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Naturkonstanten oder wie das Schicksal seinen Lauf nimmt

Schnappfisch-3530Wir kennen viele der Naturkonstanten und es gibt noch einige zu entdecken. Nicht jede dieser Konstanten scheint dabei von der Natur motiviert. Bei einigen war die Natur eher das Mittel zum Zweck, ein Zweck dessen Schicksal in der Gesellschaft kaum wahrnehmbar seinen Lauf nimmt.

Schauen wir uns zuerst eine potentielle, zukünftige Naturkonstante an. Die der Zeit und Raum trotzenden Kommunikation. Die Quantenphysik hat sich diesem Phänomen bereits wissenschaftlich angenommen. Parallel dazu haben wir eine Technologie entwickelt, bei der wir ebenfalls Zeit und Raum überbrücken können. Mit dem Telefon war der erste Schritt getan, die räumliche Dimension aufzuheben. Mit dem Mobiltelefon ist nun auch die zeitliche Dimension gefallen. Was jetzt noch fehlt, ist die gesellschaftliche Verankerung, sodass grenzenlose Kommunikation natürlich ist. Jederzeit erreichbar zu sein, ständig in Beziehung mit anderen Menschen sein, ständig auf dem Laufenden des Zeitgeschehens.

Unsere Gesellschaft ist nicht mehr weit weg von der ständigen Kommunikation. Mit fortschreitender Miniaturisierung ist es kein Hexenwerk mehr, die technischen Mittel zur Kommunikation in den Körper zu verlagern. Drahtlose Ladetechniken gibt es bereits heute schon. Was zur Durchdringung dieser Art der Kommunikation fehlt, ist der Glaube der Notwendigkeit. Am einfachsten ist es eine solche Notwendigkeit in der breiten Gesellschaft zu verankern, in dem man die Natürlichkeit betont. Da in der Natur auch alles mit allem Verbunden ist, ist es doch logisch, dass man dies möglichst einfach mittels Technologie bewerkstelligt. Jedoch für welchen Mensch-Preis?

Zeit ist so ein weiterer Gedanke, der mich gegenwärtig sehr beschäftigt. Auch hier kann ich mir die zuvor skizzierte Durchdringung in der Gesellschaft ähnlich vorstellen. Was anfangs lediglich als Beobachtung der Natur begann, in dem man z.B. die Aussaat an der Natur ausrichtete, wurde Schritt für Schritt zu einem Zeit-Konzept. Die Industrialisierung wäre ohne feste Zeittaktung gar nicht möglich. Erst als der Mensch sich dem Diktat der Zeit unterwarf, konnte die Fließbandfertigung seinen Lauf nehmen.

Mittlerweile sind wir bereits so von der vorgegebenen Zeit abhängig, dass wir uns nahezu vollständig von ihr steuern lassen. Unsere Mahlzeit nehmen wir stets um 12:30 Uhr ein, ob wir nun Hunger haben oder nicht. Dabei haben wir 45 Minuten Zeit. Für den Weg zur Kantine und dem Rückweg sind die ersten 15 Minuten weg, für das Warten in der Schlange weitere 15 Minuten. In der verbleibenden Zeit muss das Essen nun schnell in den Körper befördert werden. Fastfood bekommt so sein erstes Gesicht, dass mittlerweile so sehr auf die Spitze getrieben wird, dass dessen negative Auswüchse sichtbar werden.

Zeit ist für uns bereits ein so verinnerlichtes Konzept geworden, dass wir uns ein Leben ohne Zeit gar nicht mehr vorstellen können. In der Tat ist eine durchtaktete Gesellschaft wie die unsere ohne Zeitdiktat nicht denkbar. Andererseits kennen wir momentan auch kein Konzept, uns friedlich aus der gesellschaftlichen Krise herauszubringen. Vielleicht ist das Hinterfragen des Zeitkonzepts eine Möglichkeit, bei der sich die Probleme wie von selbst entwirren?

So wie das Konzept der Zeit von einer inneren Haltung zu etwas künstlich konstantem wurde, so steht Kommunikation vor einem ähnlichen Wandel. Es stellt sich immer die Frage nach dem Nutzen. Welchen Nutzen haben die Menschen davon, dass Zeit eine so zentrale Größe im Leben der Menschen wird? Müssen wir erst am Ende unserer Zeit ankommen, um zu sehen, wie viel wir davon sinnlos verbraucht haben? Brauchen wir, wenn Zeit eine Naturkonstante ist, überhaupt eine äußere Uhr oder reicht nicht unsere innere Uhr aus?
Wie steht es um die noch junge Kommunikation? Ist es nicht auch hier ratsamer die innere Kommunikation zu pflegen statt sich durch technische Möglichkeiten abermals zu knechten(?) – denn die Kontrolle über die Kommunikation haben wir dann ebenso abgegeben, wie die Kontrolle über die Zeit!

Die einzige Konstante im Universum ist die Veränderung.
(Heraklit von Ephesus)

Naturkonstanten oder wie das Schicksal seinen Lauf nimmt
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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1 Kommentar zu Naturkonstanten oder wie das Schicksal seinen Lauf nimmt

  1. Gesellschaftliche Zwänge kann man leider nicht mit logischen Argumenten überwinden, das Primat der Wirtschaft kann nur durch eine Revolution gestürzt werden

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