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Gedanken zur Sommerzeit

Schnappfisch-3694Es ist jetzt eine Woche her, da wurde uns eine Stunde Zeit genommen. Als Geschenk bekommen wir diese Stunde im Herbst wieder zurück. Soweit erscheint es ein gerechter Tausch, auch wenn wir für unsere Entbehrungen keine Zinsen erhalten – unser Verzicht also nicht, wie beim Kapital, belohnt wird.

Uns wurde aber eine andere Belohnung versprochen. Wir könnten Energie einsparen und damit bares Geld zur Belohnung erhalten. Nun sind einige Jahrzehnte vergangen, und von dem Ersparten ist nichts zu sehen. Im Gegenteil, der Energieverbrauch ist sogar noch gestiegen. Das liegt zum einen daran, dass es jetzt erst eine Stunde später hell wird und wir für diese Stunde Strom zur Beleuchtung benötigen. Abends braucht der Organismus im Vergleich weniger Licht (denn dann ist er ja bereits im Schwung), so dass sich das Einsparungspotential hier nicht ergibt. Ebenso gibt es im April noch kältere Nächte, so dass wir die Heizung dann noch zuschalten müssen. Bei Normalzeit wäre dies nicht in dem Maße nötig. Dies als kurz gefasst Erklärung zum höheren Energieverbrauch. Studien gibt es bereits unzählige, die den Sachverhalt auf 100 Seiten und mehr erläutern.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass es bereits einige Vorhaben zur Abschaffung der Sommerzeit gab. Allen gemeinsam ist, dass sie erfolglos waren, obwohl sachlich es keinen Grund für die Fortsetzung gibt.

Es ist fast so, wie der Esel, der mit der Karotte vor seinem Gesicht stetig zum weiterlaufen animiert wird. Beim Esel ist es jedoch so, dass er beim nächsten Mal nicht mehr der Karotte hinter her läuft, wenn er sie denn nie bekommt.
Beim Menschen ein ganz anderes Bild, auch wir laufen dieser Karotte hinterher, nur wenn wir sie dann endlich bekommen, entpuppt sich die saftige Möhre als billiges Kunststoffimitat – ohne jeglichen Nährwert, dafür mit um so mehr Giften!

Was bleibt ist die Frage nach den Gründen. Nur den schwarzen Peter auf die Energie-Industrie zu schieben, die damit vielleicht 1-2% mehr Einnahmen hat, greift zu kurz.

Wie sieht es aber mit ihrem Wohlbefinden aus, wenn Sie statt 6 Uhr nun um 5 Uhr aus dem Bett müssen? Bei meinen Kindern kann ich es gut ablesen. Wurden diese bisher ganz gut von selbst wach, so muss im April der Wecker unterstützen, allem Ärger zum trotz.

Bei Tieren, die nur ihre innere Uhr haben und nicht per Dekret zur Zeit verpflichtet werden, sieht man es auch sehr gut. Fragen Sie mal ihren Milchbauern (sofern es in ihrer Umgebung so etwas überhaupt noch gibt), wie seine Kühe auf die Zeitumstellung reagieren.

Nur mit den richtigen Fragen kommen sie den Ursachen auf den Grund. Sonnigen Sonntag!

Ob ein Mensch klug ist, erkennt man an seinen Antworten.
Ob ein Mensch weise ist, erkennt man an seinen Fragen.
(Nagib Mahfuz)

Gedanken zur Sommerzeit
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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7 Kommentare zu Gedanken zur Sommerzeit

  1. Meine Güte was für ein Gejammer, weil man mal ne Stunde früher aufstehen soll! Dafür ist es doch richtig toll, dass schlagartig im Frühling eine „helle Stunde“ mehr den späten Nachmittag/frühen Abend bereichert. Plötzlich wirds nicht mehr schon gegen 19 Uhr, sondern erst um 20 Uhr dunkel – mehr Zeit, noch draußen zu sein, zu gärtnern, zu joggen, Spazieren zu gehen, die erwachende Natur zu genießen.

    DESHALB haben Abschaffungsinitiativen keine Chance! Weil die Sommerzeit einfach zuviele Vorteile im Alltag bringt, die viele Menschen toll finden.

    Und nebenbei gesagt: es gibt wahrlich wichtigere Themen, über die man sich aufregen kann…

    • Und nebenbei gesagt: es gibt wahrlich wichtigere Themen, über die man sich aufregen kann…

      Da bin ich absolut bei Ihnen!
      Aber einen Gedanken kann man sicher auch zur Sommerzeit investieren, denn verschwendet ist er nicht!

    • Eine kurze Ergänzung noch:

      …mehr Zeit, noch draußen zu sein, zu gärtnern, zu joggen, Spazieren zu gehen, die erwachende Natur zu genießen.

      Wenn Sie die Natur genießen und erleben wollen, kann ich nur empfehlen dies um 5 Uhr zu tun – jetzt entsprechend halt um 4 Uhr SZ. Die Natur schläft übrigens nie, im Gegensatz zu uns Menschen!

      Und noch ein Denkanstoß, wissen Sie, wann die produktive Arbeitszeit bei Kindern beginnt – also die Zeit, in der Lernen nachhaltig wirkt? Ich gebe ihnen ein Tipp, es ist nicht 6 oder 7 Uhr 😉

      Daher evtl. auch das große ganze sehen und nicht (nur) das, was „viele Menschen toll finden“

      P.S.: So etwas erlebt man morgens um 5 Uhr (aber nur, wenn man sich gegen 3 Uhr auf den Weg macht):
      http://www.rolart.de/wp-content/uploads/2012/04/Natur_landschaft1.jpg
      http://www.rolart.de/wp-content/uploads/2012/04/Natur_landschaft2.jpg

  2. 4 mich ists schon auch (!) so, dass diese umstellerei „schwächt/verwirrt/fokus ablenkt/einfach stör-feuer ist“ – wahr ist 4 mich auch, dass NIEMAND mir die „zeit“ vorschreiben kann. wenn wir in unsrem rhythmus bleiben, können uhren sagen, was sie wollen.
    einen wunder-volles tag!

    • Danke für den Kommentar!

      Wer meinen spontanen Gedanken bzgl. Zeit sparen und der kleine Hinweis auf den „Zeitzins“ vertiefen möchte, dem sei das Buch „Momo“ von Michael Ende empfohlen!
      Gerade in den lauen Sommerabenden in der Natur eine hervorragende Lektüre – übrigens auch zum Vorlesen für Kinder!

  3. Jedes Jahr protestiere ich innerlich gegen die Zeit-Umstellung, weil es eine der unsinnigeren Unsinnigkeiten auf dieser Welt ist und du hast es wunderbar zum Ausdruck gebracht. Und es gibt keine wichtigeren oder unwichtigeren Dinge, sondern nur die Dinge die einen gerade berühren – und jeden Tag kann es eine andere „Kleinigkeit“ sein, aber im Grunde genommen geht es nur darum – ich kann nur von mir sprechen – dass ich satt bin mir das ganze Lebenslang von anderen sagen lassen muss was ich zu tun habe. Und „Sommerzeit“ ist eine dieser „Kleinigkeit“. Das ist alles. Danke für deine Worte und Gedanken.

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