wir etwas, das wir uns vorgenommen haben, erreicht haben. Bleibt also noch der Anfang. Hier möchte ich auch mit einer Hypothese starten – und zwar mit der Annahme das der Startzeitpunkt mit dem der Idee zusammen fällt. Also mit jenem Zeitpunkt, wo wir eine Vorstellung von dem haben, was wir gerne erreichen würden.

Ein Beispiel soll das verdeutlichen: uns kommt eine schöne Bildaufnahme längst vergangener Zeit in die Hände, Erinnerungen werden wach und wir möchten gerne öfters an diese schöne Zeit denken. Wir beschließen, das Bild an die Wand zu hängen und zwar mit einem passenden Rahmen und an einer passenden Stelle. Hier setzen wir nun unseren Startzeitpunkt. Der Endpunkt ist gleichwohl der, an dem das Bild dann an der passenden Stelle hängt – Perfektionisten brauchen zusätzlich noch eine Wasserwaage 😉
Alles was dazwischen ist, definiere ich jetzt als die relative Zeit! Und diese ist individuell verschieden, denn:

  • die einen stehen schon an der richtigen Stelle und müssen diese nicht erst suchen,
  • die anderen haben bereits den passenden Rahmen und müssen ihn nicht kaufen,
  • wiederum andere haben Hammer und Nagel,
  • die nächsten müssen zuerst um „Erlaubnis“ fragen,
  • dann gibts vielleicht noch jemand, der beim Hammern eine Stromleitung trifft,
  • oder der Nachbar kommt und klopft mit – leider an der Haustür wegen dem Lärm…

Ich überlasse es Ihrer Phantasie, wie viel individuelle Zeit vergehen kann, bis das Bild an der Wand hängt.

Das faszinierende dabei ist jedoch nicht die Zeit, die chronologisch zwischen den beiden Zeiten liegt, sondern wie Frei sie sich fühlen, während sie die Zeit zwischen Anfang und Ende füllen. Wollen Sie unbedingt das Projekt zu Ende bringen, so ist jede Verzögerung purer Stress und wer will schon Stress, also fühlt sich das ganze unheimlich zäh an. Das andere Extrembeispiel wäre, sie freuen sich unheimlich auf das Ergebnis, dass Sie schon vor dem inneren Auge haben. Alles fügt sich und ist Teil der Vorfreude auf das Ergebnis an der Wand. Dazwischen gibt es unglaublich viele Schattierungen. Wir könnten damit auch statt relativer Zeit individuelle Zeit sagen. Ich würde aber dennoch bei dem Begriff relativer Zeit bleiben.

Auf eine Parallele möchte ich noch abschließend hinweisen, falls Sie diese nicht schon selbst gefunden haben. Die Parallele liegt in dem letzten Beitrag über die Freiheit. Nur wenn wir keine Blockaden haben, welche sich durch Angst äußern, empfinden wir die relative Zeit als Kurzweil. Blockaden vermeiden lassen sich am leichtesten, in dem wir keine Erwartungen haben – in dem wir los lassen!

Ich werde in den nächsten Tagen noch einen Beitrag zum Thema Angst liefern und dann auch hier verlinken. Für den Augenblick muss dies hier genügen. Damit schließe ich mit dem wiederholten Aufruf den Beitrag zu kommentieren, denn nur so wird er erweitert!

Doch zum Abschluss noch ein Zitat, diesmal von Jules Romains:

Die wirklich tätigen Menschen erkennt man daran, dass sie Zeit haben.

Nachtrag: Noch ein passendes Zitat

Zeit ist überhaupt nicht kostbar, denn sie ist eine Illusion.
Was dir so kostbar erscheint, ist nicht die Zeit,
sondern der einzige Punkt, der außerhalb der Zeit liegt: das Jetzt.
Das allerdings ist kostbar.
Je mehr du dich auf die Zeit konzentrierst, auf Vergangenheit und Zukunft,
desto mehr verpasst du das Jetzt, das Kostbarste, was es gibt.
(Eckhart Tolle)

Das Wesen der Zeit
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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