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Spielen fördert die soziale Kompetenz

Dass spielen weit mehr bietet, als reinen Zeitvertreib, ist immer wieder Gegenstand wissenschaftlicher Untersuchungen. Gerade das Spielen miteinander soll einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der sozialen Kompetenz leisten. Was früher das Brettspiel war, entwickelte sich durch den flächendeckenden Einzug des Computers bald zur Spielplattform. Solche Spielplattformen ermöglichen es, dass mehrere tausend Spieler gleichzeitig mitwirken können. Man spricht dann von einem Massively Multiplayer Online Role-Playing Game oder kurz MMORPG.

Nun gibt es diese Art der Spiele jedoch nicht erst seit der Erfindung des Computers. Eines dieser MMORPG’s bringt es bereits auf stattliche 200 Jahre. Auch in Deutschland gehört es in dieser Form seit 1949 alle vier Jahre zum allgemeinen Spielbetrieb. Zum 19. mal findet das Spektakel am kommenden Sonntag statt. Die mediale Begleitung auf das „Event“ war auch diesmal Gesprächsthema, wie schon die Jahre zuvor.

Da die Spielregeln zentrales Element jeglichen Gesellschaftsspiels sind, geht es auch bei diesem „Demokratie-Spiel“ nicht ohne Regeln. Da die Spielkomplexität jedoch überschaubar ist, genügt der Regelhinweis direkt auf dem Spielbogen – bei diesem Spiel im Besonderem als Stimmzettel bezeichnet. Zwei Stimmen haben wir, so wird dort erläutert. Eine für die linke Seite (dort als Erststimme bezeichnet), eine für die Rechte (die der Zweitstimme).

Wie bei allen Spielen, gilt auch bei diesem: wer die Regeln missachtet, darf nicht mitspielen!

Selbstverständlich wird niemand gezwungen, bei dem Spiel mitzumachen. Da der Anteil an Nichtspielern relativ hoch ist, bekamen diese auch für dieses Spiel einen besonderen Namen: Nichtwähler.

Trotz der einfachen Spielregeln braucht es ein gewisses Mindestalter von derzeit 18 Jahren, um bei dem Spiel mitspielen zu dürfen. Dies dürfte jedoch dem inhärenten Suchtfaktor geschuldet sein und der Kampagne: „keine Macht den Drogen!“, welche speziell die Kinder und Jugendlichen ansprechen soll, einhergehen.

Da das eigentliche Spiel sehr kurzweilig ist, wird viel Zeit in die Spielvorbereitung investiert. Damit aber nicht genug. Die Spielnachbereitung wird geradezu frenetisch zelebriert. Noch bevor das Spielergebnis in Gänze ermittelt ist, dürfen sich Experten zum Spielverhalten äußern. Komplexe statistische Auswertungen zeigen, wie komplex ein einfaches Spiel im Nachgang aufgeblasen werden kann. Ein hoch auf die Statistik!

Gerade das äußere Erscheinungsbild der Spielveranstaltung, die langen Wartezeiten zwischen den einzelnen Spielrunden und nicht zuletzt die Folgen des Spielergebnisses macht das Demokratie-Spiel zu einem der emotionalsten Spiele unserer Gegenwart. Durch das derzeitige Monopol gibt es zwar kleinere Spielableger (oft als Landtagswahl bezeichnet), ansonsten wird jedoch genau darauf geachtet, dass nicht zu viele Spiellizenzen vergeben werden (sog. Volksentscheide).

Von den eigentlichen Lizenzgebern weiß man nichts genaues. Dem Kleingedruckten ist jedoch zu entnehmen, dass alles ordnungsgemäß zugeht. Jedoch gilt wie bei allen anderen Glücksspielen auch: ohne Gewähr! Und selbstverständlich ist auch hier der Rechtsweg ausgeschlossen, auch wenn es immer wieder welche gibt, die meinen das Kleingedruckte verstoße gegen die guten Sitten und wäre damit rechtswidrig.

Wo kämen wir denn da hin, wenn alle so denken würden?!

Ludi incipiant – Die Spiele mögen beginnen.

Spielen fördert die soziale Kompetenz
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Ro!and
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<p>Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-)<br /> Im Kern bin ich freiheitsliebend, querdenkend und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz „normal“.</p>
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