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Der große Fischfang des Westens

Schnappfisch-7360Die Ereignisse stehen die Tage nicht still. Kaum ist das nächste schreckliche Ereignis, in dem knapp 300 unbeteiligte Menschen ihr Leben lassen mussten, geschehen, wird der Westen nicht müde, seine Fangnetze erneut auszuwerfen. Es sind die nackten Ereignisse, die später kaum mehr verständlich sind, wieso diese Auslöser für Krieg waren.

Der Auslöser des Ersten Weltkriegs durch das Attentat von Sarajevo, bei der aus heutiger Sicht unverständlichen – da unverhältnismäßigen – Reaktion, ist Mahnung für zukünftige Eskalationsketten. Etwas anderes als eine Eskalationskette kann ich bei dem aktuellen Ukraine-Konflikt nicht erkennen. Der ungeklärte Absturz der malaysischen Boeing 777 auf dem Flug MH17 ist nur ein weiteres Glied der Kette. Es ist schon bezeichnend für unsere Presselandschaft, wenn noch vor einer Klärung der Fakten bereits der Schuldige gefunden ist und es jetzt nur noch um die (angemessene) Reaktion geht.

Man möchte sich schon gar nicht mehr mit der Aufklärung der Ursachen abfinden und erfindet lieber auf die Schnelle naheliegende Gründe die medial verbreitet werden. Hauptsache die Stimmung in der Bevölkerung reicht aus, um die bereits gewünschte Reaktion – nämlich die der Vergeltung – einleiten zu können.

Die Eskalationskette in dem Ukraine-Konflikt ist dabei voller solcher Behauptungen, dessen Aufklärung nicht erfolgte. Allen voran ist die Urheberschaft der Maidan-Schüsse zu nennen – Aufklärung ist hier längst kein Thema mehr. Auch wurden Satellitenbilder von angeblich russischen Panzerverbänden an der Grenze von US-Offiziellen gezeigt, die kurz vor dem Einmarsch stehen. Das war im April. Einer der unzähligen Eskalationsversuche, die nicht wirkten, wie vom Westen gewünscht.

Die deutsche Presselandschaft scheint sich einig zu sein, wie man diesem aktuellen Telepolis-Beitrag entnehmen kann. Verständlich, will man doch den westlichen Wohlstand nicht gefährden und mit den USA Seite an Seite stehen, dessen (trojanische) Geschenke man einst gerne annahm. Dabei würde es Deutschland gut stehen, sich auf seine bisherige Rolle der Zurückhaltung zu besinnen. Aber diese Haltung scheint einzig und alleine noch der Moskauer Kreml zu beherrschen.

Das die westliche Wertegemeinschaft mit ihrem Schnappfischkapitalismus irgendwann in Handlungsnöte kommt, war absehbar. Um von einem eigenen System-Verschulden abzulenken bedarf es des Krieges als erprobtes Mittel. Ein Spiel auf Zeit bei dem Gift, dass langsam lähmt, wenn das (Gegen-)Mittel nicht mehr wirkt. So wie zuletzt in Somalia, Afghanistan, Irak und Libyen.

Aus dieser Lähmung hat sich die USA zuletzt mittels Intervention in Syrien retten wollen. Alles deutete im September 2013 noch auf einen Kriegseinsatz der USA in Syrien hin. Die Lunte brannte bereits und dann kam Wladimir Putin mit einen diplomatischen Lösung, die so erschreckend einfach ist: zuerst einmal die Behauptung nach vorhandenen Chemiewaffen offiziell zu prüfen. Ich spekuliere mal, das Putin sich mit dieser Lösung bei den US-Strategen nicht beliebt gemacht hat und deren Aufmerksamkeit nun auf sich gezogen hat. Anders kann ich mir die aktuelle Lage nicht erklären.

Es stellt sich bald nicht mehr die Frage, wer in dem Konflikt wann und was getan hat, sondern lediglich die Frage, ob und wann die Eskalationskette zu ihrem Showdown kommt oder ob besagte Kette zuvor reißt und der Westen sich die dringende Frage stellt, worauf er seinen bisherigen Wohlstand gebaut hat.

Reißt die Kette, so wäre endlich auch die spannende Frage geklärt, wer für die unfassbaren Staatsschulden haftet. Wer letztendlich die Rechnung bezahlt. Es ist aber weitaus klüger diese Rechnung zu bezahlen als unendliches Leid in Kauf zu nehmen, nur um sich vor der Rechnung zu drücken.

Spannend bleibt auch, wie ehrlich man in der Politik mit seinem Volk um geht. Lässt man es lieber in einer Scheinrealität dahin vegetieren oder sorgt man sich um Aufklärung? Das es immer mehr Menschen gibt, die das medial zelebrierte Schattentheater nicht mehr mit tragen, stimmt mich erwartungsfreudig. Vielleicht ist es wirklich nicht mehr weit hin, bis wir Menschen uns unserer Lebensaufgabe bewusst werden, statt im Konsum zu verdummen?!

Solange wir uns in Gelassenheit üben, bei der bezahlten Presse stets Fakten zu ihren aufgestellten Behauptungen einfordern und uns nicht von der Alternativlosigkeit unserer Politiker einlullen lassen, besteht Hoffnung. Hoffnung für jeden Menschen und nicht nur für ein paar wenige Nutznießer.

Niemand ist hoffnungsloser versklavt als der,
der fälschlicherweise glaubt frei zu sein.
(Johann Wolfgang von Goethe)

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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