News Ticker

Rastplatz Wissensgesellschaft

Natur_landschaft8Es gibt Rastplätze, die besuchen wir gerne – z.B. auf einer Urlaubsfahrt um ein Picknick-Päuschen ein zu legen – und es gibt Rastplätze, da wollen wir uns nur schnell von einem „Druck“ erleichtern um diesen schnell wieder hinter uns zu lassen.

Nun gibt es in unserer Gesellschaft auch solche Rastplätze. Die Wissensgesellschaft ist so einer, von dem ich hier berichten möchte. Für diejenigen, die nur wenig Zeit haben, genügt dabei folgender Erfahrungswert:

die Wissensgesellschaft bringt unserer Gesellschaft rein gar nichts,
solange wir nicht lernen zu Handeln!

Die Wissensgesellschaft darf also nur ein gesellschaftlicher Lagerplatz sein, aber nie das Ziel der Reise. Warum? Weil wir dann nur wissen (was wir Wissen) aber noch lange nicht handeln. Klaus North hat hierzu ein sehr anschauliches Bild erstellt, die sog. Wissenstreppe. Hier ein Bild aus meiner Wissensmanagement-Vorlesung von 2003:

Wissenstreppe

Damit ist eigentlich alles gesagt und es dürfte in dem Kontext „Wissen“ auch die am häufigsten zitierte Treppe sein. Diese möchte ich ihnen gerne als Eselsbrücke schmackhaft machen. Denken Sie immer an diese Treppe, wenn sie etwas Lernen. Solange sie nicht zum Handeln kommen, also auch Können und Wollen (!), brauchen sie es nicht lernen. Zumindest nicht aus Sicht der Gesellschaft und die bezahlt ihre Schul-, Uni- und was noch alles Ausbildung!

Da mir dies so wichtig ist, schreibe ich jetzt noch ein Beispiel dazu:
Sind sie nicht auch beeindruckt von Menschen, die sich unheimlich viel merken können? Wissen sie, was sie tun müssen, um das “Unheimliche” zu etwas “Heimlichen” zu machen? Genau, sie müssen diese Menschen einfach nur fragen, wie sie es tun. Wenn sie das tun, bekommen sie zu ca. 80% die Antwort, dass sie sich eine Geschichte dazu merken. Sie packen also nicht irgendeinen Koffer sondern sie erzählen sich eine Geschichte WIE sie diesen Koffer packen – andere gehen durch einen Raum und greifen die Dinge etc.

Es ist immer eine (Bilder-)Geschichte, an die es sich erinnern lässt und damit an das, was damit verknüpft ist. So nun wissen sie, wie es funktioniert. Sie können noch paar Bücher dazu lesen, dann wird es klarer und die Anleitung gibt es auch meist noch gratis dazu. Das Wesentliche ist aber, tun sie es auch? Wenden Sie das Wissen auch an? Und da sind wir wieder beim Wollen – ich behaupte, das sie es nicht tun und auch Gründe finden. z.B. ich bin viel zu unkreativ und kann mir keine Geschichte ausdenken (das wäre ja kein Problem, denn das kann man ja üben). Das kostet mich viel zu viel Zeit, da schreibe ich es lieber auf etc. Alle diese Argumente sind Scheinargumente und nichts Wert. Diese bringen sie nicht weiter, denn nur wenn sie es tun, kommen sie auf der Wissenstreppe weiter! Also fangen sie an. Gehen sie bei sich durch die Wohnung und sammeln sie Gegenstände ein die hier herum liegen und sprechen sie laut. Mit ausreichend Übung geht das dann auch leise und mit beliebigen Gegenständen und auch im Dunkeln vor ihrem geistigen Auge. Das ist fast so wie Einparken. Oft genug geübt und es wird zur Routine.

Mein Plädoyer an sie ist nun, kümmern sie sich nicht um die Wissensgesellschaft, werden sie Mitglied in der “Handelsgesellschaft 2.0″! Werden sie aktiv, noch heute! Handlungsthemen gibt es ausreichend viele, da ist für jeden etwas dabei!

Sie tun dabei etwas gutes, denn viele von uns Bloggern wünschen sich eigentlich einen gesunden Schlaf und wollen eigentlich nur unsere Ruhe – aber wollen wir das nicht alle? – bekommen diese aber nicht und schreiben über die gesellschaftlichen Zustände. Machen Aufrufe und nichts passiert. Wissen Sie, wie frustrierend das sein kann?! Sie organisieren eine Demo z.B. gegen die zunehmende Überwachung und es kommen gerade mal 200 Personen? Sie starten eine Onlinepetition gegen ihre schleichende Unmündigkeit und es fehlen ein paar Stimmen? Dabei ist es doch sogar ihre Christenpflicht etwas zu tun, denn ist die Faulheit nicht eine Charaktereigenschaft der Todsünde?

Es ist mir klar, dass die Komfortzone so schön kuschelig ist und man diese am liebsten so beibehält. Das hat aber mit ihrem vorigen Leben zu tun. Das ist der Urinstinkt im Bauch ihrer Mutter. Da will eigentlich jeder wieder unterbewusst zurück, da dort doch die Welt (noch) in Ordnung schien, Sicherheit und Liebe herrschte und das 24/7, aber dann kam der Tag ihrer Geburt und ihre Uhr wurde auf null gestellt, so wie unsere gemeinsame Christenuhr vor gut 2.000 Jahren. Es ist also vorbei mit der Komfortzone, sie können nicht wieder in ihre Mutter hineinkriechen. Sie müssen jetzt nach vorne Blicken in eine ungewisse Zukunft. Sie müssen sich das Unbekannte zum Bekannten machen und lernen, täglich und immer fort. Nur so funktioniert die Welt, nur so können wir uns ihrer erschließen. Wenn sie es nicht tun, erschließen andere für uns die Welt und das tun sie auf ihre Art und Weise – und nicht nach ihren Wunsch-Regeln! Dann dürfen sie auch nicht auf die Banken, Hedge-Fond-Manager, Politiker etc. schimpfen, denn sie tun immerhin etwas! Wenn ihnen dies nicht gefällt, was sie tun, dann sagen sie es, denn:

Sag laut, was du willst. Wer schweigt, kriegt die Reste.

oder

Jammere nicht, wie schlecht es Dir geht. Dafür geht es anderen ja besser.

Vielleicht ist ‚denen‘ das noch gar nicht klar, da die Selbstreflexionsphase noch nicht eingesetzt hat. Aber anzunehmen, es ändere sich etwas, wenn man nur da sitzt und wartet bis der Arzt kommt ist auch keine Lösung – wo kommen wir dann mit dieser Denkweise hin? Sicher nicht zu einem gesunden Gesundheitssystem, bei den vielen Arzteinsätzen!

Also nochmal, tun sie es. Oder mit den Worten von Bernard Shaw:

Erfahrungen sind Wegweiser – keine Lagerplätze!

Um es abschließend nochmals mit einem eigenen Zitat auf den Punkt zu bringen:

Um Freiheit zu erlangen muss ich Angst überwinden und bereit sein,
auf Sicherheit und Komfort zu verzichten!

Wenn mir Komfort und Sicherheit so wichtig sind, darf ich mich jedoch nicht wundern, wenn ich in der Sklaverei lebe – oder glauben sie, sie waren im Bauch ihrer Mutter wirklich frei und konnten tun und lassen was sie wollten? Warum sehnen sie sich dann unterbewusst nach diesem Ort?!

Nachtrag:
Weitere Kommentare zu diesem Beitrag auf iknews. Youtube-Podcast zum Beitrag.

Alles, was ich weiß, ist, dass ich nichts weiß:
Die Theorie bricht zusammen, und es bleibt als Sinn des Lebens die Praxis, die Tätigkeit. Nicht das Erkennen wertet das Leben, sondern die Tat.
(Oswald Spengler)

Der eigentliche Zweck des Lernens ist nicht das Wissen, sondern das Handeln.
(Herbert Spencer)

Rastplatz Wissensgesellschaft
0 Stimmen, 0.00 durchschnittliche Bewertung (0% Ergebnis)
Über Ro!and (394 Artikel)
Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
Kontakt: Webseite

5 Trackbacks & Pingbacks

  1. Schwarmintelligenz?! | Schnappfischkapitalismus
  2. Bitcoin aus der Ferne betrachtet | Schnappfischkapitalismus
  3. Wenn ich ein Adler wäre… | Schnappfischkapitalismus
  4. Die Quelle von Erfolg | Schnappfischkapitalismus
  5. Wenn Informationszwang zur Hetzjagd wird | Schnappfischkapitalismus

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.




Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.