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Glaubensgrundsätze treiben uns wiederkehrend in den Abgrund

20150113_1D4_FotoSpaziergangKlaus-5561Jeder Mensch ist eine Kopie seiner Eltern und diese wiederum ihrer Eltern. Was in jeder Kopie bleibt ist der Wesenskern – er vereint uns und macht uns zum Einen. Aber jede Kopie trägt auch etwas einzigartiges mit sich. Es ist nun die Sicht auf etwas, was diesem die Bühne verschafft – die Bühne in dem das Leben wirken kann.

Konzentrieren wir uns auf die feinen Unterschiede einer jeden Kopie Mensch, so kommen wir unweigerlich zu dem Punkt, dass wir die Unterschiede vergleichen. Bekommen wir dann auch noch ein Maß in die Hand – z.B. das des Geldes – so ist es nicht mehr weit, dass wir die Unterschiede auch noch bewerten und mit dieser Bewertung in eine Kategorie pressen, in der es ein Oben und ein Unten gibt.

Besondere Feingeister philosophieren noch etwas weiter und versuchen nicht den einzelnen Menschen und dessen Abweichungen zu fassen, sondern ganze Gesellschaften in ein Schema zu pressen (Rasterpressung). Dies kann klein anfangen und auch seine Bewandtnis haben – weiter getrieben führt es unweigerlich irgendwann zur Religion. Es ist dann die Bekehrung zu dieser Religion oder die Pressung in das erwähnte Raster, welche die Menschen vermeintlich eint. Dabei folgen wir schon weit mehr Religionen als die, die einem spontan einfallen würden. Auch die Gier nach Reichtum folgt den Glaubenssätzen einer Religion, auch manch eine Firma, baut ihre Firmenphilosophie nach den Glaubensätzen einer Religion – nur werden diese dort anders bezeichnet.

Kommt die Religion irgendwann an ihre Grenzen – z.B. da die Wahrnehmung der Menschen eine andere ist, als das Glaubensdogma – so müssen die Religionsführer handeln. Bei den politischen Religionsführern und Führerinnen ist das nicht anders. Das große Problem daran ist, dass die grundsätzliche Annahme hinter diesen Religionen falsch ist, denn diese gehen davon aus, dass das Unterschiedliche im Menschen das entscheidende Kriterium ist und nicht das, was uns vereint! Durch die Akzeptanz der falschen Grundannahme führt jede aufgesetzte Anpassung, welche nicht dem Ursprung entspricht, nur weiter ins Verderben. Jede Entscheidung – so wie derzeit die vieldiskutierte Entscheidung über den Verbleib von Griechenland im EURO-Raum – bringt uns daher nicht zu einer generellen Lösung des Problems, sondern trägt dieses nur in die Zukunft: in unsere Zukunft!

Irgendwann jedoch gibt es innerhalb der Religion keine Lösungen mehr, die mit „friedlichen“ Mitteln ausgeführt werden können. Dann steht die Alternativlosigkeit an (ultima ratio), die nur noch die Waffen sprechen lässt, um seine Ideologie durchzusetzen. Aber auch ein solcher Krieg verlängert nur die Religion in eine leidvolle Zukunft.

Folgen wir der anderen Sichtweise…

Kommen wir nochmals zum Anfang zurück – zum Ursprung. Wenn jeder Mensch eine Kopie seiner Vorfahren ist und die Abweichung gar nicht so sehr auf die Kopie zurückzuführen ist, sondern mehr seiner „Sozialisierung“ geschuldet ist, was dann? Wenn wir also durch unsere Religion erst die Menschen zu Individuen machen und damit das Einzigartige weit über das Maß erhöhen, was dann? Wenn wir durch unsere Art und Weise, durch unsere Haltung, erst die Konflikte schüren, dann können wir doch durch eine andere Haltung, durch eine andere Gesellschaftsform auch das bewahren, was zu Anbeginn vorhanden war. Wir müssten dann doch nichts ändern, da es bereits IST. Wir müssten doch kaum Mühen auf uns nehmen, kaum Energie investieren, kaum sinnlose Zeit verplempern für etwas, was wir Erziehung nennen. Wir könnten doch die Entfaltung dessen, was uns alle eint einfach, geschehen lassen und uns daran erfreuen, wie dieses Etwas zu einem eigenständigen Menschen heranwächst.

Ohne TitelWir könnten das betonen, was uns vereint – den Fokus auf die 80% (vermutlich deutlich mehr) legen, statt die wenigen %-Unterschiede über alles zu erhöhen.

Ich denke, wir sind bald an einem Punkt anbelangt, wo diese Fragestellung zentral wird. Wo wir entscheiden müssen, ob wir den eingeschlagenen Weg weiter folgen wollen und damit in eine Zukunft gehen, die von keinem mehr beherrschbar ist, da die Abhängigkeiten bereits so groß und verdichtet sind, dass die kleinste Störung verheerende Folgen haben wird. Oder aber, ob wir die Alternative wählen, etwas von Grund auf neu zu denken. Dieses NEU-Denken müsste dann jedoch auf einem Fundament stehen, dass uns Menschen vereint. Das die Gemeinsamkeiten betont und bewahrt, statt die Unterschiede herauszustellen und abzugrenzen.

Um mit dem Gedanken schwanger zu gehen, müssen wir nicht warten bis uns die Alternativlosigkeit überrollt, wir können heute schon unsere Haltung daran ausrichten, das Gemeinsame zu sehen. Denn auch damit kann man einen Wandel einleiten, indem immer mehr Menschen sich von der als falsch erkannten Religion abwenden. Aber es ist nicht das Abwenden, das den Wandel gestaltet, sondern das Hinwenden – das Hinwenden zu etwas Neuem!

Der Mensch kommt nicht durch das was er hat zu Reichtum,
sondern durch das, was er nicht braucht.

Glaubensgrundsätze treiben uns wiederkehrend in den Abgrund
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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3 Kommentare zu Glaubensgrundsätze treiben uns wiederkehrend in den Abgrund

  1. Johannes Michael // 23. Juni 2015 um 16:26 // Antworten

    Na dann wird es ja wohl Zeit die WASP-Sekte (wight anglo saxon protestant) mal zu „fragen“ warum sie seit 1914 bis heute !! (siehe stratfor) ihre verflixten Finger nicht im Griff haben. (guidoprparata.com – antony sutton – etc.) Es ist nämlich tatsächlich ein Religionskrieg – nur mit anderer Maske – welcher da wieder angerührt wird.

  2. Dazu müsste aber erst einmal eine App entwickelt werden, denn selbständiges Denken ist heutzutage sehr selten 😉

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