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Zu unserer eigenen Sicherheit

Schnappfisch-6993Mein gestriger Artikel über die Auswüchse zukünftiger Sicherheitspolitik lässt mich nicht in Ruhe. Es scheint eine grundlegende Triebfeder menschlichen Denkens zu sein, nach Sicherheit zu streben. Ich möchte dabei das Sicherheitsdenken nicht verdammen, hilft uns äußere Sicherheit wie Kleidung, Nahrung, ein Haus etc. doch, unser Leben geordneter zu gestalten. Was mich aber etwas verwirrt ist unser streben nach innerer Sicherheit.

So versuchen wir stets, uns durch mehr Bildung und Wissen in einer stetig globalisierenden Welt zu behaupten. Wir geben Unmengen an Zeit und Geld für Fortbildungen aus und legen dann im Anschluss zeugnis über unsere gewonnenen Leistungen ab. Erhalten dann ein Stück bedrucktes Papier, mit dem wir stolz ein weiteres Ziel erreicht haben. Dabei glauben wir solange daran, dass wir durch dieses Zertifikat innere Sicherheit erlangt haben, bis zu dem Augenblick, bei dem uns vorgeführt wird, dass diese Zertifikat keinen Wert mehr hat – sich längst überholt hat. Abermals versuchen wir durch den Erwerb von Scheinen halt zu bekommen, abermals verwechseln wir äußere- mit innerer Sicherheit.

Je mehr Probleme sich auf unserem Weg anhäufen, umso weniger werden wir in der Lage sein, überhaupt innere Sicherheit zu erlangen. Ich meine damit konkret das Vertrauen in uns und unsere Möglichkeiten! Stattdessen machen wir uns abhängiger von äußeren Einflüssen, ist unser Denken doch zu sehr mit den nicht bewältigten Erfahrungen durchsetzt. Unser ständiger Kampf etwas zu erreichen, was uns Sicherheit verspricht, lässt uns wenig Spielräume standhafte Wurzeln zu entwickeln. So ziehen wir von einem Job zum nächsten, rennen von einem Termin zum nächsten und nutzen diese Erfahrung gleich, um sie unseren Kindern mit zu geben. Wollen wir doch nur das Beste für sie, das uns selber nicht gegönnt ist.

Wie können wir aus diesem Teufelskreis ausbrechen?

Ich bin überzeugt davon, dass wir die Gabe dazu selbst in uns tragen. Wir müssen uns nur selbst zuhören lernen und nicht den äußeren Einflüssen so viel Gewicht geben. Nicht der, der am lautesten Schreit hat die besten Argumente! So liegt die Wurzel in der Stille, in unserer eigenen Stille. Wenn wir es schaffen das Denken soweit zurück zu stellen, dass in uns Stille einkehrt, haben wir auch die Chance die Antwort zu erhalten, wie wir innere Sicherheit erreichen können. Die Freiheit es zu tun haben wir bereits. Wir müssen es jetzt nur noch tun und die Geduld aufbringen uns wieder selbst zu zuhören. Ob wir dann auch noch den Mut haben, das los zu lassen, was uns an der Umsetzung hindert, steht auf einem anderen Blatt.

Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat.
Anstatt immer nur das Beste geben zu wollen sollten wir lieber einmal etwas Gutes tun.
(Thornton Wilder)

Zu unserer eigenen Sicherheit
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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26 Kommentare zu Zu unserer eigenen Sicherheit

  1. Ich stimme zu: Angst ist DER grundlegende Antrieb von Menschen.

    Äußere und innere Sicherheit würde ich übrigens gar nicht so sehr trennen, um die Wirkung auf menschliche Handlungen zu verstehen. Beides wird durch die Gemeinschaft mit anderen Menschen bestimmt: beispielsweise wird das Recht auf mein Haus von anderen Menschen für mich verteidigt und Selbstsicherheit erhalte ich ebenfalls aus der Interaktion mit anderen Menschen.

    Daraus folgend, bewerten wir also ein solches Zertifikat (oder Haus) nach der daraus resultierenden gesellschaftlichen Sicherheit, die es uns bieten kann.

    Ausbrechen kann man aus diesem Teufelskreis nicht, da Mechanismen des Kreises durch andere Menschen erzeugt und verstärkt werden, um für sich selbst Sicherheit zu gewinnen. Diese Menschen hindern uns an der Umsetzung unseres eigenen Sicherheitsbedürfnisses.

    Der Startpunkt zur Änderung liegt in uns selbst und die Freiheit zum Denken haben wir aber zumindest.

    • Wenn es das Ziel ist, die Angst als (extrinsischen) Antrieb los zu werden, ist die Trennung von innerer und äußerer Sicherheit notwendig. Die Gefahr besteht sonst, dass die äußere Sicherheit immer in die innere Sicherheit einwirkt und der Teufelskreis nicht zu durchbrechen scheint. Erst die innere Sicherheit bietet uns die Möglichkeit, die äußeren Einflüsse – und damit die Abhängigkeit – zu reduzieren. Dann schließt sich auch der Kreis mit den von Ihnen benannten Startpunkt zur Änderung, welcher weder Anfang noch Ende kennt.
      Denn haben wir innere Sicherheit erlangt, ist die äußere nur noch eine Folge und beliebig ersetzbar – zumindest solange, wie wir noch die Wahlfreiheit haben, was wir z.B. an Nahrung konsumieren. Daher sehe ich die Entwicklung in Bereich der kommunalen Wasserversorgung, der geplanten Saatgutverordnung, einer Freihandelszone etc. sehr skeptisch gegenüber, da hier die Wahlfreiheit stetig eingeschränkt wird.

  2. Angst ist das, was Leid zulässt.

    Und Angst ist das liebe Kind des Unwissens.

  3. Angst entsteht aus Unwissenheit genauso wie aus direkter Bedrohung oder anderen Umgebungsreizen. Dies wäre je ein Beispiel für die innere bzw. die äußere Sicherheit, die da bedroht ist. Ich kann innere Sicherheit haben und, unabhängig davon, trotzdem einem gezückten Messer auf dem U-Bahnsteig gegenüberstehen, oder?

    Das Ziel der Angstfreiheit wäre erstrebenswert, da es die Handlungsoptionen erweitern würde.

    Meine Annahme ist dennoch, dass man Angst nicht loswerden kann, dass sozusagen alle menschlichen Aktionen – direkt oder indirekt – davon ausgelöst werden. Auch Aufbruch wäre danach eine Folge der Angst. Ist das zu negativ gedacht?

    • Angst entsteht aus Unwissenheit genauso wie aus direkter Bedrohung oder anderen Umgebungsreizen. Dies wäre je ein Beispiel für die innere bzw. die äußere Sicherheit, die da bedroht ist. Ich kann innere Sicherheit haben und, unabhängig davon, trotzdem einem gezückten Messer auf dem U-Bahnsteig gegenüberstehen, oder?

      Die Angst aus Unwissenheit hat ihren Ursprung in unserer Kindheit und basiert letztendlich aus der Verletzlichkeit bzw. der Ausgrenzung.
      Das Beispiel mit dem gezückten Messer, also der äußeren Bedrohung – die auch viel subtiler sein kann, z.B. Verlust des Arbeitsplatzes – blockiert dann nicht die Vernunft, wenn innere Sicherheit gegeben ist. Ich laufe dann nicht ins offene Messer, sondern habe Optionen. Die fernöstlichen Kampfkünste habe ja gerade das Ziel, bei einer direkten äußeren Bedrohung mit Routine zu handeln. Dies gelingt jedoch erst mit innerer Sicherheit oder anders ausgedrückt mit Selbst-Vertrauen.

      Das Ziel der Angstfreiheit wäre erstrebenswert, da es die Handlungsoptionen erweitern würde.

      Meine Annahme ist dennoch, dass man Angst nicht loswerden kann, dass sozusagen alle menschlichen Aktionen – direkt oder indirekt – davon ausgelöst werden. Auch Aufbruch wäre danach eine Folge der Angst. Ist das zu negativ gedacht?

      Angstfreiheit ist nicht das Ziel, da Angst eine zentrale Emotion ist. Es gilt sich aber der Angst und dem Mechanismus (Quelle) bewusst zu sein. Dann ist Angst ein Wegweiser und warnt uns vor Gefahren. Es ist aber die unterschwellige Angst, deren wir uns nicht bewusst sind, die uns zermürbt und zweifeln lässt.
      Die Angst zu kultivieren, so dass deren Mechanismen uns klar und bewusst werden, ist eine Quelle die wir hoch einschätzen sollten. Angst zu verdammen oder gar zu unterdrücken führt uns jedoch in die falsche Richtung.

  4. Angst ist der Zustand der vorübergehenden Paralyse , welch`jedes Individuum vor Ereignisse oder anderen Individuen spürt. Dies ist ein primitiver Akt , der nur vorkommt, wenn man als separat vom Ganzen sich ständig wahrnimmt.

    Angst ist geboren aus starker Individualität, nicht aus der Einheit.

    Wer das Eine, das Allbewusstsein in allen sieht, hat erkannt.
    Und wer erkannt hat, spürt weder Angst, noch ein and`res Leid.

    Angst war, ist und wird nie produktiv sein- weil sie aus Begrenzung- die Begrenzung nur vergrößert.

    • Danke für die Erläuterungen, die für mich sehr gut vermitteln, wieso wir uns als Einzelne/r vor so vielen Dingen ängstigen und als Gruppe so viel Kraft und Mut fassen (können).
      Vielleicht liegt an der fortschreitenden Individualisierung doch nicht der Weg zu einem besseren Leben?!

  5. Im Gegenteil: im Vereinheitlichung.

    Individualitäten als ASPEKTE DER EINHEIT.

  6. Das Leben ist die Veräußerung der Einheit als Vielfalt.

    Wer das weiß, weiß alles.
    Wer nicht, wird es herausfinden.

  7. So wie die Finger und Zehe Aspekte oder Teile desselben Individuums.
    Oder wie Wellen und Tropfen nur Wasser sind.

    Die Formen des Urstoffs sind doch der Urstoff, nur unter unzähligen Anzüge.

  8. Es gibt nichts, was nicht Gott, das Allbewusstsein ist.

    Nichts gibt es nicht, da es nur alles ist.
    Nichts ist alles und alles nichts.

    Da soll der Verstand erst verstehen, dass er nicht verstehen kann.

    Wirkliches Verstehen ist direkte Wahrnehmung der Wirklichkeit, welche die ganze Vielfalt übersteigt.

  9. Der Verstand ist gut für Materie, nicht jedoch für Zustände.

    Für den Verstand, ist Liebe überflüssig.
    Für das Herz, ist Verstand überflüssig.

    Wobei das Tor zur Wirklichkeit ist das Herz.
    Hier wohnt die Essenz der Göttlichkeit.

    Wer hier eintrit, geht als Narr ein und kommt als Weise raus.

  10. Hör auf dein Herz,sei nur das Herz,
    Da wohnt dein Licht, das nie kennt Schmerz,
    Das Denken nur beruhige,
    Die Sinne du nur bändige,
    So nur wirst finden du das Tor,
    So bleibt draußen all Staub und Moor.

  11. Das Thema Angst hat so viele Facetten, dass dies bestimmt nicht der letzte Beitrag dazu sein kann. Eine Antwort – viele neue Fragen.

    Danke für die erhellenden Antworten und den Link zum ersten Artikel über die Angst. Ich habe dort auch einen Kommentar hinterlassen, da ich Angst tatsächlich als den zentralen Punkt sehe.

    Das Ziel wäre also nicht Angstfreiheit, sondern die Erkenntnis der Angstquelle, die uns in diesem Fall nicht lähmt, sondern Alternativen finden lässt, richtig? Finde ich gut. Warum stellen sich aber viele Leute ihrer Angst nicht, obwohl es ja vorteilhaft für sie wäre?

    Auf der anderen Seite habe ich gerade Narzissten bzw. Leute mit übersteigertem Selbstbewusstsein immer wieder als sehr angstgetrieben (nicht ängstlich!) erlebt. Passt das zusammen? Sollten solche Leute nicht angstfreier sein als andere?

    Ein Kommentar noch zu
    „Vielleicht liegt an der fortschreitenden Individualisierung doch nicht der Weg zu einem besseren Leben?!“:
    Extreme sind nie gut. Gleichgewicht ist gut.

    • Obwohl Angst viele Facetten hat, haben alle dieselbe Quelle.

      Diese müsste man erkennen und sie anstatt bekämpfen- entfernen, sie mit Mut ersetzen. Dieser jedoch wächst nur dort, wo Wissen als Boden dient.

    • Warum stellen sich aber viele Leute ihrer Angst nicht, obwohl es ja vorteilhaft für sie wäre?

      Das ist eine spannende Frage. Angst ist auch ein „Lehrer“ – leider, und so muss ein Mensch, der von Angst getrieben wird, auch nichts vordergründiges Entbehren. Kreativ jedoch, kann ein solcher Mensch nicht werden.
      Vieles liegt in der Kindheit – ist es einem Menschen z.B. nicht gegönnt, die Lernerfolge zu feiern, also über den Punkt der (von außen angenommenen) Frustration selbst hinaus zu kommen, um dann beim Gelingen mit Dopamin belohnt zu werden, so entwickelt sich nicht die Grundmotivation des (bewussten) Lernens. Daher ist es nicht hilfreich, wenn man Kindern zu früh hilft und ihnen damit diesen Lernerfolg nimmt. Solch motivierte Kinder wollen dann eine Belohnung (z.B. Schokolade, Spielzeug etc.) als Gegenleistung für ihr Tun.
      Die Aufarbeitung dieser Vergangenen Emotionen ist sicherlich nicht einfach und auch nicht jedem Menschen sein Ziel. Es ist fast so, wie diese Weisheit vom Holzfäller, der keine Zeit hat.

  12. Also :

    Angstfreiheit = Erkenntnis derer Quelle und Ersatz

    Narzissten sind die, welche Selbst-gefallen an ihrem Körper haben.Diese haben bestimmt weder mehr, noch weniger Angst als Andere.

    Alles relativ. Nichts ist fix, alles fließend .
    Das ganze Weltall und alle Wesen auch sind veräußertes Potential – welches nicht eine Endgültigkeit erlangt haben.
    Das Potential erkennen und auszunutzen heißt Klugheit.

    Angst ist Blockierung des innen wohnenden Potentials.
    Darum ist Angst die Quelle des Leidens und der geistigen Stagnation.

  13. Jawohl. Extremen sind allgemein zu meiden, wobei sie auch Erkenntnis bringen: all das, was die Dualität , also die Illusion anzubieten hat.

  14. FREIHEIT IST JENER ERHABENE ZUSTAND DER LOSLÖSUNG VON ALLEM, WAS NICHT FREIHEIT BEDEUTET .

    Und sie fängt immer im Kopf an. Da liegt die höchste Bremse und Kette. Doch sie ist und wächst immer im Herzen. Immer.

  15. It’s going to be ending of mine day, however before ending I am reading this fantastic paragraph
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