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Pariser Krater sind tief …

Die Anschläge am Freitag den 13. November 2015 in Paris werden Geschichte schreiben. Da ich weniger über das schreiben will, was bisher passiert ist, begebe ich mich unweigerlich in den Bereich der Theorie – denn wenn man über die Zukunft nachdenkt, ist alles Theorie. Die Praxis wird zeigen, wie viel an der Theorie dran ist. Damit die Verbindung zur Vergangenheit nicht gänzlich abreißt, garniere ich die Theorie mit ein paar Fakten aus der Vergangenheit.

Die Anschläge am Freitag in Paris gehören zu diesen Fakten. Es ist passiert, was nicht passieren sollte. Selbst die geltende, anlasslose Vorratsdatenspeicherung von einem Jahr in Frankreich hat nicht dazu geführt, dass die Anschläge im Vorfeld verhindert werden konnten. Um so mehr verwundet es den mündigen Bürger, dass just diese Art der Vorratsdatenspeicherung – anlasslos für mindestens ein Jahr – gerade der Vizechef der Polizeigewerkschaft, Jörg Radek, für Deutschland fordert. Seine fadenscheinige Begründung lautet:

Wir können damit möglicherweise zukünftige Terroranschläge verhindern, weil wir so an Informationen über die Terroristen kommen, an die wir sonst nicht gelangen.

Man beachte das Wort „möglicherweise“. Die Erkenntnis aus der Vergangenheit zeigt, dass diese Art der Vorratsdatenspeicherung kein wirksames Mittel darstellt. Wozu also dann? Darauf liefert er indirekt gleich selbst die Antwort:

Die „Aufklärung“ der Kommunikation solcher Kreise sei daher von entscheidender Bedeutung. Dem dürfe die immer wieder auflebende „unsinnige Debatte“ über den „sogenannten Überwachungsstaat“ nicht im Wege stehen. Nötig sei eine „intensive nachrichtendienstliche und polizeiliche Überwachung potenzieller Gefährder“.

Selbstredend ist die gesamte Bevölkerung potenziell als Gefährder einzustufen – denn soziologische Experimente der jüngsten Zeit haben schlüssig aufgezeigt, dass in jedem Menschen ein potentieller Rassist steckt – , daher muss die Überwachung ja auch unbeschränkt, also anlasslos sein!

Verlassen wir nun zuerst einmal wieder dieses Datenbegehren unserer Geheimdienste, die sich wegen der Terrorgefahr nun auf ein paar hundert neue Stellenbesetzungen freuen dürfen, wie hier nachzulesen ist.

Blickt man auf die aktuellen Geschehnisse, dürfen zwei Parteien nicht fehlen: 1. Putin und 2. der IS. Holen wir beides also schnell nach.

reisespass reisepass fuer terroristen beim einwohnermeldeamt klaus PetereitDer unverbesserliche Putin stellt wieder die üblichen Fragen nach den Drahtziehern der Anschläge. Daran ist eigentlich nichts verwerfliches, jedoch sollte er bereits soviel Erfahrung gesammelt haben, dass es hier nicht um die Drahtzieher geht, sondern um das Ergebnis. So verwundert es auch nicht, dass – wie schon bei den Anschlägen auf Charlie Hebdo – abermals Reisepässe bei den „Verursachern“ gefunden wurden. Dieses mal war es ein syrischer Pass von einem, der sich mit Sprengstoff selbst in die Luft gesprengt hat. Laut den französischen Ermittlern war dieser in gutem Zustand, so dass man gleich feststellen konnte, das der IS hinter den Anschlägen steht.

Jetzt fehlt eigentlich nur noch, das der NATO-Bündnisfall ausgerufen wird. Die Achse der Guten wäre in diesem zweiten Bündnisfall (der erste wurde durch die Ereignisse des 11. Septembers 2001 ausgerufen) deutlich umfangreicher, denn nun sitzt die EU in einem Boot. Selbst Deutschland hat nun eine moralische Verpflichtung, wurde doch bereits von den staatlichen Propagandamedien verkündet, dass ein schwer bewaffneter Mann auf den Weg nach Paris festgesetzt wurde.

Wer anhand dieser erdrückenden Faktenlage dann öffentlich für Frieden einsteht zeugt von Mut. Wer dann auch noch in der Lage ist, mögliche Behauptungen in ein wahres Licht zu stellen, so dass es auch die Mehrzahl der Bevölkerung schnallt, dass uns hier nie Fakten präsentiert werden, sondern immer von „möglicherweise“ und von „Annahmen“ die Rede ist – also nichts anderes als eine Theorie von vielen, wie auch diese hier, die sie gerade lesen (okay, noch habe ich keine Theorie aufgestellt, sondern nur den aktuellen Stand dargestellt – das Fundament meiner Theorie so zu sagen).

Aber damit Sie nicht obigen Propaganda-Link klicken müssen, hier im Original (mit den entsprechenden Hervorhebungen durch mich), was Horst Seehofer – denn die Festsetzung geschah in Bayern – dazu verlautbaren ließ:

Wir haben eine Verhaftung im Wege der Schleierfahndung, wo es die begründete Annahme gibt, dass es möglicherweise mit der Sache zusammenhängt.

Ich spare mir jetzt weitere Fakten, denn so wird der Beitrag nur unnötig in die Länge gezogen. Wer noch ein paar Fakten mehr braucht, googelt einfach nach ein paar Begriffen die belegt sind. Kandidaten wären z.B. „Brutkastenlüge“ oder die geöffneten CIA-Akten zu den unzähligen bekannten FALSE-Flag-Operationen („Demagnetize“, „Operation Mockingbird“, „Gladio“, „Operation Artischocke“, „MKULTRA“, „Operation Ajax“, „Operation Fortune“, „Operation Washtub“, „Invasion in der Schweinebucht – Operation Zapata“ ..).

Nachdem das Fundament nun steht, beginnen wir nun mit der Theorie.

Findet der Krieg in einem Gebiet statt, welches für die NATO-Mitgliedstaaten nah genug ist, um aktiv mitzuwirken und ohne dass die Handlungen im eigenen Land stattfinden, so ist dies schon einmal strategisch vorteilhaft. Syrien bietet sich dabei gerade zu an. Sind doch schon längst NATO-Truppen – wenn auch ohne UN-Mandat und damit illegal – vor Ort. Der sorgsam aufgebaute Grund für das Handeln – der Islamische Staat (IS) – ist längst in den Köpfen der Menschen, nicht zuletzt durch die medial inszenierten Gräueltaten. Gleichwohl beginnt durch den Eintritt des eigentlichen Feindes Russlands gerade dieses aufgebaute Feindbild von der Bildfläche zu verschwinden. Will man also nicht abermals einen Grund aufbauen, der nicht zum gewünschten Ergebnis führt – wie bereits in der Ukraine leidvoll erfahren – so muss man nun handeln.

Wirft man nun alles an Kriegsmaterial in die Schlacht, so die Denkweise der US-Neocons, so kann dieser Krieg gegen Russland gewonnen werden.

Die nötige Bereitschaft für Deutschland könnte dann so lauten: „Durch die gemeinsame Beseitigung der IS-Terroristen – welche für das schreckliche Attentat in Paris verantwortlich sind – kann die Region wieder befriedet werden, so dass die hier in Deutschland zuflucht gefundenen Immigranten wieder zurück in ihre Heimat können.“

Da die Stimmung in Deutschland bzgl. der Flüchtlingsströme bereits zu kippen droht, wäre dieser „humanitäre“ Grund doch im Sinne aller. Ist man dann erst mal mit Truppen vor Ort kann sich die Lage dann schnell ändern und man erkennt aus seiner Sicht dann den wahren Aggressor Russland, gegen den man dann vereint vorgehen kann.

Über die besinnliche Weihnachtszeit können wir uns dann per Rundfunk ein (vorgezeichnetes) aktuelles Bild von der Lage machen, damit die Bürger*innen nicht auf die Idee kommen, statt Weihnachtsgeschenke einzukaufen für Frieden zu demonstrieren.

Ab diesem Zeitpunkt ist es dann eh egal. Wenn was zu retten ist, dann jetzt und nicht in einem Monat.

Diejenigen, welche immer noch nach dem Warum fragen: „Warum man diesen Krieg führt?“, möchte ich nicht am Bahnhof stehen lassen, auch wenn der Zug längst abgefahren ist.

Die Gründe dafür mögen vielschichtig sein. So ist unser Geldsystem wieder einmal an einer Grenze angekommen, welche im exponentiellen Wachstum – begründet in der Wirkungsweise des Zinseszins liegt – angekommen. Auch die verlängernden Maßnahmen wie Zinssenkung nahe 0% und der massiven Geldmengenausweitung (Quantitativ Easing – QE) sind bald am Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Ein Weltkrieg kann diesen „Systemfehler“ abermals übertünchen, so dass wir mit dem gleichen System fortfahren, ohne den eigentlichen Fehler zu erkennen.

Ein weiterer Grund ist der, dass Globalisierung mit eigenständigen Nationalstaaten langfristig nicht funktioniert. Erst wenn weltweit einer den Takt vor gibt, kann das globale Orchester gemeinsam spielen. Die USA-Strategen haben dies schon vor langer Zeit erkannt und fühlen sich als die (auserwählte) Dirigenten-Nation. Russland hat hier in letzter Zeit durch den BRICS-Zusammenschluss jedoch ein Kontrapunkt aufgebaut, welcher die US-Visionen langfristig zum stoppen bringen kann.

Es gibt sicherlich noch unzählige weitere Gründe. Alle vereint jedoch das gleiche Ziel, das gleiche Vorgehen zur Umsetzung. So ist es eigentlich egal, welche Gründe letztendlich zum Ziel führen. Die wahren Gründe werden der Bevölkerung eh nicht glaubhaft kommuniziert, denn man fürchtet, dass die Menschen über ihr Schicksal selbst entscheiden möchten – und das ist gar nicht im Sinne unserer Führer. Selbst Konrad Adenauer hatte Angst vor dem Volksentscheid zur Frage der Remilitarisierung von Deutschland, wie hier detailliert nachzulesen ist.

Was also tun?

Das ist wohl die schwierigste Frage unserer Zeit. Gemäß einer aktuellen Allensbach-Umfrage haben 43% der:

gesamten erwachsenen Bevölkerung den Eindruck, dass man in Deutschland seine Meinung zu der Flüchtlingssituation nicht frei äußern darf und sehr vorsichtig sein muss, was man sagt.

Wie soll sich damit eine ausreichend große Masse zusammenfinden, die klar und widerspruchsfrei für eine gemeinsame Sache kämpft? Welche im Rahmen unseres Grundgesetzes die Mittel nutzt, welche uns gegeben sind, ohne sich gegenseitig spalten zu lassen? Welche den Mut aufbringt, seine Ängste und Sorgen zur Seite zu schieben und sich nicht von der negativen Darstellung der Presse verschrecken lässt?

Mir würden da einige Dinge einfallen, jedoch sind diese Szenarien selbst für mich weniger Theorie als Utopie. Aber vielleicht finden sich ja geeignete Menschen, dieses Dilemma zu lösen…

… vielleicht finden sich auch noch ein paar Menschen zusätzlich uns aufzuzeigen, welches Gesellschaftssystem es empathischen Menschen attraktiv macht, sich einzubringen und nicht – wie aktuell – fast nur psychopathischen Menschen. Denn eines muss klar sein: auch wenn wir diese Schlacht verhindern, haben wir noch lange nicht den Krieg verhindert. Dazu müssen wir uns an die Ursachen machen, was eine gänzlich andere „Nummer“ ist, als in den widerstand zu gehen.

Hierzu noch kurz eine Überlegungen zum Abschluss, welche ich kürzlich einem Freund gestellt habe:

wenn Einstein mit der Eingabe recht hat, dass:
„Die großen Probleme dieser Welt können nicht mit der selben Denkweise gelöst werden, mit welcher wir sie verursacht haben.“

und auch der Macher Martin Luther King nicht falsch liegt, wenn er sagt: „Kein Problem wird gelöst, wenn wir träge darauf warten, dass Gott sich darum kümmert.“

…und das ganze mit Buddha würzen, der sagte: „Das Problem ist, das wir glauben, wir hätten Zeit.“

Stehen wir vor einer Entscheidung, wenn die anstehenden Probleme als große Probleme zu bezeichnen sind!

Eine zentrale Erkenntnis für mich ist immer noch folgender Merksatz eines Unbekannten:
„Wer ein Problem erkennt, und nichts zu seiner Beseitigung unternimmt, der ist möglicherweise ein Teil dieses Problems.“

Jetzt ist es ja nicht so, dass wir nichts unternehmen würden – im Gegenteil. Nur versuchen wir gerade das Problem mit der gleichen Denkweise zu lösen – vergessen also Einsteins „Eingabe“.

Was, wenn die Voraussetzungen in der – nennen wir sie mal weiterhin so – POLITIK so wären, dass sich nicht sämtliche Psychopathen für die Stellen bewerben, sondern die Empathen? Oder anders gesagt, was müsste sich an der Basis ändern, damit Empathen Lust auf Politik bekommen?

Klar soweit?

Bildquelle: Klausis Stricklädchen … Facebook

Pariser Krater sind tief …
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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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4 Kommentare zu Pariser Krater sind tief …

  1. Sehr gute Analyse!

  2. Hallo!
    „Bin ich auf einem falschen Blog gelandet?“ dachte es in mir, als ich mal wieder beim LePenseur am Rand den Schnappfisch angeklickt hatte und bei „Merkel-Superdeutschland …“ (super!) landete. Kurz zurückgeklickt stelle ich fest, daß hier ein neuer Wind weht: Regimekritik statt Innerlichkeit?

    Holla, da geht die Waldfee!

    Beide Pariser Attentate stinken zum Himmel!
    Seit die Paßpflicht für Terroristen eingeführt ist geht das mit der Schuldzuweisung atemberaubend schnell.
    Der „Je suis charlie“-Anschlag („to be a charlie“ = ein Depp sein) war noch zu grotest inszeniert, so daß alle bösen Verschwörungstheoretiker ihre Finger in die Wunden bohrten. Hier hat man sich mehr Mühe gegeben, so daß selbt einige der harten Regimekritiker dazu neigen, diesmal von echten Anschlag auszugehen.

    Aber die Flinkheit der neuen Taten (Marschbefehl nach Syrien) und Gesetze (z.B. drakonisches Waffenverbot für brave Bürger) belegt, daß das von langer Hand geplant war und wie bestellt passierte.

    Darum möchte ich auf ein bald sehr nützliches Weihnachtsgeschenk hinweisen:
    http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2015/12/eine-sinnvolle-weihnachtsgeschenkidee.html

    Gruß an alle Aufgewacten und Aufwachungswilligen!

    ps: Die Afd macht am 14.12. nachmittags eine kleine Mahnwache gegen den Syrienkrieg – möchte wer mit?

    • Lieber Norbert,

      […]Regimekritik statt Innerlichkeit[…]

      Zuweilen muss die innere Arbeit den äußeren „Reizen“ weichen, was nicht heißen soll, dass diese vernachlässigt wird. Nur kommt es allmählich zu Wiederholungen, was leider auch bei der „Regimekritik“ sich nicht verhindern lässt. Zu viele Parallelen lassen sich hier erkennen. Man greift halt auch in der hohen Politik gerne auf Altbewährtes zurück – leider beachtet man dabei nicht, dass das Altbewährte auch ein jähes Ende hatte. Entweder ist es Torheit oder Dummheit, welche glaubt, dass unsere Geschichtsschreibung nun eine andere Wendung bekommen würde… Es kommt, wie es kommt – es sei denn, wir weichem dem aus, was kommt…

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