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Über die Liebe

Schnappfisch-1751Sein Leben war einsam und trostlos, noch nie hatte er Liebe verspürt. Alles was er über Liebe weiß, hat er sich von anderen erzählen lassen. Eines Tages nimmt er alle Kraft zusammen und fleht Gott an, er möge ihm auf seine letzten Tage auch einmal spüren lassen, was Liebe ist.

Der Frühling kam und mit ihm ein wunderschöner Schmetterling in seine Wohnung. Sofort begriff er, dass dies ein Zeichen von Gott sein muss, war doch bisher noch nie so ein wunderschönes Wesen bei ihm gewesen.

Schnell machte er sich auf, ein großes Gefäß zu holen – eine prachtvolle Kristallvase. Beim Versuch den Schmetterling zu fangen, flog dieser aber wieder zum Fenster hinaus.

Er nahm sich nun vor, zuerst das Fenster zu schließen, bevor er den Schmetterling einfangen wollte. Der nächste Tag kam – leider aber kein Schmetterling. So richtete er eine Schale mit Zuckerwasser und siehe da, der Schmetterling war wieder an seinem Fenster und flog zur Wohnung hinein.

Schnell schloss er das Fenster. Als er sich aber wieder umdrehte war der Schmetterling weg. Die Schale mit dem Zuckerwasser war nicht angerührt.

Abermals stellte er eine Schale mit Zuckerwasser auf, diesmal wollte er sich voll und ganz auf den Schmetterling konzentrieren und das Fenster offen lassen.

Auch am nächsten Tag kam der Schmetterling wieder zu ihm und nahm von dem Zuckerwasser. Die Falle schnappte zu. Der Triumph war groß. Es dauerte nicht lange, da verwandelte sich der bunte Schmetterling in dem Glasgefäß zu einem grauen Falter und verstarb.

Er war verzweifelt und versuchte nun ein letztes Mal sein Glück, aber auch diesmal konnte er nichts von dem, was er von der Liebe erhofft hatte spüren. Das schmerzte ihn so sehr, dass er zu Boden sank.

Als er schon die Hoffnung aufgab kam der Schmetterling abermals in seine Wohnung. Seine Kräfte waren so schwach, er konnte nur vom Boden aus den Schmetterling betrachten. Erst jetzt viel ihm auf, wie anmutend er seine Flügel schlug. Wie achtsam er sich Neuem näherte und es erkundete wie unglaublich reich seine Farbenpracht war.

Er genoss den Augenblick wahrer Liebe und verstarb glücklich und zufrieden.

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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