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Weisheit #31: Die leere Tasse

Personen_portrait17Eines Tages kam eine Schülerin zum Meister. Sie hatte schon so viel von dem weisen Mann gehört, dass sie unbedingt bei ihm studieren wollte. Sie hatte alle Angelegenheiten geregelt, ihr Bündel geschnürt und war den Berg hinauf gekommen, was sie zwei Tage Fußmarsch gekostet hatte.

Als die junge Frau beim Meister ankam, saß der im Lotussitz auf dem Boden und trank Tee. Sie begrüßte ihn überschwänglich und erzählte ihm, was sie schon alles gelernt hatte. Dann bat sie ihn, bei ihm weiterlernen zu dürfen.

Der Meister lächelte freundlich und sagte: “Komm in einem Monat wieder.”

Von dieser Antwort verwirrt, ging die junge Frau zurück ins Tal. Sie diskutierte mit Freunden und Bekannten darüber, warum der Meister sie wohl zurückgeschickt hatte. Einen Monat später, erklomm sie den Berg erneut und kam zum Meister, der wieder Tee trinkend am Boden saß.

Diesmal erzählte die Schülerin von all den Hypothesen und Vermutungen, die sie und ihre Freunde darüber hatten, warum er sie wohl fortgeschickt hatte. Und wieder bat sie ihn, bei ihm lernen zu dürfen.

Der Meister lächelte sie freundlich an und sagte: “Komm in einem Monat wieder.”

Dieses Spiel wiederholte sich einige Male. Es war also nach vielen vergeblichen Versuchen, dass sich die junge Frau erneut aufmachte, um zu dem Meister zu gehen. Als sie diesmal beim Meister ankam und ihn wieder Tee trinkend vorfand, setzte sie sich ihm gegenüber, lächelte und sagte nichts.

Nach einer Weile ging der Meister in seine Behausung und kam mit einer Tasse zurück. Er schenkte ihr Tee ein und sagte dabei: “Jetzt kannst du hier bleiben, damit ich dich lehren kann. In ein volles Gefäß kann ich nichts füllen.”

Weisheit #31: Die leere Tasse
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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2 Kommentare zu Weisheit #31: Die leere Tasse

  1. In der Tat.
    Und selbst dann, kann man nicht den ganzen Ozean in eine Tasse füllen.

    Der Verstand ist ein Schwamm, der alles, was schwer und nass ist, in sich aufsaugt.

    Der Weise nährt sich aus dem Herzen, der Narr aus dem Verstand.

    • „Der Weise nährt sich aus dem Herzen, der Narr aus dem Verstand.“

      Wohl wahr. Nur ist das Herz blind ohne den Verstand. Was den Weisen, wenn er nur Herz hat und den Verstand verkümmern lässt, zum Schüler macht.
      Erst wenn er erkannt hat, das beides – Herz und Verstand – eins sind, hat er den Weg der Weisheit gefunden und kann ihn mit beiden Beinen begehen.

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  1. Grenzenloser Reichtum | Schnappfischkapitalismus

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