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Der Wille des Wollens

Natur_tiere5Wir wollen viel, am besten alles! Dabei müssen es gar nicht immer die neusten technischen Gerätschaften sein, oder das neue paar Schuhe. Der Weltfrieden wäre auch okay, zumindest aber kein unmittelbarer Krieg. Was aber steuert unser Wille? Was treibt uns an zu wollen?

An manchen Tagen fällt es schwer, einen Willen beim Handeln zu unterstellen. Der Black Friday nach Thanksgiving ist sicherlich so ein Tag, bei dem der Verstand beim Shopping besser zuhause bleibt. Aber auch kleine Rabatte oder gar technische Erneuerungen sorgen für eine unmittelbare Begierde, sich von seinem Altgerät zu trennen. Beim Einkaufen von Kleidern, Schuhen etc. scheint auch der Wille nicht das Maß des Konsums zu sein, sondern eher der emotionale Rausch.

Der Ursprung des Großteil unseres Wollens ist nicht der Verstand, nicht unser Wille, sondern unser Instinkt. Es ist nicht der freie Entschluss, der eigentliche Willensakt, der uns zum Handeln anregt. Vielmehr lassen wir uns durch Gewohnheit und Propaganda ermutigen.

Besonders kompliziert wird es dann, wenn wir durch ein schlechtes Gewissen geleitet bestimmte Produkte meiden bzw. bevorzugen. So erhofft sich nicht ein geringer Teil der Menschen durch konsequenten Bio-(Label-)-Konsum, ein besserer Mensch zu werden. Auch die konsequente Einsparung an CO2 sorgt bei dem einen oder anderen auch für ein umweltbewussteres Leben. Verwirrend werden diese Lebensmaximen dann, wenn Widersprüche auftauchen. Sichtbar dann, dass man abermals der Propaganda auf dem Leim ging – erblindet vor lauter Gewohnheit.

Die unbändigen Wünsche tragen zu einer Selbstzerstörung bei, die nur langsam sichtbar wird. Zum einen brauchen wir für die Erfüllung unserer Wünsche ausreichend Kapital. Ob wir nun vermehrt arbeiten, uns verschulden oder auf günstige Produkte ausweichen. Immer bringen wir uns in eine Abhängigkeit. Entweder in Abhängigkeit von der (gesicherten) Einkommensquelle, von dem Kreditgeber oder von Menschen, die für weniger Geld (als wir dazu im Stande wären) die Produkte herstellen.

Ist eine ganze Gesellschaft konsum-konditioniert, so sind ihre Verfallssymptome irgendwann sichtbar. Aktuell treten diese Symptome anhand der gesellschaftlichen Spreizung zwischen Arm und Reich und der steigenden Verschuldung sichtbar zu Tage.

So fügt sich auch der Wunsch nach Weltfrieden ins Bild. Kriege folgen stets wirtschaftlichen Interessen. Die Aufrechterhaltung des Lebensstandards, wenn dieser auf grenzenlosen Wünschen basiert, kann nur die ständige Expansion gewährleisten. Sobald die eigenen Rohstoffe sich zu Ende neigen sinkt ansonsten der Konsum und der gefühlte Lebensstandard mit ihm.

So wird uns vor der aktuellen Krise auch kein Systemwechsel helfen, der alte Regeln durch neue Regeln ersetzt. Solange die Menschen, die in den Grenzen des Systems leben, die Angst etwas zu verlieren leitet, solange wird jedes andere System nur neues Leid bringen. Es ist die innere Haltung, die uns friedlich als Völker verbindet. Diese innere Haltung entsteht jedoch nicht durch Propaganda und Konditionierung.

Vielmehr wird die innere Haltung, die uns Völker friedlich miteinander verbindet, durch Propaganda, Konditionierung und die Macht der Gewohnheit vernebelt. Diesen Nebel können wir aber gezielt auflösen, in dem wir den aufsteigenden Wünschen in einer passiven Gelassenheit entgegentreten. So betrachten wir passiv die aufsteigenden Wünsche, lassen uns aber nicht darauf ein.

Konsumieren wir dann irgendwann nur noch das, was für uns als Menschen notwendig ist – und zwar so, dass alles andere, was uns verbindet, durch unseren Konsum nicht zu Schaden kommt -, so stellt sich die Frage nach Krieg oder Frieden gar nicht mehr. Der erste Schritt beginnt bei jedem Selbst, der Gewinn ist stetig wachsende Befreiung!

Beginne nicht mit einem großen Vorsatz, sondern mit einer kleinen Tat.
Anstatt immer nur das Beste geben zu wollen sollten wir lieber einmal etwas Gutes tun.
(Thornton Wilder)

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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