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Das richtige Weihnachtsgeschenk

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Weihnachten steht vor der Tür und damit auch die Frage, was Mann und Frau denn ihren Kindern schenken können. Die Darbietungen sind vielfältig und so freut man sich vielleicht, dass es einem zumindest hinsichtlich des Geschlechts, so einfach gemacht wird. So reduziert sich die Auswahl auf rosarot oder blau. Doch halt, ist das nicht zu kurz gedacht? Prägen wir nicht damit ein Gesellschafts-Geschlechter-Rollenbild? Werden wir dadurch nicht zum Problem statt zur Lösung? Die nachfolgenden Gedanken sollen hier etwas Licht spenden…

Klassisches Farbschema rosarot/blau war nicht immer so

Zuerst einmal sei angemerkt, dass diese typische Farbaufteilung nach rosarot (= Mädchen) und blau (= Junge), nicht immer so war. Im letzten Jahrhundert, noch bis in die 60er Jahre, war es genau umgekehrt. Das mag daher kommen, dass die Jungfrau Maria in einem blauen Gewand dargestellt wurde, ihr Sohn als Jesuskind in ein rosarotes Tuch gewickelt war. Auch wissen wir aus der Forschung, dass Mädchen und Jungen in den frühen Jahren noch gar nicht so geschlechtsspezifische Fähigkeiten haben, wie wir allgemein glauben. So kann man mit dem so genannten Priming – die Einimpfung von (oder gegen) Geschlechterklischees – spannende Resultate erzielen. Sagt man nämlich Frauen, dass sie eine Begabung für räumliches Vorstellungsvermögen haben, so erzielen diese in Tests vergleichbare Ergebnisse wie Männer. Auch kann man Männern mit der gleichen Methode sagen, dass sie sehr empathisch sind und kann dies mit anschließenden Tests belegen.

Nun versuchen wir als Eltern (und als Gesellschaft) aber bereits möglichst früh, den Sinnesraum der Kinder zu beschneiden. Mädchen sollen mit Puppen spielen, Jungs mit Autos. Ein Junge, der mit einer Puppe durch die Gegend läuft, zeigt zumindest Charakter – den braucht er auch nach dem „Getuschel“ hinter seinem Rücken! Wenn er dann auch noch einen Rock anzieht, fehlt wenig bis zur gesellschaftlichen ‚Ächtung‘.

Frühkindliche Stärkung des Charakters hält ein Leben lang

Dabei stärkt es gerade den Charakter und die kindliche Entwicklung, wenn Kinder ohne prägendes Geschlechterbild aufwachsen können. Wenn ein Mädchen zu König Artus wird und gegen Drachen kämpft, genau so wie wenn ein Junge sich um die hilflosen Babypuppen kümmert. Der Erfahrungsschatz, der in dieser Zeit gefunden und für sich erschlossen wird, kann nicht wertvoll genug erachtet werden. Kinder, die mit dieser Freiheit aufwachsen, können weit besser ihr späteres Leben meistern, als die, die schon früh in ein Geschlechter-Rollenbild gezwängt werden.

Bei der älteren Generation wird dies all zu deutlich. Wie viel Frauen haben sämtliche Geldgeschäfte ihrem Mann überlassen und müssen, nachdem dieser verstorben ist, mit einer kläglichen Rente leben? Wie viel Frauen trauen sich heute noch nicht zu, ihre Steuererklärung alleine zu machen, ihre Finanzen zu verwalten? Wie viel Männer gehen lieber heim zu Mutti, um ein warmes Essen zu bekommen und ihre Wäsche der Woche gewaschen zu bekommen? Wie viel Männer überlassen die Kindererziehung lieber den Müttern, statt den Kindern auch etwas von ihrer „wertvollen“ Zeit zu geben?

Mehr Freiheiten beim Spielen lässt Potenziale entfalten

Vieles von dem überspitzt Formulierten ist heute schon etwas offener. In der Tat erleben wir eine Zeit der Freiheit. Aber nutzen wir diese wirklich? Lassen wir Kinder wertfrei aufwachsen? Entscheiden wir uns beim Spielzeugkauf bewusst für die „neutralen“ Spielzeuge – oder doch zum vorgedachten Playmobil in rosarot oder blau?

Ich erinnere mich noch an meine Kindheit wo Spielsachen (anfangs) noch eine Seltenheit waren, aber dann mit dem aufkommen von Playmobil auch bei mir der dringenden Wunsch erwuchs, diese Spielzeuge haben zu wollen. In der Nachbetrachtung wäre ich (damals) lieber bei Lego geblieben, da hier meine Phantasie die Hauptrolle spielte und nicht die „Vorgaben“ der Packungsbeilage. Wenn ich heute bei meinen drei Jungs sehe, wie sehr sich die Spielvorgaben bereits verdichtet haben, bin ich froh, dass die Feuerwehrleiter auch als Säge verwendet wird und als Schwert. Auch wenn ich manchmal am Zweifeln bin, wie lange die Feuerwehrleiter hält…

Ursachen beheben, statt Symptome bekämpfen

Wenn wir als Gesellschaft unsere Probleme langfristig lösen wollen, dann müssen wir an den Ursachen unserer Probleme ansetzen. Es bringt uns recht wenig, wenn wir Frauenquoten fordern oder ein Verbot von dies und jenem. Wir müssen die frühe Prägung der Geschlechterrolle aufbrechen und die Potenziale der Kinder sich entfalten lassen. Dann stellt sich gar nicht mehr die Frage, ob Frauen in Führungspositionen fehlen oder Männer in den Kindergärten – sie sind dann einfach da! Dann würde auch die momentane Emanzipationsbewegung, dessen Lanzenträgerin Alice Schwarzer ist, nicht als so fehlgesteuert wahrgenommen werden.

Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Freude beim Einkaufen der richtigen Weihnachtsgeschenke und falls Sie diese schon besorgt haben – es ist noch genügend Zeit für einen Umtausch, denn geöffnet sollten diese doch noch nicht sein oder?

Es hört doch jeder nur, was er versteht.
(Johann Wolfgang von Goethe)

Abschließender Hinweis:
Ein besonders interessanter Artikel zu der Geschlechterrolle findet sich unter dem Titel „Rosa Prinzessin & wilde Räubertochter“ in der Oktober-Ausgabe 2013 der im arbor-Verlag erscheinenden Zeitschrift „Mit Kindern wachsen“.

Nachtrag: Beitrag erschien auch als Gastbeitrag auf geolitico.de

Das richtige Weihnachtsgeschenk
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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1 Kommentar zu Das richtige Weihnachtsgeschenk

  1. Kinder sind in erster Linie Individuen mit eigenen Vorstellungen. Gerade was Geschenke angeht wissen sie genau, was sie wollen. Was sie nicht wollen, ist von Pappi und Mammi genderistisch korrekt geschlechtsneutral beschenkt zu werden.

    Es ist nun Mal eine Tatsache, dass es Jungsinteressen und Mädcheninteressen gibt. Es ist auch eine Tatsache, dass einige Kinder abweichende Interessen entwickeln, die man auch fördern muß. Kinder, die mit anderen Kindern aufwachsen, haben ja im Alltag die Möglichkeit Mädchen- bzw. Jungsspielzeug auszuprobieren und so zu erfahren, was ihnen gefällt. Dazu braucht es keine elterlich Begleitung und vor allem keine gesellschaftliche Maßregelung. Außerdem wissen Mutter und Vater selbst am Besten welche Interessen und Fähigkeiten ihre Kinder haben und können diese ganz individuell in der Familie fördern.

    Aber bei aller pädagogischen Förderung, eins ändert sich nie: Jungs bekommen KEINE Kinder! Das bleibt nur den Mädchen vorbehalten. Kinder brauchen Vater und Mutter und ihre Eltern die weise Hilfe der Großeltern. Das ist normal. Der Teil der Gesellschaft, bei dem die Frauen KEINE Kinder kriegen stirbt aus. So einfach ist das und so wird auch die Genderismusbewegung und Alice Schwarzers fehlgeleitete Emanzipationsbewegung verschwinden.

    Gruß, EO

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