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Lebenslanges Lernen

Natur_landschaft2Der Begriff ist in aller Munde, ist doch Wissen unsere einzige Möglichkeit in der modernen Gesellschaft – und vor allem des rohstoffarmen Deutschlands – überhaupt überlebensfähig zu sein. So, oder so ähnlich, habe ich das LLL oder L³ oder halt das LebensLange Lernen erklärt bekommen.

Damit ist doch klar, was wir tun müssen oder?

Eigentlich ist es mir nicht so recht klar, denn ich kann ja gar nicht anders als Lernen und das das ganze Leben lang. Wozu also die Forderung nach dem lebenslangen Lernen? Ich kann mich ja gar nicht gegen lernen wehren. Anders ausgedrückt in den Worten meines verstorbenen Mentors Paul Watzlawick:

Man kann nicht nicht lernen!

Übrigens, dieser kurze Gedankeneinschub sei mir erlaubt. Pauls 1968 erschienenes Buch zur Kommunikation ist heute noch lesenswert! Ich habe seitdem kein besseres Buch mehr in der Hand gehabt, welches die menschliche Kommunikation besser be-greif-bar gemacht hat – ich konnte nach dem Lesen von seinem Buch Kommunikation förmlich greifen.
Sorry Frido, wenn ich das so offen sage. Dein Modell der vier Ohren und Schnäbeln ist sehr schön in seiner Schlichtheit, ich bin aber weiterhin der Auffassung, das die vier Seiten nicht gleichverteilt sind. Aber darüber sollten wir uns persönlich austauschen. Ich werde in den nächsten Tagen meine Skizze eines Kommunikationsmodells festhalten und dir zusenden – sei ermutigt, lieber Frido, hier im Blog Deine Kommentare zu hinterlassen!

Zurück zum LLL. Ich behaupte, der Mensch kann gar nicht anders, als zu lernen – bewusst oder unbewusst, das ist ganz egal. Denn würde die Natur vorgesehen haben, dass wir irgendwann aufhören zu lernen, dann wären wir nicht mehr anpassungsfähig an Änderungen und das sind wir nicht!

Gerald Hüther hat diesbezüglich einen schönen Vortrag gehalten, ich glaube es war dieser hier (ist schon eine Weile her, als ich diesen gesehen habe):

Ich meine die Stelle wo Gerald Hüther von dem Rentner, der seine Liebe in China verloren hat und nun plötzlich Chinesisch lernt.

Das ist ein wichtiges Faktum des Lernens. Zum Lernen braucht es nicht nur das Organ, welches sich für gewöhnlich zwischen den Ohren befindet, man braucht auch Emotionen. Ich möchte das jetzt eigentlich gar nicht weiter vertiefen, denn sie haben ja jetzt die google Stichwörter „Lernen Emotionen“ und können selber suchen. Eines ist mir aber noch wichtig zu erwähnen. Ohne Emotionen gelingt Lernen nicht nachhaltig. Dabei ist das Gehirn nur der Speicher, die Emotionen sind der Katalysator. Ohne all zu wissenschaftlich zu werden noch ein Satz dazu. Die Natur ist klüger als wir glauben – aber das können sie alles in meinem ersten Büchlein nach lesen. Die Natur kennt das Wort „Verschwendung“ nicht, sie denkt nicht an Vermeidung, sondern an Potenzialentfaltung. Dennoch geht die Natur nicht verschwenderisch um – und da wir Teil der Natur sind, wir Menschen auch nicht. Und so kommt es, dass wir uns Dinge nur merken, wenn das Aktivierungspotential ausreichend groß ist. Der Katalysator um dieses Aktivierungspotential hoch zu kommen sind genau die besagten Emotionen. Wer hier noch etwas mehr Input möchte, dem schicke ich gerne meine Vorlesungsfolien zum Thema Neurobiologie (Stand: 2010).

So, wenn wir das soweit klar haben, dann können wir uns noch zum Abschluss an all diejenigen wenden, die irgendwann sagen: „ich bin zu alt, das lerne ich nicht mehr!“. Und sie haben recht! Wie bitte? Vorher habe ich doch gesagt, man kann nicht nicht lernen. Tja, das war halt nicht die ganze Wahrheit, es gibt einen Trick und der ist ganz einfach: Unterdrücken sie alle Emotionen beim Lernen und reden sie sich ein, sie können das eh nie begreifen. Dann klappt das tatsächlich, dass Sie nichts lernen. Falls sie Probleme damit haben, es gibt sicher in ihrem Umfeld Unterstützung, die ihnen helfen, beim Lernen zu scheitern 😉

Falls sie keinen finden, der sie beim Scheitern unterstützt, dann können sie vielleicht in unserem Bildungssystem fündig werden?!

Okay die Sache ist zu wichtig, dass der Eintrag so endet. Gemeinsam mit Ingo und Bernd haben wir vor ein paar Monaten die Regionalgruppe Karlsruhe von Gerald Hüthers mit getragener Initiative „Schule-im-Aufbruch“ (SiA) gegründet. Seien Sie ermutigt, daran mit zu wirken oder falls Sie eine Schule sind, die gerne Potentialentfaltung umsetzen möchte, sprechen Sie uns an!

Zum Abschluss noch ein Videobeitrag zu SiA:

Lebenslanges Lernen
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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