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Fassungslosigkeit

Fassungslosigkeit-8385Der politische Zirkus ist an einem Punkt angelangt, dessen Ziele kaum mehr zu fassen sind. Der Betrachter, welcher seine Informationen nicht direkt vor Ort erhält, sondern gefiltert durch die Medien bzw. durch seine politischen Vertreter, bleibt nun in Fassungslosigkeit zurück.

Es sind nicht nur die wirtschaftspolitischen Ereignisse, die 2008 mit der Immobilienkrise in der breiten Bevölkerung sichtbar geworden sind, auch die jüngsten geopolitischen Ereignisse in der Ukraine laden zur Verwirrtheit ein. Diese Konfusion kann man sicherlich auch damit dämpfen, in dem man die gefilterten Informationen unkritisch übernimmt, die uns die Massenmedien und die politischen Redeschreibern täglich einträufeln. Dies gelingt aber nur dann, wenn man das, was einst als gesunder Menschenverstand bezeichnet wurde, zum Pfandleier bringt – möglichst solange es noch einen Gegenwert dafür gibt.

Behält man aber das beste Stück des Menschen (Männern wird nachgesagt, dass dieser Platz bereits anderweitig vergeben ist, was uns aber nicht weiter stören sollte), so kann dieser Verstand uns vielleicht Wege aus dieser Fassungslosigkeit aufzeigen.

Das die Aufführung unserer politischen Schauspieler durchaus Mängel in der Darbietung zeigen, wurde bereits auf der 50. Sicherheitskonferenz Ende Januar sichtbar, bei der Hr. Gauck sagte:

Im außenpolitischen Vokabular der Republik reimt sich Freihandel auf Frieden und Warenaustausch auf Wohlstand.

Schauen wir uns die wenigen Informationen an, die gerade im Geheimen beim transatlantischen Freihandelsabkommen (TTIP) verhandelt werden, kann ich hier keine Anzeichen von Frieden erkennen.

Eben solche schauspielerische Mängel haben die jüngste Entscheidung zur Zulassung von Genmais 1507 gezeigt, welche aber dankenswerterweise von Frau Drobinski-Weiss nachträglich geklärt wurden.

Es liegt die Vermutung nahe, dass sich unsere politischen Vertreter nicht mehr ihrer moralischen Verpflichtung dem Volke gegenüber gebunden fühlen, sondern in großen Teilen sich einer moralischen Prostitution hingeben.

Was aber, wenn man bei vorhandenem Verstand zu ähnlichen Schlüssen kommt? Wie kann man nun diese Fassungslosigkeit aufheben?

Die Lösung ist sicher nicht so einfach, denn sonst wäre ebendiese längst sichtbar. Zu viele Menschen sind bereits von einer Droge abhängig, die sich Konsum nennt. Was im Rausch dieser Droge mit den Menschen passiert, lässt sich eindrücklich am Black Friday beobachten.

Die einstige Friedensbewegung hat nicht mehr die Stimme, um die Vernunft der Menschen zu erreichen, zu stark ist die Verwirrung durch die Medien und den politischen Zirkus. Auch eine vergleichbare Anti-Atomkraft-Bewegung wie in den 70ern und 80ern, welche die Grünen hoffähig machte, ist nicht sichtbar.

Zu sehr baut unsere Gesellschaft auf Fach-Experten, denen wir die Entscheidungsgewalt übertragen. Stets werden die Probleme als so komplex bezeichnet, dass der gesunde Menschenverstand zwangsläufig daran nur scheitern kann – so der geläufige Duktus.

Was aber, wenn unsere Experten der politischen Bühne nachweislich nicht denen dienen, der sie scheinbar bezahlt? Was, wenn der Klempner statt die Toilettenspülung zu reparieren ihnen ein Fallrohr direkt in den Hof einbaut? Was, wenn der Chirurg ihnen statt der (geplanten) Nierenspende gleich noch Herz und Verstand nimmt?

Auch wenn in den genannten Vergleichen derzeit Gerichte recht sprechen, so können wir auf der politischen Bühne nun nicht mehr davon ausgehen. Eindrucksvoll hat es die kürzliche Entscheidung zum ESM (2 BvR 2729/13) durch das Verfassungsgericht gezeigt.

Was jetzt noch zählt, ist die Besinnung auf die Vernunft und die Kraft der Masse.

Es gibt keine kleinen Rollen, nur kleine Schauspieler.
(Konstantin Stanislavski)

Sicherlich hat jede Entscheidung zwei Seiten, wie die zwei Seiten einer Medaille sind sie doch aus einem Guss. Dieses Verbindende gilt es zu finden und nicht die abgegrenzte Sichtweise auf ausschließlich eine Seite. Umso mehr sollten wir nicht den Medien unsere Aufmerksamkeit schenken, die uns nur eine Seite zeigen wollen, wie zuletzt beispielsweise das ZDF mit ihrem Nachrichtensprecher Claus Kleber:

So bleibt einmal mehr nur die Hoffnung, dass genügend Menschen hinter die Kulissen blicken und das wahre (Schau-)Spiel erkennen. Welche Aufführung die USA gerne sehen würden, hat Zbigniew Kazimierz Brzeziński (wie schon mehrfach erwähnt) in seinem Buch “DIE EINZIGE WELTMACHT – Amerikas Strategie der Vorherrschaft” ausführlich erläutert.

Das falsche oder unrichtige Auswendiglernen ist bei vielen Schauspielern Ursache einer falschen und unrichtigen Aussprache. Bevor man also seinem Gedächtnis etwas anvertrauen will, lese man langsam und wohlbedächtig das zum Auswendiglernen Bestimmte.
(Johann Wolfgang von Goethe)

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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1 Kommentar zu Fassungslosigkeit

  1. Inkraftsetzung:
    Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist oberstes Gebot.

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