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Lernen zu Lernen

Personen_freestyle2Heute ist schon ein seltsamer Tag, aber der Reihe nach. Heute war in der Schule pädagogischer Tag und im Kindergarten gleichzeitig auch ein pädagogischer Tag, dazu kam noch, dass meine Frau, die dieses Angebot eigentlich wahrnehmen wollte, krank ist – jedoch sich für den Inhalt interessiert hat. Es ging um Montessori-Material und dem Umgang mit selbigem. Mein Interesse war auch entsprechend groß, so dass ich gerne für Sie eingesprungen bin, auch wenn es sehr kurzfristig war und ich eigentlich etwas ganz anderes machen wollte.

30 Minuten vor dem Start klingelte es dann auch noch an der Tür und mir wurden freundliche Fragen gestellt. Aber das Thema ist ein eigener Eintrag wert, den ich heute noch vorhabe zu schreiben, die die gestellten Fragen waren tiefgreifend – z.B. ob ich an die Wiedergeburt glaube – so ein Thema sollte man nicht über die Sprechanlage klären.
/edit: der Artikel befindet sich nun hier…

Okay, ich war damit knapp dran, da das Thema ja nicht gerade in 10 Sek. abgehandelt werden kann. Kam aber noch pünktlich an, um alles mit zu bekommen. Dann habe ich den Fehler gemacht – oder vielleicht auch nicht?! denn Erkenntnisgewinn kann eigentlich kein Fehler sein oder? Also gut, bleiben wir Sachlich, ich habe die 10 Minuten bis zum Start genutzt, noch schnell meine Mails zu checken und habe natürlich Oeconomicus Beitrag gelesen. Danke lieber Freund für deine Mühen – ich bin mir sicher das es nicht vergebens war, auch wenn wir an den „Geschicken“ nichts ändern können, so gibt es doch eine höhere Gerechtigkeit – ich nenne diese einfach Natur.

Also ich war etwas abgelenkt, habe es aber dank der sehr guten Einführung und dem spannenden Material geschafft, nicht mehr an den Artikel zu denken. Ich habe mich förmlich in das Material herein versetzt und wollte die tieferen Zusammenhänge des Montessori-Materials erkennen. Ich wusste bisher nur Oberflächlich von dem Material und war natürlich begeistert, dass es hier um Mathematik also um logische Zusammenhänge ging. Einfach Genial die Idee mit dem Würfel! Und was tut der Roland wenn er begeistert ist? Okay, die, die mich kennen kennen die Antwort: er denkt mit und stellt Fragen.

Ich merkte mehr und mehr, dass ich mich unwohl fühlte. Ich versuchte es also mit Rosenbergs-Technik (was aber irgendwie nicht so richtig ankam, auch wenn ich „lehrbuchmäßig“ vorging und nur von mir und meinen Gefühlen ausging –  so der Weisheits letzter Schluss scheint es nicht zu sein, wenn die „anderen“ es gar nicht hören wollen! Zumindest so kam es bei mir an, als mein Gesagtes einfach im Raum stehen gelassen wurde bzw. mit einer Rechtfertigung gekontert wurde…) oder mit Bitten, ob ich etwas Fragen durfte. Die Bitte wurde auch entsprochen, aber es kam mir nicht ehrlich vor – das will nicht heißen, dass es nicht so gemeint ist, nur wie es bei mir ankam. Kurz gesprochen, ich kam mir als „Störer“ vor. Nun ja, dass ganze ging mehr oder weniger so weiter bis zur Pause und es kam mir vor, als ob meine Einwürfe nicht allgemein als bereichernd aufgefasst wurden. Es ist mir auch klar, wieso. Das ist nichts neues. Ich neige dazu, mit meinen Verknüpfungen die ich herstelle, Menschen zu überfordern. Das ist aber im Regelfall auch nicht die Menschen, die ich Erreichen will – daher ist es mir einerlei. Ich will hier nicht pauschalisieren, da ich aber zuvor schon mein Lernprinzip dargelegt habe gehe ich hier nicht nochmal drauf ein. Fakt ist, dass nicht alle in der Gruppe dies als störend empfanden und diese sicher etwas traurig sind, dass mein „Input“ nun fehlt, denn ich bin nach der Pause gegangen. Zuvor hatte ich aber noch ein klärendes Gespräch und so ist alles im Reinen. Auf der Rückfahrt mit dem Fahrrad konnte ich die 15 Minuten Strecke wieder abschalten und über das WIE nachdenken. Es ist mir folgendes klar geworden:

meine Art zu Lernen muss grenzenlos sein – nur dies wird mir und meiner Person gerecht. Eine Schule – ganz egal, wie offen diese für neue Lernmethoden ist – grenzt ein und begrenzt damit das Denken und bei manchen aus Angst auch das Handeln. Das sind dann meistens die Personen die nur still da sitzen. Dabei haben diese sicher genügend Fragen und Anregungen, aber sie stellen sie nicht. Angst wird aber ein gesondertes Thema sein.

Somit ist für mich klar. Eine gute Schule ist die Schule des Lebens im Leben. Und dies grenzenlos. Vielleicht lohnt es sich, den Gedanken, den gestern Alia Ciobanu mit ihrem Buch „Revolution im Klassenzimmer“ so schön vermittelt hat, etwas weiter zu denken – vielleicht zum Prinzip zu machen. Liebe SiA-Regionalgruppe, ich hab da bei unserem nächsten Treffen am 2.12. ein kleinen „Anschlag“ auf Euch vor, ich möchte Euch von diesem Gedanken überzeugen. Falls Sie lieber Gerald Hüther hier mit lesen, seien Sie ermutigt, uns zu unterstützen. Eine Mail dazu werde ich sicher noch schreiben, zuvor kommt aber die unabhängige Regionalgruppe zu Wort.

Ich hoffe, dass hier einige Eltern rein lesen. Ich möchte keine persönlichen Konflikte – ich möchte vielmehr verstehen und das kann ich anderswo besser. Bücher sind ein guter Einstieg, aber nicht mehr. Ich bin mir aber sicher, es findet sich der (für mich) richtige Austauschpartner bzw. die Austauschpartnerin. Zuerst werde ich aber mal etwas Material basteln und da habe ich sicher von meinen Jungs gute Unterstützung – wir müssen nur noch Holz einkaufen, der Rest ist in der Werkstatt…

P.S.: Ich füge nach und nach noch Quellen hinzu, wo ich z.B. das Montessori-Material beziehe, vielleicht finde ich auch eine Bauanleitung oder schreibe selber eine, das Buch was ich lesen werde etc. – von daher immer mal in den Artikel rein schauen, der wir noch wachsen – genau so wie ich. Daher Danke für den Impuls, den ich heute erfahren habe.

Ach bevor ich es vergesse, klar ich wiederhole mich, aber das ist mir egal – dafür gibts noch ein Zitat hinterher. Ich bin in dem Bereich Montessori-Material völlig unbedarft und bin auf die Hilfe von Euch angewiesen. Bitte hinterlässt als Kommentare Tipps für mich und die anderen Leser. Danke!

So und jetzt das Zitat zum Abschluss (diesmal eher für mich als „Mahnung“):

Der Gebildete treibt die Genauigkeit nicht weiter, als es der Natur der Sache entspricht. (Aristoteles)

Bevor jetzt ein falsches Bild von mir entsteht. Es wurde mir natürlich gleich „unterstellt“, dass ich zu unruhig bin, nicht loslassen könnte. Dies möchte ich klar zurückstellen – danke Herr Cube für den Vortrag und unser schönes Gespräch an der frischen Luft beim letzten AKWM. Dank Ihrer Erfahrung kann ich nun Unruhe nun von Flow unterscheiden. Falls sie es nicht können, sollten sie eines von Hr. Cubes Bücher lesen! Sehr empfehlenswert. Apropos lesen, sind sie bei der Rückfahrt dazu gekommen, mein Buch zu lesen und möchten mir ein Feedback geben?!
Falls das immer noch nicht als Beweis reicht, musst Du lieber Glen mich „Retten“. Kann ich beim QiGong loslassen? Ich meine schon, denn ich komm immer entspannt nach Hause. Danke dir dafür!

Fast vergessen, die geniale Idee mit dem Tetraeder ist nicht von mir. Hab ich von Albrecht Beutelspacher abgeschaut. Dabei bin ich stolz auf mich – ich habe alle geometrischen „Zaubereien“ ihres Vortrags ohne Aufschrieb behalten. Das ist es, was einen außergewöhnlichen Lehrer aus macht. Sind Sie schon zum Lesen meiner Mail von letzter Woche gekommen?!

So jetzt hab ich alles geschrieben, was mir eingefallen ist. Platonische Körper vielleicht noch, aber sonst könnt ihr den Rest meines Inputs auch ohne mich erforschen. Ich glaube das ist besser, als wenn ich der „Lehrer“ bin.

So dann aber Schluss mit einem Zitat von Maria Montessori:

Hilf mir, es selbst zu tun. Zeige mir, wie es geht. Tu es nicht für mich. Ich kann und will es allein tun. Hab Geduld meine Wege zu begreifen. Sie sind vielleicht länger, vielleicht brauche ich mehr Zeit, weil ich mehrere Versuche machen will. Mute mir Fehler und Anstrengung zu, denn daraus kann ich lernen.

P.S.: Es soll auch Menschen geben, die weniger Zeit brauchen. Daher habe ich das vielleicht hervorgehoben.

Tipps zu Montessorimaterial:

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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6 Kommentare zu Lernen zu Lernen

  1. Na da bin ich gespannt, wie genau dieser Anschlag auf die Regionalgruppe aussieht 🙂 Vielleicht kannst Du mir ja schon was vorab erzählen, falls Du am Mittwoch in die Schauburg kommst.

  2. Lieber Roland,

    da unsere Tochter ja in die Montessori-Schule geht, finde ich das Zitat sehr passend… und das selber entdecken entspricht meinem Wesen. Glaube aber das brauche ich auch noch Zeit um dieses Prinzip im Umgang mit anderen durchgängig durchzuhalten. Schließlich wurde man ja auch ein halbes Leben anders sozialisiert und hoffentlich brauche ich nicht ebenso lange… mich zu ändern, aber vielleicht sollte ich mir auch die Zeit einfach gönnen… es heißt ja nicht ohne Grund: „lebenslanges Lernen“, da besteht ja noch Hoffnung 😉

    • Ist das nicht eine Waldorfschule? Ich habe am Freitag einen interessante Lesung beigewohnt (siehe Beitrag http://www.schnappfischkapitalismus.de/2013/11/scheinjaeger/ ) bei dem ehemalige Waldorfschüler/innen eine eigene Schule gegründet haben. In Ihrem Buch beschreibt Alia eindrücklich, wie es in dem Waldorfkonzept einen Buch von der Mittel- zur Oberstufe gibt.
      Ich bin mir nicht sicher, ob in der Waldorfschule die „Philosophie der Freiheit“ von Rudolf Steiner allgemein zum Tragen kommt.

      Vielleicht gibts dazu ja Beitragswünsche…

  3. Lieber Roland,

    genau an diesem Punkt hattest Du mir nicht zugehört… unsere Tochter geht in eine Montessori-Schule und das ist schon ein großer Unterschied. Das zu entdecken überlasse ich Dir selber…

    Ich habe vielleicht nicht alle Hinweise von Dir gelesen, für mich war es manchmal einfach zu viel…. man sollte den Lerner auch nicht überfordern 😉 aber den Grundgedanken habe ich immer versucht zu erfassen und für mich zu reflektieren.

    Denke in vielen Punkten sind wir ja einer Meinung und da ja alles im Fluss ist, bin ich auch auf meine praktischen Erfahrungen im nächsten Jahr gespannt… denke auch das man es „TUN“ muss, um echte Erfahrungen zu haben… und das ist entscheidend für das „Lernen“.

    • Danke Carsten für Dein Kommentar. Zugehört habe ich dir wohl nur mein Gedächtnis lässt mich zuweilen im Stich, dann frage ich lieber nach, bevor ich etwas unterstelle.
      Ich freue mich, dass Du handeln willst. Seit dem gestrigen Filmbesuch werde ich das auch im Bildungssystem tun. Gerne schaue ich mir die Montessori-Schule an – könntest Du bitte für mich nachfragen, ob ich dort einen Tag hospitieren kann?

      Hier mein Beitrag zum gestern Erlebten: http://www.schnappfischkapitalismus.de/2013/11/gesellschaft-am-scheideweg/

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