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Eine Zugfahrt, die ist schön…

Zugfahrt-1548Ach, ist es doch herrlich, endlich im Zug zu sitzen und darauf zu warten, dass er los fährt. Längst vergessen der Stress der hinter einem liegt: schnell die Sachen packend, dann noch etwas für die Fahrt einsteckend und eilig zum Bahnhof rennend noch schnell die Abfahrtszeit und das Gleis checkend endlich den Zug sehend einen schönen Platz suchend und dann macht sich die Entspannung breit.

Versunken im breiten Sitz fährt der Zug langsam los. Langsam kommt die Sonne durch das Fenster. Bunte Farben umspielen das Licht. Zeit scheint grenzenlos zu sein. Ich nicke ein.

Ein lauter Knall lässt mich aufschrecken. Wo kam er her? Ich blicke zum Fenster. Die Sonne ist hinter grauen Wolken versteckt – ich kann sie nicht mehr sehen. Auch die Umgebung ist grau. Ein Unbehagen macht sich breit.
Der Zug fährt, das ist gut! Irgendwann sind die grauen Wolken weg und die Sonne scheint wieder, denke ich im Stillen.

Ich döse wieder ein, finde aber nicht recht in den Schlaf.

Abermals werde ich aus dem Schlaf gerissen, mein Handy klingelt. Ich gehe ran. Eine unbekannte Stimme spricht zu mir, sie weiß, wo ich bin und vor allem was ich denke. Ich denke nichts böses, also lege ich wieder auf.

Der erneute Schlaf ist von minderer Qualität. Ich drehe mich, finde aber keine bequeme Position. Zu sehr beschäftigt mich der Anruf. Ich öffne meine Augen und bleibe wach. Draußen immer noch graues einerlei. Keine bunten Farben, kaum Licht nur der Zug kennt seinen Weg und folgt ihm. Ich verlasse mich auf ihn und hoffe auf ein gutes Ziel.

Es beginnt zu regnen. Ich bin froh, dass ich im Zug sitze, abgekoppelt von der Außenwelt. Hier fühle ich mich wohl in meiner Haut.

Es beginnt zu donnern und zu blitzen mir wird flau im Magen. Die anderen Reisenden schauen mich abschätzig an, dann setzten sie sich weg. Um mich herum keine Menschen mehr. Ich fühle mich alleine, ausgegrenzt, voller Schmerz. Was ist geschehen?

Ich schaue an mir herab. Meine Kleidung, die zuvor noch sauber war, ist schmutzig und zerlumpt. Was ist passiert? Wer hat das getan?
Nur der Zug fährt weiter. Wie viel Zeit ist noch bis zum Ziel frage ich mich? Die Zeit wird knapp!

Das Licht im Zug fällt aus, es ist Dunkel – es wird Zeit.
Zeit sich zu entscheiden, denn der Zug kennt seinen Weg und folgt im unwiederbringlich!

Bin ich überhaupt im richtigen Zug?

Anmerkung und Vertiefung:

Über Ro!and (398 Artikel)
Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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