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Zeit managen

Personen_freestyle4Zeit ist knapp. Lebenszeit noch knapper. Was also tun, damit wir die verfügbare Zeit gut einteilen? Wie können wir unsere Zeit so managen, dass für uns auch noch etwas übrig bleibt?

Das Zeit ein faszinierendes Thema ist, über das man viele Ansichten haben kann, wird jedem klar, wenn man sich mit selbiger befasst. Alleine schon die gefühlte Zeit, die mal einem Augenblick gleicht, ein andermal zäh dahin fließt – und doch (von außen betrachtet) immer gleich ist – zeigt die Vielfalt auf.

Wie nutzen wir unsere Lebenszeit zum Leben statt unser Leben zu Grabe zu tragen?

Wie schwer es ist, eine vernünftige Balance zu finden, zwischen der Zeit für mich selbst und der Zeit, die ich anderen gebe, wird dieser Tage immer deutlicher. Die Ansprüche wachsen. Statt der Arbeitszeitreduzierung kommen eher Überstunden hinzu. Statt Beruf und Familie in Einklang zu bringen, kommen von allen Seiten immer mehr Anforderungen. Statt sich auf die Meinung anderer zu Verlassen kommt die (kostspielige) Erkenntnis zurück, sich selbst in die Materie einzuarbeiten und eine eigene Meinung zu bilden. An allen Ecken und Enden scheint Zeit zu fehlen – verschwindet Zeit im Nirgendwo.

Wenn dann auch noch die Bürokratie zuschlägt und die wenig verbleibende Zeit ins Ausfüllen von Formularen investiert werden muss, bleibt kaum noch etwas für einen selbst übrig. Man kommt zwangsweise zu der Einsicht, dass man selbst immer hinten ansteht und für einen selbst keine Zeit mehr bleibt. Die Eigenmotivation reicht dann oftmals nicht aus, die verbleibende Zeit für sich selbst zu nutzen, sondern wird allzu oft vor dem Fernseher ausgelöscht.

Warum funktioniert Zeitmanagement nur bedingt?

Um besser mit unser Zeit haushalten zu können, gibt es einige Management-Methoden. Warum jedoch funktionieren diese nur bedingt bzw. nur für manche Menschen? Mein Eindruck ist, dass wir mit einer solchen Management-Methode den eigentlichen Antrieb, warum wir etwas tun, gänzlich verdrängen. Im Berufsleben verdrängen wir durch den Einsatz von Zeitmanagement oft den Spaß an der Arbeit und ersetzen diesen durch das Einkommen. Durch das Einkommen erhoffen wir uns dann, später die verlorene Zeit wieder zu kompensieren. In kleinen Atemzügen machen wir dies dann jährlich in Form eines Urlaubs. Bemerkenswert dabei ist, wie fieberhaft wir dem Urlaub entgegenlaufen und wie schnell dessen Wirkung danach wieder verpufft.

In unserer „Freizeitgestaltung“ wird es schon schwerer, mittels Zeitmanagement den Spaß an der Arbeit zu kompensieren. Geld zumindest wird bei den meisten ausscheiden. Bei den Tätigkeiten, die uns eh Freude bereiten, ist die Situation klar. Bei allen anderen Tätigkeiten wird es schon schwieriger. Eine gewisse Routine macht es uns einfacher – Freude kommt damit aber keine auf.

Was könnte man anders machen?

Fern ab aller Pläne scheint es mir wichtiger zu sein, die Trennung der Tätigkeiten aufzuheben. Die Tätigkeiten, die man vermeidlich für andere macht, zu nutzen, um Dinge zu entdecken, die man für sich macht. Dies geht aber nur dann, wenn man nicht in der Routine gefangen ist, sondern aus dieser ausbricht. Wenn man sich jeden Handgriff beim Geschirr spülen bewusst macht, wenn man auf noch so kleine Dinge wie z.B. die eigene Atmung achtet. In jeder Tätigkeit, die wir tun, können wir achtsam uns selbst gegenüber sein und damit auch etwas für uns selbst tun. So wird jede Tätigkeit (mal mehr, mal weniger) auch eine Tätigkeit für uns. Damit schwindet auch das Gefühl, zu wenig Zeit für uns zu haben. Der verbleibenden Zeit steht dann auch eine ausreichend große Motivation zur Seite etwas Neues zu wagen.

Es ist auch die passende Zeit, die Stimmung wenn man so will, die notwendig ist, um Neues zu wagen. Diese passende Zeit lässt sich nicht in einer Planung unterbringen. Diese Zeit tritt in Erscheinung und präsentiert sich als Geschenk. Wenn dann bei einem selbst ausreichend Zeit frei ist, dieses Geschenk zu erkennen, anzunehmen und auszupacken, entfalten sich daraus völlig neue Perspektiven. Wir werden dann nicht von der Zeit gemanagt, sondern wir managen die Zeit!

Wie findet man nun solch einen Weg, dass man seine Zeit managt? Das wesentliche scheint mir, bei sich zu sein, achtsam mit sich zu sein. Aus dieser Haltung heraus kann man aus einer ausgeglichenen Mitte agieren und dies wirkt sich auch auf das unmittelbare Umfeld aus. Gewiss ist es nicht einfach, diesen Weg zu finden, zumal einen immer wieder der Alltag überrollt. Es ist aber wichtig, sich stets wieder so weit frei zu machen, um seinen Weg weiter zu gehen, statt sich mitreißen zu lassen. Mit jeder Lawine, die über einen Hinweg rollt wird die Erfahrung ein Stück reichhaltiger. Mit jeder Herausforderung wächst auch das Repertoire aus dem man schöpfen kann.

Zeit ist das, wovon ich am meisten habe und am wenigsten zu vergeuden.

Zeit managen
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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2 Kommentare zu Zeit managen

  1. Ich möchte hierzu Jose Mujica, ehemaliger Präsident von Uruguay, frei zitieren:

    Um in Freiheit leben zu können musst du Zeit haben.
    Um Zeit zu haben musst du in Bescheidenheit leben, denn wenn du mit Geld kaufst zahlst du nicht mit Geld, sondern mit der (Lebens)Zeit die du damit verbracht hast dieses Geld zu verdienen.

    Jose Mujica, von seinen Mitbürgern liebevoll „Pepe“ genannt, spendete 90% seines Präsidentengehaltes und quartierte syrische Flüchtlinge in seinen Präsidenten Sitz ein.

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