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Wie die Raupe zum Schmetterling wurde

Das Raupen-da-SEIN ist zwar in seiner Form beschränkt, kann sie sich doch nur sehr schwer fortbewegen, genießt jedoch eine Fülle an Nahrung. Kein Blatt ist vor ihr sicher und in Gemeinschaft muss sich auch ein Strauch „warm“ anziehen, sonst steht er nach kurzer Zeit nackt da.

Die Raupe denke an kein Morgen, sie frisst, was ihr in den Mund kommt und wächst dabei unaufhörlich. Wenn das so weiter geht, mag man von außen denken, dann platzt die Raupe irgendwann. Dass sie sich überhaupt noch bewegen kann, ist wohl eher ihrem Kriechgang geschuldet. Aber irgendwann geschieht etwas wundervolles – auch wenn der Anfang nicht danach aussieht:

Jene Zellen, die bereits in der Raupe stecken, aber den Code des Schmetterlings tragen, erwachen. Anfangs beginnen die Raupen-Zellen jene Schmetterling-Zellen zu bekämpfen. Die Immunabwehr kommt in Schwung und zerstört alles unbekannte. Aber irgendwann sind es zu viele dieser Schmetterlings-Zellen, so dass sich der Kampf nicht mehr lohnt. Die Raupe verpuppt sich in einen Kokon und löst sich auf.

Alles was noch Raupe war wird zu Flüssigkeit. Nichts mehr ist übrig von der ehemals satt gefressenen Raupe.

Und dann geschieht das Wunder. Die Schmetterlings-Zellen gehen an ihre Arbeit und es entsteht der Schmetterling in diesem geschützten Kokon.

Würde man nun dem Schmetterling die Geburt erleichtern wollen… Würde man den Kokon von außen öffnen, um dem Schmetterling ein leichtes Leben zu ermöglichen – zumindest einen guten Start ins Leben -, so würde dieser nach kurzer Zeit sterben!

Der Schmetterling muss sich selbst aus seinem Kokon befreien. Muss selbst die Qualen der Geburt erleben, um zu leben.

All das wusste die Raupe nicht und doch war alles schon in der Raupe angelegt. Auch wir Menschen dürfen uns fragen, was alles noch in uns schlummert, was alles bereits angelegt ist und eine neue Form sucht.

Unser Raupen-da-SEIN ist sicherlich nicht das Ende – viel mehr der Anfang einer Reise zu uns!

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Auf den Punkt zu bringen, wer man ist, fällt weitaus schwerer, als andere in eine Schublade zu stecken ;-) Im Kern bin ich freiheitsliebend, freigeistig und gerne auch mal (benimm-)regelverstoßend. Ansonsten ganz "normal".
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