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VW: Vom Skandal zur Krise

Merkel-in-blau-ganz-auf-Kampf-eingestelltDie Nachrichten zum Skandal um die manipulierten Abgaswerte bei VW sind seit Bekanntwerden Gegenstand täglicher Pressemeldungen. Nachdem die Wellen sich monetär auf einen zweistelligen Milliardenbetrag anhäufen, nutzt auch unsere Kanzlerin Merkel den Skandal – um nach ihrer üblichen Wartezeit von gut zwei Wochen (die Lage zu sondieren) mit der bahnbrechenden Forderung nach rascher Aufklärung sich medial zu inszenieren.

Das Dilemma, in dem die Ingenieure bei der seit 2005 begonnenen Entwicklung des „Skandal-Diesemotors“ EA 189 steckten, lässt sich dabei recht kurz beschreiben, wie den ersten Geständnissen der Mitarbeiter zu entnehmen ist:

  1. Einhaltung der politischen Abgasnormen, sowie
  2. Einhaltung der Kostenvorgaben des Motors durch die Konzernleitung.

Nun kann man sich vorstellen, dass beide Vorgaben im Niedergang der Wachstums-Konsum-Gesellschaft nicht unter einen Hut zu bringen sind. Was also tun?

Die angebliche Manipulations-Software musste nicht neu geschrieben werden, denn diese ist bereits Teil der Steuersoftware für den Prüfstand. Gäbe es diese nämlich nicht, könnte kein modernes Fahrzeug vermessen werden. Die von den Assistenzsystemen gemeldeten Informationen würden vermutlich dazu führen, dass auf dem Prüfstand das ESP, ABS, ACC, der Bremsassistent und was es noch so alles an Fahrerassistenzsystemen gibt … ausgelöst wird. Zum Ärgernis des Prüfergebnisses, wie auch zum Schaden der Prüfer. Von daher gibt es einen speziellen „Modus“ für den Prüfstand.

Diesen Prüfstand-Modus nun zu nutzen, um die Abgaswerte einzuhalten, um die Politik- und Konzernvorgaben zu erfüllen, ist das eigentliche Verschulden der Mitarbeiter.

Nachdem derjenige, der am meisten zur Klärung beitragen könnte, schnell seines Amtes enthoben wurde, wird das Schauspiel wohl noch einige Runde drehen. Mit dem goldenen Handschlag für den Winterkorn jedoch, verlagert man das „Problem“ nun auf die Gemeinschaft. Im ersten Schritt mag es „nur“ die 600.000 VW-Mitarbeiter treffen, sobald jedoch VW nicht nur für das Land Niedersachsen – welches bekanntermaßen 20%iger-Großaktionär von VW ist – systemrelevant ist, steigt die Zahl der „Gläubiger“, welche die Schulden schultern dürfen, schon mal auf einige Millionen deutsche Steuerzahler. Das tun die Schulden aber auch ohne die Systemrelevanz, gehört Niedersachsen doch schon immer zu den Nehmerländern des Länderfinanzausgleichs – dem stillen Stabilitätspakt für ein vereintes Deutsch€land!

VW Abgasskandal die guenstigere Loesung VW-Frischluft

Der erste Schritt ist durch die Meldung des neuen VW-Chefs Müller bereits erfolgt, wenn er die Belegschaft jetzt auf schwierige Zeiten einstellt:

Ich bin ganz offen zu Ihnen: Das alles wird nicht ohne Schmerzen gehen. Das ist klar.

Um sogleich noch etwas konkreter zu werden:

Wir wissen heute zwar noch nicht, welche Auswirkungen die Krise haben wird. Aber wir werden dafür kämpfen, sie so gering wie möglich zu halten. Und wir werden alles tun, um die Beschäftigung im Unternehmen zu halten.

Seltsamerweise hört man gar nichts von den gesetzten Zielvorgaben oder von dem Management, welches diese Zielvorgaben – offensichtlich unter Ausblendung der Physik – machte. Das einzige was man hört ist, dass die Bonuszahlungen erhalten bleiben sollen – und diese machen bekanntlich im Management einen Großteil des Gehalts aus!

Wilhelm-Busch-also-lautet-der-Beschluss-dass-der-Mensch-was-lernen-muss-300x300Die Krise wird so zu einem Instrument, um noch mehr Angst und Verwirrung zu stiften. Mindestens 600.000 „VW-Menschen“ sind bereits in Sorge um ihren Arbeitsplatz – weitere Hunderttausendschaften dürften es bei den anderen Autobauern sein.

Vielleicht wird die VW-Krise noch als Beispiel herangezogen, weshalb TTIP mit der Investorenklausel unbedingt nötig ist. Denn eines ist klar, mit dem Transatlantischen Freihandelsabkommen wäre VW doch fein raus – oder?! So aber wandern vermutlich die 18 Milliarden Dollar von „Wolfsburg“ in die USA und wenn auch dieses Szenario nicht eintreffen sollte, können sich heute schon diejenigen freuen, die an der Börse passend mit Derivaten auf einen fallenden VW-Kurs gesetzt hatten. Immerhin ist die Aktie in freiem Fall und konnte am Montag zum Handelsende ein strammes Minus von 18,6% verbuchen – was immerhin 14 Milliarden EUR Kapitalumschichtung an einem Handelstag bedeutet!

Schieben wir aber alles zur Seite, dann können wir uns nur noch die Frage stellen, wem dieser Skandal sonst noch so nutzt. Mir fallen da einige Szenarien ein, habe momentan aber zu wenig Zeit und Lust für angebliche Verschwörungstheorien 😳 …  fest steht jedoch, dass die Einschläge immer näher heranrücken. Gut, wer noch sensibel genug ist, den Schuss zu hören, bevor ihm die „Granate“ um die Ohren fliegt. Andererseits lohnt es sich bei großem Kaliber schlicht nicht mehr, seinen Rücken krumm zu machen, sprich zu buckeln – zu groß ist dessen Wirkungsbereich. Aber das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden…

Es sprach der W@ise zum Frosch:
„Wo Du noch quakst, da les‘ ich noch!“

Da quakt der Frosch den W@isen an:
„Wo ich schon spring‘, da kriechst Du noch!“

… platsch … boom …

VW: Vom Skandal zur Krise
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4 Kommentare zu VW: Vom Skandal zur Krise

  1. Sie hatten es bereits unter 1. richtig – die Grenzwerte sind absolut rein politisch und haben mit der technischen Realität nichts zu tun. Das weiß auch jeder der Beteiligten, alles andere ist nur Rauschen.

    Eigentlich müsste VW jetzt eben diese Info raus geben und das ganze betrügerische Prüfsystem und faulige Normen zum Einsturz bringen – die Lügerei kann so nicht ewig weiter gehen. Jeder mit mehr als zwei Hirnzellen versteht, dass hinten raus nicht weniger Abgas raus kommen kann, als was im verbrannten Sprit (+ Harnstoff für Diesel) enthalten ist.

  2. Na also – geht doch auch fast ohne Belletristik- Stil.Hab trotzdem fast alles kapiert. Doch halt, nicht ganz. Was ist die Lehre jetzt von
    A(a?)lledem?: Es fehlt die Rechtschreibkorrektur.
    Oder ists doch die, dass ihm der Mut zur transatlantischen A-(ufklärungs-)-Theorie gar fehlt? Doch das wär gar zu bös gedacht.

    • Der Drang der rechten Schreibe gar, ist längst ein Kind, ein Thor, ein Narr.
      Der Autor der kann’s nicht mehr greifen, was einst die Reform ergriff!
      So schreibt er einfach wie er kann, mal trifft’s und manchmal trifft es nicht.

      Der Aufklärung ist er gewiss noch mancher Worte schuldig, doch bemüht hat er sich recht geduldig. Drum finde diese, mein lieber Gast, die Suchfunktion hilft Dir – doch ohne Spass!

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  2. News 07.10. 2015 | Krisenfrei

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