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Schein und Sein – ein RealitätsCheck

Schnappfisch-7213Mein Geist nährt sich von spontanen Einfällen und da ich diese Einfälle gerne auch praktisch umsetze, hat meine Umgebung auch etwas davon (im positiven wie auch im negativen). So ist meine Wissensmanagement-Vorlesung sicherlich nicht so, wie aus dem „Lehrbuch“.

Vor einiger Zeit ist mir etwas anderes in den Sinn gekommen, dass ich jetzt schon ein paar mal dem Praxistext unterzogen habe. Zuletzt sogar bei einer Ausstellung bei einem Künstler, der ein sehr geschulten Blick hat. Ich bat ihm, auf einem Blatt Papier einen Baum zu zeichnen. Als er dies getan hat, bat ich ihm daneben einen Eisberg zu zeichnen. Sie könne das jetzt gerne auch tun. Die Auflösung ist dann um so erkenntnisreicher, wenn Sie es selbst tun.

Also, holen Sie ein Blatt Papier und zeichnen Sie links einen Baum und rechts einen Eisberg. So vollständig Sie es können – künstlerische Ausschmücken müssen aber nicht sein. Zu gewinnen gibt es nichts außer Erkenntnis!

<< Pausenmusik – Stille – Leere – Konzentrationszeit … >>

Okay. Jetzt weiter zum Ziel – was auch immer das sein mag! Fast alle und ich meine damit >90% zeichnen bei dem Baum nur das, was oberhalb der Erdoberfläche zu sehen ist – vergessen also den halben Baum, sprich das Wurzelwerk. Das Wurzelwerk hat etwa die gleiche Dimension wie der für uns sichtbare Teil des Baumes! Beim Eisberg aber, wird in umgekehrter Verteilung (also bei fast allen) ein Gebilde gezeichnet, bei dem eine kleine Spitze oberhalb der Wasseroberfläche sichtbar ist und der größere Teil unterhalb. Genau genommen sind 2/7 oberhalb der Wasseroberfläche und 5/7 unter Wasser.

Vergleichen Sie dies jetzt mal mit ihrem Bild, das ca. 20% der Leserinnen und Leser auch tatsächlich mit gezeichnet haben. Wenn Sie also kein eigenes Bild gezeichnet haben, seien Sie nicht traurig, sie gehören zu der Mehrheit – in einer konsumorientierten Gesellschaft stellen sie das Groß!

Woran liegt es, dass das, was wir (noch) täglich sehen, so unvollständig gezeichnet wird und das, was die meisten nur aus einem Buch oder Film (also indirekt) kennen, korrekt dargestellt wird?

Warum nehmen wir das Alltägliche so beschränkt wahr und etwas abstraktes, was zu unserem Leben gar keinen Bezug hat, so umfassend? Welche Erdung haben wir noch als Menschen, wenn wir vergessen haben, welche Erdung die Natur hat?

Ich möchte an dieser Stelle keine fertige Antwort liefern, da ich es zum einen nicht kann, zum anderen es vielleicht gar nicht die Antwort gibt. Ich möchte Sie viel mehr Ermutigen sich in eine Umgebung zu begeben, in der Stille den Raum beherrscht und nicht Sinnes-Explosionen in Form von Reklametafeln, Lärm, Verkehr etc.
Gehen Sie fürs Wochenende raus in den Wald und genießen die Stille, denn die Schönheit liegt in der völligen Preisgabe des Beobachters und des Beobachteten. Durch die Ablenkung in einer Stadt fehlt die Chance, dies zu erfahren!

Erst wenn diese Stille ihren Raum hat, kann die Selbsthingabe – die Ausrichtung, die Achtsamkeit eines Objekts – ihr Ziel finden. Dazu braucht es aber strenge Einfachheit und nicht komplexe Gesetzte, religiöse Richtlinien, harte Vorschriften und Regelungen, laute Streitgespräche! Erst wenn wir nichts mehr weg nehmen können, sind wir an dem entscheidenden Punkt angekommen und der RealitätsCheck zeigt seine Wirksamkeit und offenbart das Sein, alles andere ist Schein!

Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann,
wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat,
sondern,
wenn man nichts mehr wegnehmen kann.
(Antoine de Saint Exupéry)

Schein und Sein – ein RealitätsCheck
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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5 Kommentare zu Schein und Sein – ein RealitätsCheck

  1. Vollkommenheit ist der Zustand, dem weder etwas hinzufügen, noch etwas weg zu nehmen ist. Das ist die Perfektion, welche in sich, absolut, schwebt.

    • … und alles andere ist Verblendung. In Maßen kann es Lust erzeugen im Übermaß letztendlich nur Zerstörung. In der Zerstörung steckt aber auch die Neuerung und damit ein neuer Zyklus des ewigen Kreislaufes.

      • Neuerung und Zerstörung betrifft nur die Form.
        Der Kreislauf betrifft nur die Welten der unendlichen Formen .
        Der Reine Geist bleibt davon unbetroffen.

        Der Verstand kann nicht verstehen das Abstrakte des Reinen Geistes, da er unterhalb davon wohnt, da er eine Verformung dessen ist. Verformung hat nicht die Fähigkeit des Puren. Trübung ist nicht Reinheit.

        Der Verstand kann vieles, außer die Absolute Wirklichkeit erfassen .

        Erst wenn die Trübung aufhört, offenbart sich plötzlich die Unendlichkeit der Absoluten Klarheit.

  2. Neuerung und Zerstörung betrifft nur die Form.
    Der ewige Kreislauf betrifft auch nur die unendlichen Welten der unendlichen Formen. Der Reine Geist bleibt davon unberührt.

    Mit dem Verstand kann man nicht die Absolute Wirklichkeit erfassen.
    Mit einer Verformung des Puren kann man nicht das Pure erfassen.
    In der Trübung kann man nicht den Seeboden erblicken.
    Erst wenn die Trübung aufhört, erscheint dieser dem Beobachter.

    Der Denkapparat ist eine Verformung des Reinen Geistes für die Welt der Formen , jedoch nicht dieser.

  3. Was man unter Kosmos und Wesen versteht , ist nichts anderes als die Form des Geistes. Der Schein ist die Form des Geistes. Der pure Geist ist jedoch formfrei.

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