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Unkraut aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

Schnappfisch-1740Am Sonntag hatte ich mich mit meinem Sohn kurzfristig zu einer Kräuterwanderung entschlossen. Eine halbe Autostunde später kamen wir in Gaggenau-Ottenau – am Rande des Schwarzwalds – an unser Ziel. Sehr herzlich wurden wir von Heike, welche die Wanderung als gute Kräuterhexe (ohne Besen) begleitete, und den bereits versammelten Teilnehmer/innen empfangen.

Ich war etwas skeptisch, hatte ich zuvor mit Jörg – von dem ich meine Gewürze beziehe – davon gesprochen und er sich wunderte, dass so früh bereits Wildkräuter wachsen. Ich wurde eines besseren belehrt.

Jedoch kam noch vor der Wanderung ein kleiner Dämpfer von Heike, da die Woche zuvor eine Gruppe von 550 Schafen die Felder sehr fachmännisch gesäubert hatten. Es blieben dennoch einige Exemplare stehen und die Wanderung konnte beginnen.

Ich kann gar nicht sagen, auf wie viele Kräuter wir aufmerksam gemacht wurden, auch die Wirkstoffe und Einsatzmöglichkeiten bekomme ich sicherlich nicht mehr alle zusammen. Einiges habe ich mir notiert und Kräuterproben mit genommen, so dass das Nachforschen einen Boden hat.

Interessant fand ich eine ihrer Aussagen zum Unkraut:

Die Natur kennt kein Unkraut!

Und so liegt es an uns, eine neue Definition für Unkraut zu finden. Mein Vorschlag ist:

Unkraut = unbekanntes Kraut

Sobald wir uns mit dem Unkraut beschäftigen und es in der Folge einen Namen bekommt, wird aus dem unbekannten Kraut etwas nützliches.

In den zwei Stunden der Kräuterwanderung wurde mit einiges klar:

  • längst haben wir unsere Wurzeln (zur Natur) verloren,
  • wir Wissen gar nicht mehr, welche nützlichen Kräuter direkt vor unserer Tür wachsen (der Gang zur Apotheke ist doch soviel bequemer),
  • der bequeme Weg ist nicht immer der Bessere.

Ich kann nur jeden Ermutigen, sich in aller Ruhe der Materie zu nähern. Sehr vielfältige Möglichkeiten ergeben sich in dem Selbstbedienungsladen der Kräuternatur. Um die Vielfalt und die daraus ergebenden Möglichkeiten zu begreifen braucht es aber Zeit. Zu ähnlich sehen sich die Pflanzen aus, wenn man noch keinen Bezug aufgebaut hat – fast so, wie für einen Europäer, der noch nie die Landesgrenzen verlassen hat, wenn er plötzlich auf einen Menschen aus dem asiatischen Raum trifft 😉

Je mehr wir verstehen, desto geheimnisvoller wird die Natur.
(Hans-Jürgen Quadbeck-Seeger)

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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1 Kommentar zu Unkraut aus einem anderen Blickwinkel betrachtet

  1. Das einzige Unkraut wächst in Parlamentsgebäuden.

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  1. Gemeinsamkeiten von Unkraut und Verschwörungstheorien | Schnappfischkapitalismus

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