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Es fing ganz langsam an…

Schnappfisch-7104Es ist immer wieder bemerkenswert, wenn sich sichtbare Muster aus der Vergangenheit auch in die Zukunft überführen lassen können. In wie weit diese dann auch wirksam werden – Geschichte sich also wiederholt – muss freilich bis zu dem Zeitpunkt offen bleiben, in dem die Gegenwart die Zukunft einholt. Es ist dann aber das Makel der Zeit, dass man sich in der Nachbetrachtung vorwerfen lassen muss, aus der Geschichte nichts gelernt zu haben, da man doch rechtzeitig darauf hätte reagieren können.

Wenn man die Gelegenheit nutzte, seine Eltern oder Großeltern zu fragen, wie es zum zweiten Weltkrieg kam, den sie bewusst – sagen wir einmal im Alter ab 20 Jahren – erlebt haben, somit also heute die 100 Jahre und mehr zählen, könnte die Antwort etwa wie folgt lauten:

nach einer längeren Zeit des Schweigens und der Anspannung kommen innerlich zarte Worte hervor, Worte des Unvermögens etwas erkannt zu haben. Nur langsam kommen diese Worte dann heraus und klingen dann evtl. wie folgt: „ich weiß nicht, wie es dazu kam. Es verlief schleichend. Ganz unmerklich und langsam und plötzlich war Krieg.“

Beschäftigt man sich etwas mit der jüngeren Geschichte, so könnte man einem Déjà-vu verfallen. Bereits Mitte der 90er, nachdem kurz davor der ehemalige Ostblock zerfiel, witterten die Großstrategen der Westmächte eine historisch einmalige Gelegenheit, die Welt nach ihrem Vorbild zu formen. Allen voran ist hier der US-Global-Außenstratege Zbigniew Brzeziński zu nennen, der 1997 seine Vorstellungen einer neuen Weltordnung in dem Buch „The Grand Chessboard. American Primary and its Geostrategic Imperatives“ fest hielt. Auf Deutsch erschien das Buch 1999 unter dem Titel „DIE EINZIGE WELTMACHT – Amerikas Strategie der Vorherrschaft“.

Obwohl ich in unzähligen Beiträgen bereits auf das Buch hingewiesen habe und in diesen Beiträgen auch eine Online-Fassung der 4. Auflage von 2001 verlinkt habe, beschleicht mich das Gefühl, das nur wenige der Empfehlung das Buch selbst zu lesen, gefolgt sind. Daher werde ich in diesem Beitrag ein paar markante Stellen aus dem Buch zitieren. Die Seiten beziehen sich auf die gedruckte Ausgabe und weichen von der Seitennummerierung der Online-Version ab – dies bitte ich beim Nachlesen zu berücksichtigen.

Steigen wir gleich auf Seite 58 ein, auf der die Besorgnis der USA deutlich wird – ein Handlungszwang wird sichtbar:

Erteilen die Staaten im mittleren Raum dem Westen eine Abfuhr, schließen sich zu einer politischen Einheit zusammen und erlangen die Kontrolle über den Süden oder gehen mit dem großen östlichen Mitspieler ein Bündnis ein, schwindet Amerikas Vorrangstellung in Eurasien dramatisch. Das gleiche wäre der Fall, wenn sich die beiden großen östlichen Mitspieler irgendwie vereinigen sollten. Würden schließlich die europäischen Partner Amerika von seinen Stützpunkten an der westlichen Peripherie vertreiben, wäre das gleichzeitig das Ende seiner Beteiligung am Spiel auf dem eurasischen Schachbrett […]

Auf Seite 60 erfahren wir dann weiter:

Politisches Triumphgeschrei über den Sieg Amerikas im Kalten Krieg erzeugte eher kühle Resonanz, liberale Kommentatoren machten es sogar zur Zielscheibe eines gewissen Spottes. Mehr Anklang fanden zwei eher unterschiedliche Einschätzungen der sich für Amerika aus seinem historischen Erfolg im Wettstreit mit der früheren Sowjetunion abzuleitenden Folgerungen: einerseits die Auffassung, das Ende des
Kalten Krieges rechtfertige eine bedeutende Verringerung des weltweiten Engagements der USA, ohne Rücksicht auf die Folgen für Amerikas Position und Ansehen in der Welt; andererseits die Meinung, nun sei die Zeit für echte multilaterale Zusammenarbeit gekommen und Amerika müsse sogar etwas von seiner Souveränität abgeben.

Hier wird deutlich, dass eine Aufstockung der Militärausgaben keinen innenpolitischen Halt mehr haben wird, angesichts dem Wegfall des Ost-West-Konflikts. Es benötigt neue Argumente um das „Verteidigungsbudget“ zu erhöhen. Diese Gründe wurden bekanntermaßen im September 2001 frei Haus geliefert. Schaut man nüchtern auf die Fakten, so erkennt man, dass vor besagtem Tag der Anteil an islamistisch motivierter Anschläge 1,33% betrugen. Nach besagtem Tag wuchsen diese in den elf Jahren danach auf 3,59%. Die Anschläge von christlichen Abtreibungsgegnern, Rechtsextremisten, White Extremists und Ku Klux Klan war um einige Größenordnungen höher, jedoch nicht das gewünschte Feindbild. Leider liefert uns die Presse und Propaganda ein ganz anderes Bild frei Haus. Wie die militärischen Ausgaben in den USA seit 2001 gewachsen sind, bzw. wie doch diese derzeit sind, können sie dem Statistik-Portal entnehmen.

Folgen wir nun weiter den in den 90er gefassten Gedanken des US-Präsidentenberaters Hr. Brzeziński. Auf der Seiten 65/66 lesen wir:

Die geopolitische Frage lautet heute nicht mehr, von welchem Teil Eurasiens aus der ganze Kontinent beherrscht werden kann, und auch nicht, ob Landmacht wichtiger als Seemacht ist. In der Geopolitik geht es nicht mehr um regionale, sondern um globale Dimensionen, wobei eine Dominanz auf dem gesamten eurasischen Kontinent noch heute die Voraussetzung für globale Vormachtstellung ist. Die Vereinigten Staaten, also eine außereurasische Macht, genießen nun internationalen Vorrang; ihre Truppen sind an drei Randgebieten des eurasischen Kontinents präsent, von wo aus sie einen  massiven Einfluß auf die im eurasischen Hinterland ansässigen Staaten ausüben. Aber das weltweit wichtigste Spielfeld — Eurasien — ist der Ort, auf dem Amerika irgendwann ein potentieller Nebenbuhler um die Weltmacht erwachsen könnte. Eine amerikanische Geostrategie, die die geopolitischen Interessen der USA in Eurasien langfristig sichern soll, wird sich somit als erstes auf die Hauptakteure konzentrieren und eine entsprechende Einschätzung des Terrains vornehmen müssen.

Zwei grundlegende Schritte sind deshalb erforderlich:
— erstens, die geostrategisch dynamischen Staaten Eurasiens auszumachen, die die internationale Kräfteverteilung möglicherweise entscheidend zu verändern imstande sind, sowie die zentralen außenpolitischen Ziele ihrer jeweiligen politischen Eliten zu
entschlüsseln und die sich daraus wahrscheinlich ergebenden politischen Konsequenzen zu antizipieren; des weiteren sind die geopolitisch kritischen eurasischen Staaten ins Auge zu fassen, die aufgrund ihrer geographischen Lage und/oder ihrer bloßen Existenz entweder auf die aktiveren geostrategischen Akteure oder auf die regionalen Gegebenheiten wie Katalysatoren wirken;
— zweitens, eine spezifische US-Politik zu formulieren, die in der Lage ist, die unter Punkt eins skizzierten Verhältnisse auszubalancieren, mitzubestimmen und /oder unter Kontrolle zu bekommen, um unverzichtbare US-Interessen zu wahren und zu stärken und eine umfassendere Geostrategie zu entwerfen, die auf globaler Ebene den
Zusammenhang zwischen den einzelnen Feldern der amerikanischen Politik herstellt.

Wer die geostrategischen Hauptakteure sind, erfahren wir auf Seite 68:

Unter den gegenwärtigen globalen Gegebenheiten lassen sich mindestens fünf geostrategische Hauptakteure und fünf geopolitische Dreh- und Angelpunkte (von denen zwei vielleicht zum Teil auch als Akteure in Frage kommen) auf der neuen politischen Landkarte Eurasiens ermitteln.
Frankreich, Deutschland, Russland, China und Indien sind Hauptakteure, während Großbritannien, Japan, Indonesien, obzwar zugegebenermaßen ebenfalls sehr wichtige Länder, die Bedingungen dafür nicht erfüllen. Die Ukraine, Aserbaidschan, Südkorea, die Türkei und der Iran stellen geopolitische Dreh- und Angelpunkte von entscheidender Bedeutung dar […]

Nachdem der britische Geheimdienst in der NSA-Affäre eine bedeutende Rolle einnimmt, ist in diesem Zusammenhang auch die Passage auf Seite 71 erhellend:

[…] britische Grundeinstellung gegenüber einem wirklich geeinten Europa. Großbritanniens Widerwille, an der für Januar 1999 angepeilten Wirtschafts- und Währungsunion teilzunehmen, spiegelt seine mangelnde Bereitschaft wider, das britische Schicksal mit dem Europas gleichzusetzen. Die Kernaussage dieser Haltung wurde Anfang der neunziger Jahre in folgenden Punkten zusammengefasst:
— Großbritannien lehnt das Ziel einer politischen Vereinigung ab.
— Großbritannien tritt für ein auf Freihandel basierendes Modell wirtschaftlicher Integration ein.
— Großbritannien bevorzugt eine Außen- und Sicherheitspolitik und eine Verteidigungskoordination außerhalb des institutionellen Rahmens der Europäischen Gemeinschaft.
— Großbritannien hat seinen Einfluss in der EG optimal verstärkt.

Natürlich bleibt Großbritannien für Amerika dennoch ein wichtiger Partner. […] Es ist die wichtigste Stütze der USA, ein sehr loyaler Verbündeter, eine unerlässliche Militärbasis und ein enger Partner bei heiklen Geheimdienstaktivitäten.

Zu meinem Beitrag über Japan gibt es auf Seite 73/74 noch eine interessante Einschätzung:

Japan ist fraglos eine internationale Großmacht, und das amerikanisch-japanische Bündnis hat man häufig — zu Recht — die wichtigste bilaterale Beziehung der USA genannt. Als eine der führenden Wirtschaftsnationen der Welt könnte Japan zweifellos enorme politische Macht ausüben. Dennoch handelt es nicht danach, da es keine regionale Vorherrschaft anstrebt, sondern statt dessen lieber unter amerikanischem Schutz agiert. […] Diese von Zurückhaltung und Selbstdisziplin geprägte Politik der Japaner verschafft wiederum den USA die Möglichkeit, in Fernost eine zentrale Rolle in Fragen der Sicherheit zu spielen. Japan ist somit kein geostrategischer Akteur, obwohl sein unverkennbares Potential, schnell einer zu werden — insbesondere dann, wenn entweder China oder Amerika ihre gegenwärtige Politik plötzlich ändern sollten[…]

Was angesichts der aktuellen Spannungen zwischen Japan und China deutlich sichtbar geworden ist. Kommen wir nun zur brisanten Wirklichkeit, bevor uns diese einholt – die Ukraine. Auf Seite 74/75 erfahren wir:

Die Ukraine, ein neuer und wichtiger Raum auf dem eurasischen Schachbrett, ist ein geopolitischer Dreh- und Angelpunkt, weil ihre bloße Existenz als unabhängiger Staat zur Umwandlung Rußlands beiträgt. Ohne die Ukraine ist Russland kein eurasisches Reich mehr. […] Wenn Moskau allerdings die Herrschaft über die Ukraine mit ihren 52 Millionen Menschen, bedeutenden Boden-schätzen und dem Zugang zum Schwarzen Meer wiedergewinnen sollte, erlangte Russland automatisch die Mittel, ein mächtiges Europa und Asien umspannendes Reich zu werden. Verlöre die Ukraine ihre Unabhängigkeit, so hätte das unmittelbare Folgen für Mitteleuropa und würde Polen zu einem geopolitischen Angelpunkt an der Ostgrenze eines vereinten Europas werden lassen.

Wer jetzt noch glaubt, dass die Maidan-Aufstände demokratisch vom Volk kämen, glaubt auch an die zitronenfaltenden Zitronenfalter und die abteilungsleitenden Abteilungsleiter.

Weiter geht es dann mit dem entscheidenden Glied, um in der Ukraine seine Wirksamkeit zu entfalten, der EU. So lesen wir ab Seite 78:

Die Vereinigten Staaten haben immer ihr aufrichtiges Interesse an einem vereinten Europa bekundet. Seit den Tagen der Kennedy-Administration wurde gebetsmühlenhaft gleichberechtigte Partnerschaft beschworen. Das offizielle Washington wurde nicht müde, seinen Wunsch zu beteuern, Europa zu einer Einheit zusammenwachsen zu sehen, die mächtig genug wäre, um sich mit Amerika die Verantwortung wie auch die Lasten einer globalen Führungsrolle zu teilen.
Soweit die herrschende Sprachregelung zu diesem Thema. In der Praxis haben sich die Vereinigten Staaten weniger klar und eindeutig verhalten. Wünscht sich Washington wirklich ein Europa, das als ein gleichberechtigter Partner im Weltgeschehen auftritt, oder ist ihm ein ungleiches Bündnis im Grunde lieber? Sind die USA beispielsweise bereit, sich mit Europa die Führung im Nahen Osten zu teilen, einer Region, die nicht nur geographisch viel näher an Europa liegt als an Amerika, sondern in der einzelne europäische Staaten zudem seit langem eigene Interessen verfolgen?

Und weiter auf Seite 93:

Der Auftrieb zu einem geeinten Europa geht mehr und mehr von dem riesigen Behördenapparat aus, den die Europäische Gemeinschaft und ihrer Nachfolgerin, die Europäische Union, hervorgebracht hat. Der Gedanke der Einheit erfreut sich bei der Bevölkerung noch immer bemerkenswert breiter Unterstützung, aber er ist eher lau, es fehlt ihm an Begeisterung und Sendungsbewusstsein. Im allgemeinen macht das heutige Westeuropa den Eindruck einer Reihe von gequälten, unzusammenhängenden, bequemen und dennoch sozial unzufriedenen und bekümmerten Gesellschaften, die keine zukunftweisende Vision mehr haben. Die europäische Einigung ist zunehmend ein Prozess, und kein Faktum.

Kommen wir abschließend zur Rolle von Deutschland. Ab Seite 105 lesen wir:

Eine gleichberechtigte deutsch-französische Partnerschaft, in der das wiedervereinigte Deutschland nun tatsächlich der stärkere Partner war, war für Paris mehr als ein faires Geschäft; Frankreich würde Deutschlands Vorliebe für eine direkte Sicherheitsschiene zu seinem transatlantischen Verbündeten und Beschützer einfach hinnehmen müssen. Mit dem Ende des Kalten Kriegs bekam das Verhältnis zu den USA für Deutschland eine neue Bedeutung. In der Vergangenheit hatte es Deutschland vor einer äußeren, aber sehr unmittelbaren Bedrohung geschützt und war die notwendige Voraussetzung für die schließlich eingetretene Wiedervereinigung des Landes gewesen. Nach der Auflösung der Sowjetunion bot die Verbindung zu Amerika dem wiedervereinigten Deutschland den Schirm, unter welchem es offener eine Führungsrolle in Mitteleuropa übernehmen konnte, ohne dadurch gleichzeitig seine Nachbarn zu bedrohen. Die Beziehung zu den USA stellte mehr als ein Zeugnis für gutes Benehmen aus: Sie versicherte den deutschen Nachbarn, daß ein enges Verhältnis zu Deutschland auch ein engeres Verhältnis zu Amerika bedeutete. All das erleichterte es Deutschland, eigenen geopolitischen Prioritäten unumwunden offenzulegen.
Deutschland — fest in Europa verankert und harmlos, aber durch die sichtbare militärische Präsenz der Amerikaner sicherer geworden — konnte nun die Integration des jüngst befreiten Mitteleuropas in europäische Strukturen vorantreiben. Es würde nicht mehr das alte Mitteleuropa des deutschen Imperialismus sein, sondern eine friedliebende Gemeinschaft wirtschaftlicher Erneuerung, die durch deutsche Investitionen und Handelsbeziehungen angespornt und von einem Deutschland ermuntert wird, das außerdem als Befürworter der schließlich auch offiziellen Einbindung des neuen Mitteleuropa in EU und NATO auftritt.

Deutschlands Vasallen-Rolle würde ich hier mit dem Wolf im Schafpelz vergleichen. Unter dem Schirm der USA werden so mehr und mehr ehemalige Ostblock-Staaten der EU einverleibt und damit die Grenze Richtung Russland verschoben. Dieses Glanzstück gelebten „American Way of Life“ kann nur über den wirtschaftlichen Hunger – sprich Schnappfischkapitalismus – gelingen, den die ehemaligen Ostblock-Staaten solange entsagen mussten.

Aus westlicher Sicht kann dieses Hütchenspiel nur solange gespielt werden, wie das Vertrauen in bedrucktem Papier (bzw. Baumwolle) anhält. Die Sorge – ausgelöst durch die Finanzkrise – ist nun, dass auch bald diese Trumpfkarte schwindet. Daher ist der Handlungsdruck nun höher denn je und wir stehen kurz davor, dass sich die Ereignisse zu überschlagen scheinen.

Wer diesen Beitrag nun aufmerksam gelesen hat und auch die Zusammenhänge erkannt hat, sollte sich nun ernsthaft fragen, was er aktiv tun kann, um einen dritten Weltkrieg – der noch nie so verehrend wie heute werden wird – noch abwenden kann. In der geschichtlichen Rückbetrachtung können nun sie, verehrte Leserschaft, nicht mehr behaupten, von alle dem nichts gewusst zu haben – von den Ereignissen überrascht worden zu sein…

Nur was tun? In Kürze mehr…

Das Gegenteil von Mut in unserer Gesellschaft ist nicht Feigheit,
sondern Anpassung.
(Rollo May)

Es fing ganz langsam an…
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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7 Kommentare zu Es fing ganz langsam an…

  1. Scharfsinnige Analyse!!!

  2. Mir ist es auch schon aufgefallen, das heutzutage die Menschen im Westen sich schwer tun mit lesen von Büchern, und am meisten beim lesen von Sachbücher. Ist denen zu trocken und die meisten verstehen noch nicht mal was da so geschrieben wird. Ich finde es toll das hier auf diesem Blog darüber berichtet wird das es da draußen noch gute Lektüre gibt.
    Ich könnte da noch ein gutes Buch empfehlen und zwar : Tragedy and Hope von Carroll Quigley.
    Zu deutsch: Katastrophe und Hoffnung.
    Dabei lohnt es sich eher das Original auf Englisch zu lesen weil in der deutsche Fassung mal eben 800 Seiten !!! Fehlen.
    Original 1340 Seiten
    Deutsche Fassung 540 Seiten.
    Danke für diesen Artikel , weiter so!
    Mfg DG

  3. Selbst wenn es ihnen peinlich ist, die Lohnabhängigkeit bleibt bestehen und wenn ein neuer Adolf Hitler käme, so würden sie ihm rein aus Lohnabhängigkeit folgen.

    Und wenn irgend einer kam und sagte: “Wie konntet ihr nur Adolf Hitler folgen”, dann hätte die Antwort lauten müssen: “Ihr doch auch.”

  4. Mal angenommen, es kommt zu einem dritten Weltkrieg. (Schreibt man „dritten“ eigentlich klein? Ist ja noch kein Eigenname, oder? Erst wenn der Krieg stattgefunden hat, gäbe es den Eigennamen dazu und erst dann könnte man „Dritten“ groß schreiben, hm?)

    Und mal angenommen, die Natur hätte den Menschen erschaffen, um sich und den Sinn des Lebens besser zu verstehen. Und diese Natur würde dem Menschen ab und an einen Hinweis geben, wenn er die Natur stark zu zerstören beginnt, z. B. übers Ozonloch. (Menschen lesen wenig Bücher? Ich habe heute eines gelesen, ein kurzes Buch nur, und ein interessantes dazu.)

    Welchen Hinweis der Natur an ihren menschlichen Erkenntnisspiegel dürfen wir erwarten, wenn sie ihm zum dritten Weltkrieg sagen möchte: „Tu es nicht. Let it be.“?

    Der eine oder andere ist übrigens 1933 aus Deutschland emigiriert, weil er das Unheil im Zuge der Machtergreifung hat kommen sehen. Willy Brandt zum Beispiel (hieß damals aber noch anders). Oder der Maler Stern aus dem Film Alphabet. So ganz überraschend kam es also nicht für alle.

    • Schreibt man “dritten” eigentlich klein

      Für mich ist er noch kein Eigenname und ich möchte auch nicht im Sinne einer selbsterfüllenden Prophezeiung ihn dazu machen, daher klares Votum für Kleinschreibung.

      Welchen Hinweis der Natur an ihren menschlichen Erkenntnisspiegel dürfen wir erwarten, wenn sie ihm zum dritten Weltkrieg sagen möchte: “Tu es nicht. Let it be.”?

      Das ist eine sehr gute Frage. Die Natur hat uns ja gerade ein Bewusstsein mit ins Leben gegeben, so dass wir selbst in der Lage sind unser Handeln zu reflektieren und auch die Folgen zu sehen!
      Ich hoffe hier auf das kollektive Bewusstsein der Menschen, es nicht zu einem Kriegsausbruch kommen lassen, da sie genügend geerdet sind und nicht durch den Konsumrausch verloren haben zu erkennen, was sie eigentlich sind. Leider kommt die permanent eingetrichterte Angst hinzu, die uns lähmt. Das ist auch der Grund, wieso ich von einem WK3 geschrieben habe – um diese Angststarre des Nichtstun auf zu heben.

      Für mich ist es daher ein Weg, die Menschen, die mir wichtig sind – bei denen ich ein Potential zum Umbruch erkenne – aus dem „Schlaf“ zu reißen, zu aktivieren. Zum einen durch solche Beiträge, aber viel lieber noch im persönlichen Gespräch.

      Letztendlich ist es nur die Natur selbst, die uns wieder heilen kann. Einmal durch die Entschleunigung in der Natur selbst und dann die Arbeit mit der Natur. Ich bin dazu gerade dabei ein Projekt zu initiieren, in dem Schulkinder wieder eng mit der Natur in Kontakt kommen und dabei auch gleich die Bürgerinnen und Bürger in ihrem Umfeld mit begeistern, denn Kinder in ihrem Eifer, sind dazu fähig, andere zu beGEISTern. Zumindest solange sie nicht von unserer „Zivilisationskrankheit“ befallen sind.

      Menschen lesen wenig Bücher? Ich habe heute eines gelesen, ein kurzes Buch nur, und ein interessantes dazu

      Leider ist es so, dass viele Menschen kaum noch in Ruhe zu lesen kommen. Vielleicht liegt es auch daran, dass die meisten Bücher leider nicht kurz sind und daher zuerst einmal viel Zeit kosten.
      Ein Buch spiegelt immer die Gedankenwelt des Autors wieder – mancher Gedanke ist nur ein kurzer Impuls. Da wäre es doch verkehrt, wenn man ein Buch (nur weil es ein Verlag sonst nicht publiziert) um weitere Seiten aufbläßt?
      Danke fürs Lesen!

      Der eine oder andere ist übrigens 1933 aus Deutschland emigiriert, weil er das Unheil im Zuge der Machtergreifung hat kommen sehen.

      Das geschieht heute wieder. Ein Freund hat gerade alles in Deutschland verkauft und wird in den nächsten Wochen sein Zelt in Kanada aufschlagen. Andere sind bereits ausgewandert.
      Ich halte es aber noch für möglich, das vermeidliche Schicksal abzuwenden, denn in diesem „Großen Schachspiel“ ist jeder Mensch ein Spieler. Er muss es nur verstehen aktiv mit zu spielen und nicht passiv ausgespielt zu werden.

  5. Letztlich fing es doch nicht ganz so langsam an.
    Haben wir den Angriff auf Jugoslavien vergessen – mit völlig erlogenen Gräuelgeschichten (kam sogar im TV)?
    Haben wir vergessen, daß „unsere“ Politiker geholfen haben, den Irak, Afghanistan, Libyen etc. in die Steinzeit zu bomben („statebuilding“ genannt)?
    Nein – und letztlich weiß es auch der dümmste Bildzeitungsleser!
    Es ist den lieben netten ach-so-unschuldigen kleinen Mann völlig egal, solange es ihm gut geht. Er wählt weiter die Kriegsparteien an die Macht.
    Solange sie hierzulande Frösche rettet, darf auch eine Friedenspartei in der Ferne Menschen killen …

    • Lieber Norbert, die von Dir angeführten Stationen der Niedertracht zeigen eindrucksvoll auf, was irgendwann einmal in den Geschichtsbüchern stehen könnte und vor dem sich die nächsten Generationen dann rechtfertigen müssen.
      Ich will es (noch) nicht wahr haben, dass die Menschen nur auf ihren eigenen Profit achten. Aber längst ist zu vernehmen, dass die öffentliche Kritik nur ein sehr zartes Pflänzchen in Täuscherland ist…

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