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Wenn die Natur zickt

Schnappfisch-1916Jetzt ist es wieder Winter und meine Nase reizt mich schon sicher gut eine Woche. Unter Erkältung leide ich nicht, so bleiben eigentlich nur die Pollen, die mir zusetzen. Ich kannte das Phänomen der Frühblüher ja schon und die meldeten sich auch ab und an Mitte Februar, aber bereits Mitte Januar, war mir neu. Gestern waren wir dann noch mit Freunden und Familie wandern und da viel in diesem Kontext der Satz:

Alles ist derzeit außer Rand und Band – nichts mehr ist normal!

Gerade eben beim morgendlichem Fahrradausflug in die Schule und KiGa erzählt mir mein 8-jähriger Sohn davon, dass die Skipisten mit Kunstschnee präpariert werden. Da wir weder Ski fahren, noch dem Fernseh-Konsum erliegen, weiß ich gar nicht, woher er diese Information hat – dennoch ist mir dieses Verhalten nicht unbekannt. Auf der Rückfahrt ohne Kinder ist die Gelegenheit immer ganz passend, über das Gespräch der Hinfahrt nachzudenken und so kommt es zu dem heutigen Beitrag.

Warum machen wir so etwas vordergründig unsinniges wie Kunstschnee, kann die Natur das doch viel besser und noch frei Haus für umme? Okay, in letzter Zeit ist Mutter Natur etwas unzuverlässig geworden. Früher war es noch klarer, zum Winter gabs Schnee und so bauten wir schöne Skilifte und Hotels auf der einen Seite. Auf der anderen Seite wurde schon ein Jahr im Voraus der Ferienkalender gepflegt und die Vorfreude auf das jährliche Ereignis gefeiert. Klar, dass dieses Ereignis keine gutes wird, wenn dann kein Schnee da ist – sind die Alternativen doch völlig ausgeblendet, zumal es sich in Skischuhen wirklich schlecht wandern lässt!

Da ist es völlig klar, wer auf seine Investitionen nicht sitzen bleiben will, investiert nochmals kräftig in Schneekanonen. Ist irgendwie so, wie das Sprichwort „mit Kanonen auf Spatzen schießen“, nur etwas modifiziert:

Mit der Schneekanone in den Himmel schießen.

Ich möchte an dieser Stelle gar kein größeres Fass aufmachen und spare mir hier den Querverweis auf Geo-Engineering oder Chemtrails (okay, irgendwie habe ich es jetzt doch gemacht, aber ich überlasse es Ihnen, die eigenen Schlüsse zu ziehen).
Ich möchte nur kurz darauf eingehen, wie es zu solchen Annahmen bzw. Denkweisen kommt. Mit diesem Rüstzeug können Sie dann selbst ganz andere „Geschichten“, wie den Europäischen Rettungsschirm, die anstehenden Bankenrettungen durch Steuergelder etc. verstehen.

Zuvor muss ich ganz kurz einen Exkurs in Mathematik betreiben. Es gibt einen Unterschied zwischen Wahrheit und Beweisbarkeit. In einem System können wir einzelne Aussagen mit wahr oder falsch belegen. Ein und das selbe System können dabei mehrere Interpretationen haben. Wahr ist eine Aussage (ein Satz) dann, wenn dieser in dem jeweiligen System gilt. Beweisbar ist er aber erst dann, wenn er sich aus zuvor genau definierten Axiomen (Grundannahmen) und Schlussregeln syntaktisch Schritt für Schritt herleiten lässt. Kurt Gödel war derjenige, der vor fast 100 Jahren bewiesen hat, dass es in der Mathematik Sätze gibt, die nicht beweisbar sind. Es gibt in der Mathematik also Sätze die wahr sind, aber dessen Wahrheit nicht beweisbar ist. In der Aussagenlogik (einem Teil der Mathematik, auf den die Informatik basiert) fällt aber Wahrheit und Beweisbarkeit zusammen. Auch hier hat Kurt Gödel gezeigt, dass in der Aussagenlogik alle wahren Sätze auch beweisbar sind – das System vollständig ist.

Was sie jetzt noch brauchen ist die Regel der Implikation, dann können Sie die Aussagenlogik nachvollziehen und auch die falschen Schlussfolgerungen von oben. Die Implikation benötigt zwei Werte A und B und schreibt sich: A –> B. Die beiden Werte können entweder wahr (= w) oder falsch (= f) sein, dann ergibt sich folgende Kombination:

A   B   A-->B
w   w     w
w   f     f
f   w     w
f   f     w

Was vielleicht verwundert ist die Tatsache, dass aus einer falschen Annahme A immer eine wahre Implikation A–>B folgert, egal welchen Wert B hat.

Anders formuliert: wenn die Prämisse falsch ist, ist die restliche Folgerung wahr, ganz egal was folgt. Diese Wahrheit ist aber keinen Pfifferling wert, da sie auf einer falschen Grundannahme beruht. Ein Beispiel:

A ist die Aussage: „Säugetiere legen keine Eier“
B hat den Wert: „Schnabeltier“

Da das Schnabeltier Eier legt (denn das können wir beobachten), ist damit klar, dass das Schnabeltier kein Säugetier ist. Die Logik ist korrekt, aber die Prämisse A leider falsch. Es gibt eierlegende Säugetiere und das Schnabeltier ist eines. Falsch ist nur die Prämisse A, also die Eigenschaft, die Säugetiere über das Eierlegen zu definieren!

Wenn sie nun Zeit und Lust haben, können Sie auch gerne in politischen Talkshows die Argumentationskette von Politikern durchleuchten. Sie müssen eigentlich nur das Argument finden, das als falsche Prämisse an den Anfang gesetzt wird. Der Rest ist dann „lupenreine“ korrekte Logik – zumindest ab der falschen Prämisse, wie Sie nun jetzt wissen.

Viele zukünftige Erkenntnisse mit dieser (neuen) Erkenntnis!

Je mehr wir verstehen, desto geheimnisvoller wird die Natur.
(Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger)

Wenn die Natur zickt
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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